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Biontech will Notfallzulassung für Fünf- bis Elfjährige beantragen – Kinderimpfung auch in Deutschland?

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Von: Patrick Huljina

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Die Corona-Maßnahmen haben neben dem Infektionsschutz auch dafür gesorgt, dass viele Immunsysteme „untrainiert“ sind. Ärzte warnen nun vor anderen Infektionen. Der News-Ticker.

Impfstoff von Pfizer in der Nahaufnahme
Biontech und Pfizer beantragen Notfallzulassung für Corona-Impfstoff für Kinder zwischen fünf und elf Jahren (Symbolbild). © Gerardo Vieyra / NurPhoto / Imago

Update vom 7. Oktober, 19.26 Uhr: Biontech* und Pfizer beantragen eine Notfallzulassung des Corona-Impfstoffes für Kinder zwischen fünf und elf Jahren. Das teilte das US-Pharmaunternehmen Pfizer am Donnerstag auf Twitter mit. Am 26. Oktober will ein Beratergremium der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA den Antrag prüfen.

Klinische Studien hatten zuvor eine gute Verträglichkeit des Impfstoffes in dieser Altersklasse gezeigt. An der Studie nahmen 4500 Kinder im Alter von einem halben Jahr bis elf Jahren teil. Die Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen machte 2268 der Teilnehmer aus, es beteiligten sich Kliniken in Finnland, Polen, Spanien und den USA.

Weltgesundheitsorganisation will weltweite Impfquote von 70 Prozent bis Mitte 2022

Update vom 7. Oktober, 17.04 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rief am Donnerstag alle Länder der Welt zu mehr Zusammenarbeit auf. Die Staaten sollen mit gemeinsamen Anstrengungen den gefährdetsten Menschen in allen Ländern weltweit eine Impfung ermöglichen. „Die ungleiche Impfstoffverteilung ist der beste Verbündete der Covid-19-Pandemie“, sagte UN-Generalsekretär António Guterres*. Er spielte damit unter anderem darauf an, dass die geringe Impfquote mancher Regionen die Gefahr erhöht, dass neue Varianten des Coronavirus entstehen gegen die möglicherweise aktuelle Impfstoffe nicht mehr wirken.

Während in Portugal beispielsweise 98 Prozent der impffähigen Bevölkerung über zwölf Jahren geimpft ist, liegt die Impfquote gerade in vielen afrikanischen Ländern im einstelligen Bereich, da dort kaum Zugang zu Impfstoffen besteht. Das Ziel der WHO war es ursprünglich, bis Ende September eine Impfquote von zehn Prozent in allen Ländern der Welt zu erreichen. Davon sind viele Regionen weit entfernt, da sie keinen ausreichenden Zugang zu Impfstoffen haben: In bislang lediglich 15 der 54 afrikanischen Länder liegt die Impfquote beim Zielwert von mindestens zehn Prozent. In der Hälfte der Staaten auf dem afrikanischen Kontinent sind nur maximal zwei Prozent der Menschen gegen das Coronavirus geimpft.

Die Weltgesundheitsorganisation will aber ihre bevorstehenden Ziele erreichen: 40 Prozent weltweite Impfquote bis Ende 2021, 70 Prozent bis Mitte 2022. Reiche Ländern sollen jetzt vereinbarte Impfstofflieferungen an die UN-Initiative Covax abtreten, so die WHO einer Meldung der Deutschen Presse-Agentur zufolge. Wohlhabendere Staaten sollen außerdem bereits gelagerte Impfdosen spenden. Zudem fordert die WHO, dass impfstoffproduzierende Länder ihre Grenzen offen halten und Hersteller ihr Know-how preisgeben.

Impfquote in Deutschland höher als angenommen

Update vom 7. Oktober, 13.15 Uhr: Die Corona-Impfkampagne in Deutschland scheint besser zu laufen als bisher angenommen. Das geht aus einem aktuellen RKI-Bericht* hervor. Es sei anzunehmen, dass unter den Erwachsenen deutlich mehr Personen geimpft sind, als im Digitalen Impfquoten-Monitoring angegeben: bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach bezeichnete die Zahlen als plausibel und äußerte sich zu einem möglichen „Freedom Day“*.

Corona in Deutschland: Wenig Dynamik bei der Sieben-Tage-Inzidenz

Erstmeldung vom 7. Oktober: Berlin - Derzeit gibt es wenig Dynamik bei den Corona*-Zahlen in Deutschland. Insbesondere die Sieben-Tage-Inzidenz* bleibt konstant. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gab den Wert am Donnerstagmorgen (7. Oktober) mit 62,6 an. Zum Vergleich: Am Vortag lag der Wert bei 62,3, vor einer Woche bei 63,0. Zudem meldeten die Gesundheitsämter dem RKI 11.644 Corona-Neuinfektionen und 68 neue Todesfälle innerhalb eines Tages.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – hatte das RKI am Mittwoch mit 1,65 (Dienstag: 1,68) angegeben. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Corona in Deutschland: Hausärzte warnen vor Anstieg von Infektionskrankheiten

Der Deutsche Hausärzteverband warnt derweil vor einem starken Anstieg von Infektionskrankheiten infolge der Corona-Pandemie*. „Das liegt auch daran, dass die Menschen wegen der Corona-Beschränkungen eineinhalb Jahre kaum Kontakt zu verschiedenen Viren hatten“, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt der Passauer Neuen Presse. „Insofern ist ihr Immunsystem nicht gut trainiert gegen viele Viren, mit denen wir normalerweise gut fertig werden. Das Resultat: Erkältungskrankheiten fallen stärker ins Gewicht. Die Lockdowns haben also nicht nur Vorteile gebracht.“

Gerade bei Kindern sehe man mehr und mehr Infektionskrankheiten, die viele vorher nicht auf dem Radar gehabt hätten, erklärte Weigeldt. Immer wieder seien Lehrende beziehungsweise Erwachsene Infektionsquellen für Kinder. Weigeldt befürwortet daher die „Impfpflicht für solche Berufsgruppen“. Zudem sprach sich der Hausärzte-Chef für eine Aufhebung der Maskenpflicht aus – zumindest für die jüngeren Jahrgänge an Schulen, und verpflichtende Impfungen für das Lehrpersonal, wie auch Beschäftigte in anderen sensiblen Berufsgruppen, wie in der Pflege.

Der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt.
Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbands, warnt vor einem Anstieg weiterer Infektionskrankheiten. (Archivbild) © Marius Becker/dpa

Corona in Deutschland: Kassenärzte-Chef warnt – „Immunsysteme der Kinder untrainiert“

„Aus meiner Sicht ist es vertretbar, in Schulen auf Masken zu verzichten“, sagte auch Kassenärzte-Chef Andreas Gassen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er verwies zur Begründung auf die regelmäßigen Corona-Tests* in den Schulen und auf unerwünschte gesundheitliche Folgen der Corona-Schutzmaßnahmen. „Durch die langen Phasen des Lockdowns, Social Distancing und des Maskentragens sind die Immunsysteme der Kinder mittlerweile so untrainiert, dass sie an Viren erkranken, die ihnen früher nichts anhaben konnten“. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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