1. Mannheim24
  2. Welt

Corona: Ansteckungsgefahr auf Partys und Konzerten? Neue Studie überrascht

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Luisa Ebbrecht

Ein Jahr ohne Partys und Konzerte - nun könnten Veranstaltungen bald wieder möglich sein. Wie hoch ist die Gefahr einer Corona-Infektion? Eine neue Studie klärt auf.

Kassel - Eine der ersten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie war das Verbot von Großveranstaltungen in Deutschland. Nun, mehr als ein Jahr später, scheinen die unzähligen Maßnahmen wie Regelungen, Impfungen und Tests zu fruchten. Die 7-Tage-Inzidenzen sinken deutschlandweit. Es wurden erste Lockerungen beschlossen - bei einer Inzidenz von unter 100 öffnet die Gastronomie und die nächtlichen Ausgangssperren fallen weg. Trotzdem fiebern viele der Öffnung der Discotheken und ersten Konzerte und Festivals entgegen.

Ob sich Großveranstaltungen trotz Corona-Pandemie durchführen lassen, untersuchte jetzt ein Forschungsteam aus Spanien. Die Forscher der Universität von Barcelona bewerteten bei der Durchführung einer Großveranstaltung, ob bestimmte Sicherheitsvorkehrungen ausreichen, um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus Sars-CoV-2 zu verhindern. Dazu veranstaltete das Forscherteam ein fünfstündiges Konzert unter kontrollierten Bedingungen. Die Ergebnisse der Corona-Studie wurden kürzlich im renommierten Fachjournal „The Lancet“ präsentiert.

Neue Corona-Studie: Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr auf Konzerten und Partys?
Neue Corona-Studie: Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr auf Konzerten und Partys? © Jan Woitas/dpa

Corona-Studie: Konzert mit 500 Teilnehmern in Barcelona

Das Konzert mit 500 Teilnehmern fand am 12. Dezember 2020 in Barcelona statt. Alle Besucher mussten einen aktuellen negativen Antigentest vorweisen und eine N95-, beziehungsweise FFP2-Maske tragen. Zudem wurde die Halle über ein Belüftungssystem belüftet. Zum Zeitpunkt des Konzerts lag die 14-Tage-Inzidenz bei 220,8 pro 100.000 Einwohner in Barcelona. Es konnte durch den Antigentest also nicht ausgeschlossen werden, dass vielleicht doch eine oder mehrere infizierte Personen im Publikum waren.

Bei allen Teilnehmenden führte das Team vor dem Konzert zusätzlich einen PCR-Test durch, dessen Ergebnis allerdings erst nach dem Konzert vorlag. Der PCR-Test zeigte tatsächlich, dass 13 der 465 Probandinnen und Probanden (2,8 Prozent) mit Corona infiziert waren. Auf der Tanzfläche des Konzerts musste kein Mindestabstand eingehalten werden. Die Masken mussten dort allerdings die ganze Zeit aufgelassen werden. An der abgegrenzten Bar durften die Masken abgenommen werden. Hier musste jedoch ein Mindestabstand zu anderen Personen eingehalten werden.

Corona-Studie: Kontrolluntersuchung der 500 Teilnehmer

Acht Tage nach dem Konzert wurde außerdem noch eine Kontrolluntersuchung durchgeführt. Hier zeigte ein PCR-Test bei allen 465 Besuchern des Konzerts ein negatives Ergebnis. Sogar die 13 Personen, die vor dem Konzert ein positives Testergebnis vorwiesen, waren in der Zwischenzeit offenbar genesen. Das Forscherteam kam zu dem Ergebnis, dass sich scheinbar niemand auf dem Konzert mit Corona angesteckt hat.

Das Team fasste ihre Ergebnisse zusammen: „Unsere Studie liefert vorläufige Hinweise auf die Sicherheit von Indoor-Massenveranstaltungen während eines Covid-19-Ausbruchs unter einer umfassenden präventiven Intervention“. Die neuen Daten der Studie aus Spanien könnten nun dabei helfen, die Rahmenbedingungen für kulturelle Aktivitäten während der Corona-Pandemie festzulegen, um solche Veranstaltungen zeitnah zu ermöglichen.

Als Folge von Corona-Impfungen mit Biontech/Pfizer häuften sich die Fälle von Herzmuskelentzündungen. Eine Studie sieht nun einen Zusammenhang. Die Forschung ist gespalten. (Luisa Ebbrecht)

Auch interessant

Kommentare