Kostensenkung und Verkäufe

Commerzbank steigert Gewinn überraschend stark

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Die Zentrale der Commerzbank in Frankfurt am Main. Foto: Arne Dedert/dpa

Ende September legt das teilverstaatlichte Institut Pläne für einen radikalen Umbau vor, um sich für den Wettbewerb zu rüsten. Jetzt präsentiert das Geldhaus erste Zahlen für das 3. Quartal. Die kommen nicht nur früher, sondern fallen auch besser aus als erwartet.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Commerzbank hat ihren Gewinn im dritten Quartal überraschend stark gesteigert.

Dank des Verkaufs der Tochter Ebase, gesunkener Kosten und weniger Vorsorge für faule Kredite stieg der Überschuss im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35 Prozent auf 294 Millionen Euro, wie das im MDax gelistete Geldhaus auf Basis vorläufiger Zahlen mitteilte. Das war mehr, als von der Bank befragte Analysten im Schnitt erwartet hatten.

Die Erträge der Commerzbank kletterten - beeinflusst von Sondereffekten - um zwei Prozent auf knapp 2,2 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte ebenfalls stärker als erwartet zu - um knapp 30 Prozent auf 448 Millionen Euro.

An der Börse kamen die Nachrichten gut an. Der Kurs der zuletzt stark gebeutelten Commerzbank-Aktie legte zeitweise um bis zu 4,5 Prozent zu und ging am Abend mit einem Plus von 2,34 Prozent auf 5,59 Euro aus dem Handel. Von seinem Zwischenhoch von mehr als acht Euro aus der Phase der letztlich gescheiterten Fusionsgespräche mit der Deutschen Bank ist er aber immer noch weit entfernt.

Ein Großteil des Gewinnanstiegs im Sommer stammt aus dem Verkauf von Ebase. Die auf das Maklergeschäft spezialisierte Tochter gehörte bis Juli zur Comdirect, der Online-Tochter der Commerzbank. Der schon länger geplante Verkauf an den Londoner Finanztechnologieanbieter FNZ Group war im Juli abgeschlossen worden. Daher verbuchte die Commerzbank den Gewinn wie erwartet im dritten Quartal.

Allerdings hat das teilverstaatlichte Institut auch den Zinsüberschuss um 2,7 Prozent gesteigert. Die operativen Kosten und Pflichtbeiträge gingen den Angaben zufolge um 2,5 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro zurück. Sowohl im Geschäft mit Privatkunden und kleinen Unternehmen wie Handwerkern als auch in der Sparte für Firmenkunden legte der operative Gewinn zu. Das komplette Zahlenwerk will das Institut wie geplant am 7. November veröffentlichen.

Commerzbank-Chef Martin Zielke hatte erst Ende September Pläne für einen radikalen Konzernumbau vorgestellt, mit denen er das Geldhaus angesichts der niedrigen Zinsen und des scharfen Branchenwettbewerbs wetterfest machen will. Demnach will die Commerzbank 4300 Vollzeitstellen streichen und zugleich 2000 Jobs in strategischen Bereichen wie Vertrieb, IT und Regulatorik aufbauen. Zudem will Zielke 200 der rund 1000 Geschäftsstellen des Instituts schließen. Die Commerzbank hatte zuletzt 40.700 Vollzeitkräfte.

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