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FDP rüttelt nach Umfrage-Paukenschlag an Kanzler-Triellen - ARD behält sich Änderung vor

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Von: Cindy Boden

FDP-Chef Christian Lindner spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung in Sachsen-Anhalt mit Mikrofon.
FDP-Chef Christian Lindner spricht auf einer Wahlkampfveranstaltung in Sachsen-Anhalt. © Matthias Bein/dpa

Die FDP holt in Umfragen zur Bundestagswahl auf. Auch der dritte Platz für die SPD scheint nicht mehr sicher. Die Liberalen stellen nun Forderungen.

Berlin - Bei der Bundestagswahl* im Herbst schicken drei Parteien einen offiziellen Kanzlerkandidaten beziehungsweise eine Kanzlerkandidatin ins Rennen. Besonders bei TV-Runden sorgt das für Veränderung: Statt Duellen gibt es „Trielle“. Doch eine Partei findet das nach den jüngsten Umfrageergebnissen nicht mehr adäquat: die FDP*.

Nach den bisherigen Planungen ist die Partei in den Triellen nicht dabei. Lediglich bei Runden mit allen großen Parteien und ihren Spitzenkandidaten bekommt die FDP einen Platz eingeräumt. Doch jetzt sehen die Liberalen die Umfragewerte auf ihrer Seite. Denn in einer aktuellen Befragung des RTL/ntv-“Trendbarometers“ (2. Juni) zieht die FDP mit der SPD gleich* - die Parteien kommen jeweils auf 14 Prozent der Stimmen. Auch in einer INSA-Umfrage vom 31. Mai kam die FDP der SPD deutlich näher*.

FDP schließt in Umfrage zur Bundestagswahl zu SPD auf - „Derzeit hat Christian Lindner dieselben Chancen, Bundeskanzler zu werden, wie Olaf Scholz“

Deshalb fordert die FDP jetzt die Fernsehsender zu einem Überdenken ihrer Planungen für die Kandidatenrunden auf. „Die Tatsache, dass die FDP in Umfragen auf Augenhöhe mit den Sozialdemokraten ist, eröffnet die Frage, wie die Fernsehanstalten, die mit einem sogenannten ‚Triell‘ planen, darauf reagieren“, sagte der stellvertretende FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki am Mittwoch der dpa.

„Derzeit hat Christian Lindner dieselben Chancen, Bundeskanzler zu werden, wie Olaf Scholz. Der bisherigen Logik folgend, müsste entweder Olaf Scholz aus diesen Runden ausgeladen werden, oder Christian Lindner müsste eingeladen werden“, führte er demnach weiter aus. Nur die Tatsache, dass die SPD Olaf Scholz* offiziell mit dem Titel Kanzlerkandidat gekrönt hat, reiche nicht aus. „Dann könnte jede andere Splitterpartei auch einen solchen aufstellen und den Anspruch stellen, in diese Runden eingeladen zu werden.“

Video: Umfragewerte - Union wieder knapp vor den Grünen

Geplante TV-Trielle zur Bundestagswahl mit Armin Laschet (CDU), Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne):

Auf Merkur.de-Anfrage zu dem FDP-Vorstoß teilt das Erste mit: „Für unsere Planung entscheidend ist zunächst der Zeitpunkt der Einladung zum Triell. Natürlich bleibt die Entwicklung in den kommenden Monaten abzuwarten. Sollten sich die Mehrheitsverhältnisse bei sämtlichen großen Umfragen deutlich und stetig verschieben, werden wir auch die Kandidatenzusammensetzung neu überdenken. Zum jetzigen Zeitpunkt sehen wir keinen Handlungsbedarf.“

Auch wenn Christian Lindner bisher nicht zu diesen TV-Terminen eingeladen ist, so tritt er weiterhin immer wieder in Talkshows auf. Jüngst lieferte er sich zum Beispiel bei „Anne Will“ einen kuriosen Kuschelauftritt mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Scholz hat unterdessen mit einer heftigen Attacke in Richtung CDU für Aufruhr gesorgt. (cibo) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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