Ohne ein zweites Mal gewählt worden zu sein

Brite Cameron verzichtet auf dritte Amtszeit

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David Cameron.

London - Der britische Premierminister David Cameron hat eine dritte Amtszeit ausgeschlossen - noch bevor er für ein zweites Mandat wiedergewählt wurde.

Der konservative Politiker sagte am Montagabend der BBC, es gebe einen Zeitpunkt, an dem eine "frische Führung gut ist". Eine dritte Amtszeit ziehe er daher "nicht in Erwägung". Bei den Parteien und Kommentatoren sorgte seine überraschende Ankündigung für Kontroversen.

Cameron ist seit 2010 Premierminister. Bei den Anfang Mai anstehenden Wahlen bewirbt er sich für eine zweite Amtszeit. Seine Tories liegen derzeit in den Umfragen gleichauf mit der oppositionellen Labour Partei. In dem in Camerons Haus in seinem Wahlkreis Oxfordshire geführten Interview nannte er drei potenzielle Kandidaten für die britische Führung ab 2020: Innenministerin Theresa May, Finanzminister George Osborne sowie Londons Bürgermeister Boris Johnson. Die Partei habe "viele Talente" zu bieten, sagte Cameron.

Bei der Labour-Opposition und bei seinem liberalen Koalitionspartner kamen die Äußerungen des Regierungschefs schlecht an. Der Chef des Labour-Wahlkampfteams, Douglas Alexander, warf Cameron "Arroganz" vor - dieser äußere sich schon über die Führung des Landes ab dem Jahr 2020, bevor der Wähler über die Führung in den kommenden fünf Jahren entschieden habe. Ein Sprecher der Liberaldemokraten erklärte, es sei "anmaßend", sich vor den Wahlen so zu äußern.

Der Tory-Abgeordnete Michael Gove dagegen bezeichnete Cameron als "anständig": Er strebe nicht nach Ruhm oder Reichtum und habe gesehen, wie "andere Führer - Tony Blair traurigerweise inbegriffen - zu lange am Amt klebten".

Tatsächlich hatte der damalige Labour-Premierminister im Jahr 2004 und damit noch vor seinem dritten Wahlsieg 2005 angekündigt, dass er keine vierte Amtszeit mehr anstrebe. Sein parteiinterner Rivale Gordon Brown richtete daraufhin seine Bemühungen, Blair aus dem Amt zu drängen: Im Jahr 2007 und damit drei Jahre vor Ablauf seines Mandats überließ der Premier den Posten seinem Finanzminister. Bis heute gilt seine vorzeitige Ankündigung als Fehler.

Nach Auffassung der Zeitung "The Times" läuft nun auch Cameron mit seiner Ankündigung Gefahr, seinen Führungsanspruch innerhalb der Partei zu untergraben. Sein möglicher Nachfolger Johnson sagte seinerseits, der Wirbel um Camerons Bemerkungen sei "viel Wind um nichts". Fünf Jahre seien eine sehr lange Zeit, und der nächste Chef der Tories sei möglicherweise ein "Baby, das noch nicht geboren wurde", fügte Johnson hinzu.

AFP

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