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Jugendliche prügeln trans Frau ins Krankenhaus: Polizei ermittelt Verdächtige

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Von: Moritz Serif

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Malte C. war erst kürzlich nach einem Hassangriff verstorben. Nun wurde eine Transfrau in Bremen verletzt
Malte C. war erst kürzlich nach einem Hassangriff verstorben. Nun wurde eine trans Frau in Bremen verletzt (Archivfoto). © Bernd Thissen/picture alliance/dpa

Achtung, Triggerwarnung: In Bremen attackiert eine Gruppe von Jugendlichen eine trans Frau und verletzt sie schwer. 

Update vom Dienstag, 13. September, 10.10 Uhr: Rund eine Woche nach einer Attacke auf eine 57-jährige trans Frau in einer Bremer Straßenbahn hat die Polizei vier Verdächtige im Alter zwischen zwölf und 13 Jahren ermittelt. Sie seien anhand von Videoaufzeichnungen als mutmaßliche Mitglieder der Tätergruppe identifiziert worden, teilte die Polizei in der Hansestadt am Dienstag mit. Die 57-Jährige war von etwa 15 Jugendlichen massiv beleidigt und von einem aus der Gruppe durch Faustschläge verletzt worden.

Angriff in Bremen: Jugendliche prügeln trans Frau ins Krankenhaus

Erstmeldung vom Montag, 5. September 2022: Bremen – Eine Gruppe Jugendlicher hat eine trans Frau in Bremen in einer Straßenbahn angegriffen, beleidigt und schwer verletzt. Anschließend seien die Jugendlichen geflohen, teilte eine Polizeisprecherin mit. Erst am Freitag (2. September) war ein 25 Jahre alter trans Mann, der am Rande des Christopher-Street-Day-Festes niedergeschlagen wurde, gestorben.

Laut Polizei war die Bremerin gegen 19.35 Uhr in einer Tram unterwegs, als an einer Haltestelle in der Innenstadt eine Gruppe von zehn bis 15 Jugendlichen zustieg. Sie beleidigten sie als „Scheiß Transe“ und rissen ihr die Perücke vom Kopf. Ein Täter, der von Zeugen auf 14 bis 16 Jahre geschätzt wurde, schlug der 57-Jährigen mit beiden Fäusten ins Gesicht.

Angriff in Bremen: Trans Frau kommt schwer verletzt ins Krankenhaus

Der andere Teil der Gruppe feuerte den Angreifer an. Erst als andere Fahrgäste eingriffen, ließ die Gruppe von ihr ab und stieg aus der Bahn aus. Das Opfer kam mit schweren Gesichtsverletzungen in ein Krankenhaus.

Nach Angaben der Polizei werden die Videos der Überwachungskamera in der Bahn ausgewertet. Der Staatsschutz habe inzwischen die Ermittlungen aufgenommen, heißt es. Man ermittele wegen Hasskriminalität und gefährlicher Körperverletzung. Zeugen, die etwas mitbekommen haben, melden sich bitte unter der Telefonnummer 0421/362-3888 bei der Polizei.

Gewalt gegen trans Menschen nimmt drastisch zu

Angriffe dieser Art sind in Deutschland übrigens keine Seltenheit. Belltower News berichtet, dass die Gewalt gegen trans Menschen seit mehreren Jahren drastisch ansteige. So habe das Bundesinnenministerium für das Jahr 2020 deutschlandweit 304 transfeindliche Straftaten gemeldet – 35 davon waren Körperverletzungen. 2020 waren es 36 Prozent mehr Angriffe als im Vorjahr.

Allerdings lasse sich anhand dieser Zahlen nicht ableiten, ob Gewalt gegen queere Menschen wirkliche zunehme oder mittlerweile sichtbarer geworden sei. Das Nachrichtenportal geht jedoch davon aus, dass die Dunkelziffer noch viel höher ist. Nur ein kleiner Bruchteil der transfeindlichen Angriffe würden den Behörden gemeldet oder als solche eingeordnet. Es gebe nicht ausreichend geschulte Beamtinnen und Beamte in Deutschland bei der Polizei. (mse/epd/dpa)

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