Rettungsschiff

„Aquarius 2“ droht Verlust der Flagge - Aufruf an europäische Staaten

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Das Rettungsschiff „Aquarius 2“ soll seine Flagge verlieren.

Das Rettungsschiff „Aquarius 2“ will in den vergangenen Tagen auf dem Mittelmeer an Bord genommene Migranten ins südfranzösische Marseille bringen.

Paris - Das Rettungsschiff „Aquarius 2“ will in den vergangenen Tagen auf dem Mittelmeer an Bord genommene Migranten ins südfranzösische Marseille bringen. Die Hilfsorganisation SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen baten die französischen Behörden, die 58 Geretteten dort von Bord gehen zu lassen. Das Schiff sei auf dem Weg nach Marseille, kündigten sie am Montag bei einer Pressekonferenz in Paris an.

„Aquarius 2“ gezwungen, Heimathafen anzusteuern

Hintergrund ist, dass Panama angekündigt hatte, die „Aquarius 2“ aus seinem Schifffahrtsregister zu löschen und ihr damit die Flagge zu entziehen. Es sei nötig, den Heimathafen anzusteuern, um die Flagge zu wechseln, sagte Frédéric Penard, der Operationschef von SOS Méditerranée. Der Sitz der Organisation ist in Marseille. Penard berichtete zudem, dass Italien und Malta dem Schiff erneut verweigert hätten, die Migranten in einem ihrer Häfen an Land gehen zu lassen.

Sophie Beau von SOS Méditerranée in Frankreich rief Panama dazu auf, die Entscheidung zum Entzug der Registrierung rückgängig zu machen. Andernfalls rufe die Organisation die europäischen Staaten dazu auf, das Schiff in einem anderen Land zu registrieren, damit es unter einer europäischen Fahne fahren kann. Penard sagte, es gebe eine „absolute Notwendigkeit“ für die privaten Rettungsaktionen. Seit Beginn des Jahres sind laut Internationaler Organisation für Migration mehr als 1700 Menschen bei dem Versuch ertrunken, das zentrale Mittelmeer zu überqueren, oder gelten als vermisst.

Salvinis Null-Toleranz-Politik

In den letzten Monaten waren mehrere Rettungsboote - darunter auch schon die „Aquarius“ - mit aus Seenot geretteten Migranten an Bord tagelang auf dem Mittelmeer blockiert gewesen. Der italienische Innenminister Matteo Salvini verfolgt seit Antritt der neuen Regierung in Rom im Juni eine Null-Toleranz-Politik gegen Migranten, die mit Booten versuchen, illegal Italiens Küsten zu erreichen.

dpa

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