Finanzplanung selber machen

Zeitaufwendig, aber vorteilhaft: Mit der richtigen Finanzplanung lohnende Vorteile sichern

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Ein ordentlicher Finanzplan ist unabdingbar.  

Es lohnt sich sehr, Zeit in die Erstellung eines Finanzplans zu investieren, da dieser bei der Unternehmensstrategie und der Akquirierung von Fremdkapital hilft.

Eine gute Finanzplanung, die gut strukturiert ist und auf möglichst realitätsnahen Schätzungen basiert, ist ein stabiles Fundament für ein kontinuierliches Wachstum eines Unternehmens. Insbesondere dann, wenn ein Unternehmen auf Fremdkapital oder staatliche Fördermittel angewiesen ist, ist ein ordentlicher Finanzplan unabdingbar. Er gibt externen Personen wie Investoren und Bankmitarbeitern die Möglichkeit, die wirtschaftlichen Chancen des Unternehmens einzuschätzen und trägt durch die genauere Planung der Finanzen zum Unternehmenserfolg bei.



Wie ist ein Finanzplan aufgebaut?



Finanzpläne haben eine klare Struktur und setzen sich aus mehreren Teilplänen zusammen, die helfen, den Überblick über verschiedene Geschäftsaktivitäten zu bewahren:



  • Umsatz- und Kostenplan 
  • Liquiditätsplan (gibt den Kapitalbedarf an)
  • Finanzierungs-, Investitions- und Rentabilitätsplan 



Da diese Pläne alle miteinander in Verbindung stehen, ist es sinnvoll, sie in einem speziellen Finanzplanungs-Tool oder in einer gemeinsamen Mappe in einem Tabellenkalkulationsprogramm wie Microsoft Excel oder Open Office Calc anzulegen. 



Umsatz-, Kosten- und Liquiditätsplan sind die drei essenziellen Bestandteile einer Finanzplanung, die unabhängig von der Unternehmensgröße notwendig sind. Der Umsatzplan ist die Basis des gesamten Finanzplans. Wie üblich werden hier die für den Umsatz ausschlaggebenden Mengen- oder Absatzzahlen mit ihrem Verkaufspreis pro Stück bewertet. Eine genaue Schätzung des zu erwartenden Umsatzes ist besonders wichtig, da die Genauigkeit des Umsatzplanes sich auf alle nachfolgenden Pläne auswirkt. So könnte auch beispielsweise eine Marktanalyse teil des Umsatzplanes sein. Diese hilft dabei, Konkurrenten und die gesamte Marktsituation und deren Einfluss auf den eigenen Umsatz besser einzuschätzen.


In den Kostenplan werden alle Kosten, aufgeschlüsselt nach variablen Kosten und Fixkosten, eingetragen. So kann beobachtet werden, wie die Aktivität des Unternehmens (beispielsweise Produktionsmenge) sich auf die Kostensituation auswirkt.


Der letzte essenzielle Bestandteil eines jeden Finanzplans ist der Liquiditätsplan. Hier werden lediglich Ein- und Ausgaben (Barzahlungen und Vorgänge, die über ein Bankkonto laufen) vermerkt. Der Liquiditätsplan zeigt an, ob Verbindlichkeiten und Rechnungen in Zukunft fristgerecht bezahlt werden können.

Komplexere Finanzpläne aufstellen

Der hier vorgestellte Finanzplan ist sehr simpel und reicht nur für kleine Unternehmen aus. Je genauer ein Finanzplan ist, desto besser: Der Unternehmenserfolg kann besser prognostiziert werden, wodurch der Unternehmer leichter Fremdkapital erhalten und seine Unternehmensstrategie präziser planen kann.


Im Internet gibt es viele hilfreiche Vorlagen, die zur Orientierung für die Erstellung eines eigenen Finanzplans dienen. Besser ist es jedoch, sich genau mit der Materie auseinanderzusetzen. Mit Fachbüchern von Haufe kann gelernt werden, die einzelnen Bestandteile eines Finanzplans genauer einzuschätzen, was zu einem präziseren Ergebnis führt. 


Wer langfristig ein erfolgreiches Unternehmen führen möchte, kommt nicht an der Erstellung eines Finanzplans vorbei, weshalb es sich lohnt, sich so früh wie möglich mit der Thematik der Liquiditätsplanung auseinanderzusetzen.



Praktische Umsetzung der Finanzplanung



1) In einem Tabellenkalkulationsprogramm werden für Einnahmen und Ausgaben jeweils zwölf Spalten erstellt, wobei jede Spalte für einen Monat steht. In die Zeilen am Rand der jeweiligen Tabelle werden die unterschiedlichen Arten von Einnahmen und Ausgaben eingetragen. In der letzten Zeile werden die Summen der Einnahmen bzw. Ausgaben gebildet, was unkompliziert mit der Summenformel des Programms funktioniert.



2) Analog zu den zwei vorherigen Tabellen wird eine Liquiditätstabelle erstellt. Für diese werden lediglich zwei Zeilen benötigt: Über- und Unterdeckung sowie Liquidität. 



3) Nach dem Erstellen der Tabellen werden die geschätzten Werte nach und nach in die Einnahmen- und Ausgabentabelle eingetragen. 



4) In den jeweiligen Feldern der Über- und Unterdeckung in der Liquiditätstabelle wird die Summe der Ausgaben des jeweiligen Monats von der Summe der Einnahmen abgezogen. Das Ergebnis sind die Gewinne und Verluste der entsprechenden Monate.



5) Die Liquidität eines Monats ist die Summe aus der Liquidität des Vormonats und der Über- bzw. Unterdeckung des aktuellen Monats.

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