Welche Kapitalanlagen versprechen gute Renditen?

Geldanlagemöglichkeiten: Sicherheiten und Risiken von Aktien, Immobilien & Co.

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Die Geldanlagemöglichkeiten sind vielfältig und jede Möglichkeit hat ihre Vor-und Nachteile. Wer Teile seines Kapitalvermögens investiert sollte daher genau über Sicherheiten, Risiken und Renditen Beschied wissen. 

Wer beschlossen hat Geld anzulegen und noch keine bestimmte Anlage im Sinn hat, kann bei der Recherche dazu schnell verzweifeln. Die Möglichkeiten sind gar unendlich: Aktien, Fonds, Immobilien, Edelmetalle und Zinsprodukte, wie Tagesgeld, Sparbuch und Co. Aber welche Möglichkeiten sind die sichersten und warum?

Von Risiken, Anlagedauer und Anlagezielen

Viele Verbraucher, die sich nach einer für sie geeigneten Anlagemöglichkeit umschauen und dabei die Orientierung verlieren, wenden sich an den Berater bei ihrer Hausbank. Sicherlich hat dieser auch einiges zu sagen und kann eine breite Palette an Vorschlägen geben – einige davon aber eventuell in eigenem Interesse. Denn die Bank möchte natürlich auch gerne hohe Provisionen verdienen und empfiehlt mitunter auch einmal überteuerte Produkte. Die bessere Lösung lautet daher, doch bei der Eigeninitiative zu bleiben und sich einen vernünftigen Überblick zu verschaffen. Damit lässt sich dann beispielsweise verhindern, dass das eigene Vermögen mittels niedrig verzinster Sparkonten kaum Rendite einbringt oder man sich durch kostspieligere Investments verzettelt.

Den Anfang jeder Geldanlage sollte die Betrachtung des gesamten Vermögens und zwei darauffolgende Fragen bestimmen: Wie lange soll das Geld angelegt werden? Wie viel Geld soll am Ende dieses Zeitraumes zur Verfügung stehen? Ohne eine genaue Überlegung zu Anlagedauer und Anlageziel kann auch keine passende Anlagemöglichkeit gefunden werden. Mit der Klärung der beiden Fragen steht gleichzeitig auch fest, ob es eine Anlage von kurzem, mittlerem oder langem Zeitraum sein soll. Anlagen bis zu 5 Jahren können als kurze Anlagen, bis zu 10 Jahren als mittlere und alle längeren Anlagen als Anlagen mit langem Anlagenhorizont bezeichnet werden.

Grundsätzlich gilt außerdem: mehr Risiko bedeutet höhere Renditechancen. Mit Aktien lässt sich also langfristig mehr Vermögen erwirtschaften, als mit Festgeld oder Bundeswertpapieren. Darunter leidet dafür die Sicherheit – zwischenzeitliche oder schlimmstenfalls längerfristige Kursverluste an der Börse sind keine Seltenheit.

Risikoklasse 1: Festgeld, Spareinlagen und Bundeswertpapiere

Die Einteilung von Anlagemöglichkeiten in Risikoklassen ist üblich, aber nicht allgemein oder offiziell definiert. Es kann also durchaus vorkommen, dass in einem anderen Überblick die Aktie in Risikoklasse 2 auftritt oder es insgesamt gar 5 Risikoklassen gibt. Dieser Überblick mit den 3 Klassen soll vor allem verständlich und einfach die grundsätzliche Unterscheidung der Risiken illustrieren und die wichtigsten Anlagemöglichkeiten knapp erläutern. 

Risikoklasse 1 lässt sich als sicherheitsorientiert bezeichnen. Eine der typischsten sicheren Anlagemöglichkeiten ist das 

Festgeld, eine sogenannte Termineinlage. Der Kunde zahlt sein Geld bei einer Bank seiner Wahl auf ein Festgeldkonto ein und kann nach einer gewissen Laufzeit (meist wird bei konkreten Finanzierungszielen mit 1-5 Jahren gerechnet) seine Zinsen einstreichen. Da Festgeldkonten in den Bereich der gesetzlichen Einlagensicherung fallen, ist der Anleger weder einem Zins- noch einem Kursrisiko ausgesetzt. Nachteile von Festgeldeinlagen sind die vergleichsweise niedrigen Renditen und die meist nicht bestehende Möglichkeit, Verfügungen vor Fälligkeit der Anlage zu erhalten.

Spareinlagen gelten, im Gegensatz zu Tages- und Festgeld bei vielen Menschen als veraltet. Dabei gehören gerade auch Sparbücher zu den sichersten Anlageprodukten, die es gibt. Sie verbriefen ausschließlich Zinsen als Ertrag, weshalb die Rendite – insbesondere während Niedrigzinsphasen, die sich gerne einmal auch über mehrere Jahre erstrecken können – natürlich extrem gering ist. Je nach dem, für welche Form der Spareinlage sich ein Kunde entscheidet, ändern sich Flexibilität und Verfügbarkeit der Verfügung. 

– Die sogenannten Bundeswertpapiere sind spezielle Papiere, die vom Bund emittiert werden. Die bekanntesten darunter sind die Bundesanleihen und Bundesschatzbriefe, wobei es noch eine Reihe weiterer Bundeswertpapiere gibt. Da der Staat der Emittent dieser Anlagen ist, gelten sie ebenfalls als sehr sicher. Die meisten Bundeswertpapiere bringen allerdings teilweise auch gerade noch einen Zinssatz von 1%. 

Wichtig ist, sich im Voraus über die Details der Papiere zu erkundigen, da sie sich in ihrer Struktur oftmals erheblich unterscheiden.

Risikoklasse 2: Immobilien und ihre Finanzierung

Gerade während bereits erwähnter Niedrigzinsphasen stellen Immobilien stark gefragte Kapitalanlagen dar. Vor allem auch als private Altersvorsorge eignen sich Immobilien gut und werden von vielen Experten gerade dafür als hervorragende Anlagemöglichkeit genannt. Und dafür ist nicht einmal unbedingt Eigenkapital notwendig. Egal, ob der Anleger die Immobilie selbst bezieht und sich somit die Miete für eine andere Wohnung spart, oder ob er wiederum vermietet und sich davon seine Rente aufbessert – Immobilien scheinen einigermaßen sicher und finanziell rentabel zu sein. Aber ist dem tatsächlich so? 

Die Antwort lautet: Jein. Da eine Immobilie im Gegensatz zu etwa einem Bundeswertpapier einen Sachwert darstellt, ist sie inflationsresistent (ausgenommen davon ist selbstverständlich das indirekte Investment in Immobilien mit Immobilienfonds). Durch die Inflationsresistenz hat sie somit einen großen Vorteil gegenüber den meisten Anlagemöglichkeiten der Risikoklasse 3.

Auch die Rendite, die sich bei der Kapitalanlage in Immobilien ergibt, ist ordentlich: sie speist sich aus den Einnahmen die bei der Vermietung des entsprechenden Objektes aus den Miterträgen entstehen oder aus der gewinnbringenden Veräußerung der Immobilie nach einigen Jahren oder Jahrzehnten, also dem Saldo zwischen An- und Verkaufspreis. 

Üblicher ist aber erstere Variante, das Vermieten oder Verpachten der Immobilie. Den Einnahmen stehen dabei einige mitunter extrem hohe Kosten gegenüber. Jene Kosten stellen den größten Knackpunkt für diese Art der Anlage dar. Denn dies sind nicht nur die Anschaffungskosten, sondern ebenfalls Kosten für die Instandhaltung des Objekts und weitere Nebenkosten, wie 

– Notarkosten

– Grunderwerbssteuer und beispielsweise 

– Maklercourtage, sowie den 

– Eintragskosten der Immobilie ins Grundbuch.

In der Regel werden Immobilien mittels entsprechender Immobilienkredite finanziert. Bei der Berechnung der möglichen Rendite der Immobilienanlage müssen also immer auch die Kreditzinsen zu den bereits genannten Kosten addiert werden. Zurzeit sind die Immobilienkredite allerdings erfreulich günstig. So beginnen viele Kredite bei einer Zinsfestschreibung von fünf Jahren schon bei unter 0,8%.

Bezüglich der Mannheimer Wohnlage ist übrigens festzuhalten, dass seit 2010 ein linearer Anstieg der Mietpreise und ein Aufwärtstrend der Kaufpreise nach längerer Stagnation zu verzeichnen ist. Besonders die Wohnkaufpreise in der Schwetzingerstadt sind enorm gestiegen: von 2010 bis 2015 wurde eine Steigerung der Preise um 61,6% festgestellt.

Risikoklasse 3: Aktien, Investmentfonds und Edelmetalle

– Sind die Kapitalmarktzinsen besonders niedrig, raten Experten immer wieder zu Sachwertanlagen, wie Immobilien oder Aktien. Wer eine Aktie erwirbt, erwirbt gleichsam auch ein Miteigentumsrecht an der Aktiengesellschaft. Der Ertrag, der durch die Aktie angezielt wird zu erwirtschaften, besteht entweder aus möglichen Kursgewinnen oder zusätzlich aus einer jährlich ausgeschütteten Dividende. Was die Sicherheit und Rendite dieser Anlagemöglichkeit angeht, lässt sich nicht verallgemeinern. Je nach Aktie gibt es hier große Unterschiede und nicht immer vorhersehbare Schwankungen, da Angebot und Nachfrage den Wert bestimmen.

Investmentfonds werden, im Unterschied zu Aktien, normalerweise nicht an der Börse gehandelt. Stattdessen ist die Fondsgesellschaft für die Preisfeststellung selbst verantwortlich. Zwar wirkt dies auf viele Anleger ein wenig intransparent und unsicher, insbesondere europäische Geldmarktfonds oder viele Rentenfonds gelten aber als relativ sicher. Außerdem können Investmentfonds zu jedem Zeitpunkt veräußert werden. 

– Gerade während globaler Krisen sind Edelmetalle – insbesondere Gold – als Anlage sehr beliebt. Fast allen Anlegern, die über ein etwas größeres Kapitalvermögen verfügen, kann zu Teilanlagen in Gold geraten werden. Generell sollte der Anteil am Gesamtbestand des Vermögens in Form von beispielsweise Goldmünzen oder Goldbarren allerdings nicht mehr als 10% betragen. Denn mit der Investition in Gold ist kein unerhebliches Risiko verbunden: zwar besteht Inflationsschutz und das Gold ist prinzipiell jederzeit wieder veräußerbar, das Risiko, dass der aktuelle Kaufpreis geringer ist, als der zum Kaufzeitpunkt, besteht jedoch ebenfalls.

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