Geld sparen durch Fixkostensenkung

Fixe Ausgaben senken: So bleibt mehr Geld im Portemonnaie

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Wenn die Ausgaben zu explodieren drohen, sollten Betroffene sich vorher einen genauen Überblick verschaffen und bei den Fixkosten ansetzen.

Jeden Monat das gleiche Spiel: Der Kontostand nähert sich gefährlich der 0 und es wird überlegt, welche Lebensmittel noch drin sind. Haushalte, denen es so geht, suchen nach Möglichkeiten zum Sparen.

Fest Ausgaben, wie Miete oder den Beitrag zur Unfallversicherung, haben Familien oft nicht auf dem Radarschirm, wenn es ums Sparen geht. Dabei hilft der Rotstift hier nachhaltig weiter. Wichtig ist, ihn richtig anzusetzen. Ein Beispiel sind Versicherungsprämien. Viele Haushalte schließen im Lauf der Jahre Verträge ab – und denken nicht daran, diese beim Wegfall des Risikos wieder zu kündigen. Dabei lassen sich allein mit diesem Schritt oft einige hundert Euro im Jahr sparen.

Was sind Fixkosten?

In die Rubrik Fixkosten fallen jene Aufwendungen, welche in der Betrachtung einer zeitlichen Bezugsgröße konstant bleiben. Diese etwas steife Definition aus der Betriebswirtschaftslehre umreißt den Begriff der Fixkosten allerdings schon sehr genau. Es handelt sich um alle Ausgaben, die ein Haushalt in fester Höhe zu stemmen hat.

Betrachtet auf ein Jahr wären dies zum Beispiel:

  1. Miete 
  2. Abschlag auf die Stromrechnung 
  3. Versicherungsbeiträge 
  4. Grundgebühr für das Festnetztelefon 
  5. Kfz-Steuer.

Diese fallen unabhängig davon an, wie häufig ein Wirtschaftsgut wie das Auto benutzt wird.

Vorteil Planbarkeit

Für Haushalte stellen Fixkosten einen großen Teil der monatlichen wirtschaftlichen Belastung dar. Und feste Ausgaben haben einen wesentlichen Vorteil: Sie sind planbar. Eine dreiköpfige Familie weiß heute, welche Mietkosten auf sie in 30 Tagen zukommen. Diese Planbarkeit macht es einfach, eine Bilanz zwischen dem Einkommen und den Ausgaben aufzustellen.

Allerdings passiert es vielen Haushalten, dass diese Planbarkeit bequem werden lässt. Es wird nicht mehr hinterfragt, ob die Höhe der Fixkosten in ihrer aktuellen Form überhaupt noch gerechtfertigt ist.

Fixkosten im Alltag der Haushalte

Feste Kosten, die jeder Haushalt finanzieren muss, sind sicher schnell gefunden. Hier darf grundsätzlich eines nicht passieren – die Verwechslung mit wiederkehrenden variablen Ausgaben. Letztere sind beispielsweise die Benzinkosten fürs Auto. Gerade, wenn es darum geht die Kosten der Haushaltsführung aufzustellen – etwa im Rahmen der Aufstellung für eine Baufinanzierung – ist zudem ein weiterer Punkt zu berücksichtigen. Einige Fixkosten werden nur einmal im Quartal oder halbjährlich vom Konto eingezogen.

  • Stromkosten: Fixkosten sind hier der laufend zu zahlende Abschlag. Im Normalfall wird dieser jährlich im Voraus durch den Versorger nach Abrechnung der vergangenen Rechnungsperiode festgesetzt. Die Einziehung erfolgt meist im Lastschriftverfahren. Neben dem Abschlag auf den Verbrauch enthalten die Zahlungen auch die Grundgebühr, welche über den konstanten Zeitraum konstant bleibt. 
  • Flatrate für Handyvertrag oder Streaming: Flatrate-Modelle gab es lange nur für Festnetz-Telefonie und die mobile Kommunikation. Inzwischen setzen auch viele Entertainment-Dienste – welche das Streaming von Videos oder Musik anbieten – auf dieses Abrechnungsmodell. Der monatlich abgerechnete Preis ist im Normalfall gleich. 
  • Personen- und Sachversicherungen: Haushalten wird immer wieder – auch von Verbraucherorganisationen wie dem Bund der Versicherten – der Abschluss verschiedener Tarife empfohlen, bei anderen eher abgeraten. Zu den wichtigen Tarifen gehören unter anderem die BU-Versicherung, eine private Haftpflichtpolice oder die Hausrat. Generell richten sich die Prämien nach dem versicherten Risiko/Tarifierungsmerkmalen und werden für die Dauer eines Versicherungsjahres festgesetzt. 
  • Mieten/Leasing: An dieser Stelle geht es auf der einen Seite natürlich um die Mietwohnung. Mietzahlungen können aber auch an anderer Stelle fällig werden. Inzwischen wird hochpreisige Elektronik immer wieder gemietet oder ein Auto als Leasingfahrzeug in Anspruch genommen.

Wie lassen sich Fixkosten bei Festverträgen senken?

Fixkosten ergeben sich für Haushalte im Regelfall aus Verträgen, die zu einem bestimmten Zeitpunkt eingegangen werden. Welche Möglichkeiten bieten sich im Alltag, um hier den Rotstift anzusetzen? Laufzeitverträge sind ein generell schwieriges Thema, da sie an bestimmte Fristen gebunden sind.

1. Anbieterwechsel 

Eine sehr gute Möglichkeit, um direkt und indirekt zu sparen, ist immer noch der Wechsel des Anbieters. Prinzipiell anzuraten ist dieser Schritt, wenn es um Strom und Gas (also die Energieversorgung), Handy oder Telefon und Versicherungen geht. Damit dieser Schritt allerdings nicht zum „Rohrkrepierer“ wird, braucht es einige Vorbereitungen. Hierzu gehört als erste Stufe der Anbietervergleich. Nur mit dessen Hilfe wird klar, ob ein Wechsel überhaupt Sinn macht (indirekt sparen bedeutet, zum gleichen Preis bessere Leistungen zu erhalten). Anschließend kann gekündigt und ein Vertrag beim neuen Anbieter unterschrieben werden. Tipp: Wer Verträge online abschließt, hat ein Widerrufsrecht. Und kann damit durchaus zusätzlichen Spielraum in den Händen halten. 

2. Tarifwechsel 

Die gegenüber dem Anbieterwechsel etwas schwächere Form ist der Tarifwechsel. Hier bleibt ein Haushalt beim Handy oder Strom beim bisherigen Anbieter, kann mit dem neuen Tarif eventuell aber niedrigere Kosten erreichen. Zu prüfen ist allerdings, ob die damit verbundenen Leistungseinbußen diesen Schritt am Ende rechtfertigen. 

3. Verträge komplett kündigen 

Besonders effektiv ist es natürlich, Kostenverursacher komplett aus dem Portfolio zu streichen. Aber ohne Festnetz, Internet und Handy wollen nur weniger Haushalte leben. Deutlich schneller sind Verbraucher bereit, bei Versicherungen mit dem Rotstift zu arbeiten. Generell ist empfehlenswert, das Versicherungsportfolio regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen. Sobald die Kinder aus dem Haus sind und das Eigenheim bezahlt ist, kann zum Beispiel die Lebensversicherung zur Disposition stellen. Und eine BU-Versicherung macht für Frühpensionäre auch kaum noch Sinn. 

4. Verbrauchskosten senken 

Im Hinblick auf Abschläge auf Strom gibt es kein Sparpotenzial. Falsch, der Weg führt über den Anbieterwechsel oder einen – gegenüber dem letzten Jahr – Minderverbrauch. Im Regelfall passt der Versorger für das Folgejahr dann den Abschlag an, der Haushalt spart so. 

Teure Finanzierungen durch günstigere austauschen 

Für die Fixkosten darf ein Bereich nicht unterschätzt werden – Finanzierungskosten. Im Alltag greifen Haushalte gern zu 0-Prozent-Finanzierungen im Einzelhandel oder zu einem Kredit für die neue Couch und das Auto. Im Gegenzug wird von Banken der Kreditzins erhoben. Und dieser kann – gerade, wenn bei einem Vergleich nicht sauber gearbeitet wird – höher ausfallen. 

Aber auch aus dieser Kostenfalle gibt es einen Ausweg. Mithilfe einer Umschuldung wird das bestehende Darlehen durch einen neuen – diesmal allerdings günstigen – Kredit abgelöst. Hierbei hilft der Gesetzgeber. Inzwischen darf ein Verbraucherdarlehen laut Verbraucherkreditgesetz vorzeitig getilgt werden, die Vorfälligkeitsentschädigung ist gedeckelt. 

Bei einer Umschuldung sind jedoch auch sehr viele Fragen zu klären. Dies können Fragen zur Bonität und deren Bedeutung bei Umschuldung oder auch die Vorfälligkeitsentschädigungsberechnung sein. Wer sich hier vorher genau informiert, hat später weniger Ärger und kann mehr Geld sparen.

Unregelmäßige Ausgaben im Auge behalten

Vergleiche von Vertragsanbietern können in den verschiedensten Bereichen viel Geld einsparen.

Wenn Haushalte nach Möglichkeiten suchen, Kosten zu verringern, wird meist nur auf die letzten Monate geschaut. Allerdings fällt ein Aspekt hierbei sehr schnell unter den Tisch: Es gibt Ausgaben, die fallen zwar in konstanter Höhe an – allerdings nicht regelmäßig jeden Monat. Die Rede ist hier etwa von Versicherungsverträge, bei welchen sich Haushalte für die halbjährliche Zahlung entschieden haben.

Auch viele Steuerzahlungen laufen nur vierteljährlich oder jährlich auf. Heißt: Wer solche Aufwendungen nicht im Auge behält, verliert den Überblick zu Sparmöglichkeiten – oder hat nicht mehr alle Ausgaben im Überblick. Gerade bei Versicherungen oder Jahresabos sollte aber genau hingeschaut werden. Denn was nicht jeden Monat auf dem Kontoauszug steht, wird schnell zu kündigen vergessen. Und damit drohen im nächsten Jahr wieder Kosten, über welche sich geärgert wird. 

Fazit: Auch bei Fixkosten können Haushalte sparen 

Am Ende des Monats auf dem Konto mal wieder nicht viel los? Haushalte ärgern sich regelmäßig, dass es in der Haushaltskasse oft eng wird. Dabei hilft oft schon eine kurze Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben, um die hohen Lebenshaltungskosten zu erkennen. Und nicht immer sind es überteuerte Markenprodukte aus dem Supermarkt, welche die „Bilanz“ nach unten drücken. Gerade bei den Fixkosten haben viele Haushalte immer noch Einsparmöglichkeiten – lassen diese aber schlicht ungenutzt. Ein Abo, welches keiner mehr braucht, oder die Versicherung, die nicht mehr up2date ist. Sparen geht hier auf jeden Fall.

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