Viel diskutiertes Thema

Datenschutz im Netz: Was Nutzer selbst tun können

Das Thema Datenschutz wird im Netz immer wieder heiß diskutiert. Aber was können Nutzer für mehr Sicherheit tun?

Seit der DSVGO-Umsetzung hat sich bezüglich des Datenschutzes im Internet schon viel getan. Dennoch ist das Thema weiterhin präsent, da etliche Seiten durchaus konform zum Datenschutz gehen, der Nutzer hingegen bereitwillig Daten preisgibt. Aber was können Nutzer machen, um ihre Daten bei sich zu halten? Gibt es Möglichkeiten, einen Teil der übertragenden Daten speziell zu schützen? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Surfen im Internet ist gerade in Bezug auf die eigenen Daten oft ein Drahtseilakt - doch wie lässt sich die eigene Sicherheit erhöhen?

Persönliche Informationen einschränken

Es klingt hart, doch der größte Knackpunkt beim Datenschutz ist die Person des Nutzers an sich. Wir alle machen einige Fehler, sei es aus Bequemlichkeit, sei es aus Unachtsamkeit. Einige Beispiele im Überblick:

  • Genervtes Klicken – Hand aufs Herz: Wer liest sich die Cookie-Richtlinien von Internetseiten auch nur ansatzweise durch? Die meisten sehen schon, dass dort etwas von "existentiell, Marketing oder notwendig" steht, doch achtet jemand wirklich darauf, in welchem Feld sich der Haken befindet? Etliche dieser Cookie-Hinweise sind zudem so aufgebaut, dass sich hinter "Fortfahren" Häkchen in jedem Feld verbergen, "Fortfahren" ist auch schon als Vorauswahl hinterlegt. Nur, wenn "Speichern" gewählt wird, werden tatsächlich nur die notwendigen Cookies gespeichert.
  • Mitteilungsbedürfnis – auf den sozialen Netzwerken ist der Austausch gängig. Doch wer achtet hier beim Hochladen von Fotos auf die Meta-Daten derselben? Jedes Smartphone speichert gewisse Daten in der Datei ab. Sie müssen entfernt werden, ansonsten werden unnötige Daten zur Person mit gepostet.
  • Zugang gewähren – immer noch nutzen sehr viele Verbraucher Onlinespiele, die von Facebook abgehen oder einen Facebook-Log-in erlauben. Das Problem: Es wird sich mit Nutzername und Passwort bei dem Spiel angemeldet. Die Herausgeber haben nun also den Facebookzugang in den Händen und können sämtliche Daten des Nutzers auslesen, die von Interesse sein könnten.

Andere Probleme stellen E-Mail-Adressen dar. Es wird längst empfohlen, Fake-Adressen zu Log-in-Zwecken zu wählen, da diese nicht auf den Nutzer schließen lassen. Es macht einen Unterschied, ob die E-Mail-Adresse den Vor- und Nachnamen, eventuell noch mit Geburtsdatum preisgibt, oder doch nur "Gummibaum666".

Eigene IP verschlüsseln

Das Verschlüsseln der eigenen IP-Adresse ist ein weiterer Faktor des persönlichen Datenschutzes. Die IP kann viele Informationen übertragen:

  • Heimisches WLAN – über die IP wird der Standort sichtbar. Ist das Netzwerk zudem wenig geschützt, können sich Eindringlinge Zugang verschaffen und gleichzeitig Daten abfangen. Die Zugangsdaten zu Streamingdiensten zählen hier ebenso zu wie der Zugang zum Online-Banking.
  • Öffentliche Netze – Hotspots und öffentliche WLAN-Netze sind das Gegenbeispiel des Datenschutzes. Da die Zugänge offen zugänglich sind, können Betrüger auch sämtliche übertragenen Daten mühelos abfangen. Es ist sehr wichtig, niemals über diese Netzwerke wichtige Informationen zu übertragen: Kein Online-Banking, keine Vertragsdaten, keine wichtigen Dateien.

Aber wie lässt sich eine IP verschlüsseln? Sinnvoll ist die Nutzung eines VPN. Hierbei werden die eigenen Signale fehlgeleitet und mit anderen VPN-Nutzern durch einen gemeinsamen Datenzugriffspunkt in das eigentliche Internet geleitet. Es ist also unmöglich festzustellen, welche Daten von wem stammen. War das VPN einst eine "Nerdlosung" so gibt es heute diverse Möglichkeiten:

  • Einsteigerlösung – manche Browser integrieren bereits eine Art VPN. Das ist natürlich keine professionelle und überaus sichere Lösung, doch für den Einstieg oder zum Austesten ist sie praktisch.
  • Internet Security – in manchen Schutzlösungen ist mittlerweile ein VPN-Zugang integriert. Diese Lösungen sind professionell, sind aber natürlich an den Virenschutz gekoppelt. Läuft dieser ab, kann auch das VPN nicht genutzt werden. Zudem funktioniert dieser Dienst nur innerhalb der Lizenz. Wer nur einen Schutz für den Laptop hat, der kann das VPN nicht auf dem Smartphone nutzen.
  • VPN-Anbieter – diese bieten gezielt VPN-Lösungen für Nutzer an. Der Vorteil ist, dass die Netzwerke sowohl im Heimbereich wie auch unterwegs genutzt werden können. Der Dienst ist unabhängig von anderen Lösungen und kann somit frei gesteuert werden. Gerade für diejenigen, die oft unterwegs auf sensible Daten zugreifen, sind VPN-Dienste empfehlenswert.

VPN-Dienste sind ein hervorragender Weg, um seine eigenen Daten zu schützen. Die Anbieter sind heute gar nicht mehr teuer, zumal sie immerhin praktische Vorteile bieten. So lassen sich mitunter über ein VPN die amerikanischen Inhalte von Netflix sehen, die hier gar nicht zugänglich sind.

Was kann sonst noch getan werden?

Das wichtigste Kriterium rund um den Datenschutz ist tatsächlich das eigene Internetverhalten. Selbst die besten Sicherheitslösungen können nicht verhindern, dass Daten durch den Nutzer selbst preisgegeben werden. Einige Tipps für den Umgang mit dem Internet:

  • Gewinnspiele – sie sind wahre Datenkrallen. Oft müssen Name, Adresse und auch Internetdaten angegeben werden. Das Problem ist, dass die Betreiber auf diese Daten setzen und sie verkaufen oder für eigene Zwecke nutzen. Nutzer sollten genau hinschauen, ob und wo sie mitmachen.
  • Petitionen/Umfragen – sie können ähnlich wie Gewinnspiele verwendet werden. Oft genug müssen Angaben zur eigenen Person getätigt werden.
  • Achtsamkeit – grundsätzlich sollte bei allen Tätigkeiten auf den Datentransfer geachtet werden. Das beginnt bei verschlüsselten Verbindungen und endet bei den Zustimmungen bezüglich Apps. Gerade hier werden gerne Daten abgegriffen. Etliche Apps erwarten Berechtigungen, die nichts mit dem eigentlichen App-Typ zu tun haben.

Doch auch das regelmäßige Update des Betriebssystems und des Virenschutzes helfen bereits. Zugleich sollten Ad-Blocker genutzt werden. Nicht nur verstecken sich Viren und Trojaner hinter manchen Werbeeinblendungen, die Werbung kann ebenfalls Daten auslesen und abspeichern.

Wie lassen sich eigenen Daten besser absichern?

Fazit - Daten müssen selbst geschützt werden

Rund um den Datenschutz genügt es nicht, dass Gesetze und Vorgaben erlassen werden. Jeder muss für sich selbst darauf achten, keine wichtigen Daten unnütz im Netz zu verbreiten. Oft sind es wirklich schon die kleinen Unachtsamkeiten: Meta-Daten von Fotos, aber auch Bilder, die eindeutige Hinweise auf den Wohnort und das Haus geben. In anderen Fällen helfen Programme und VPN weiter, eine erhöhte Sicherheit zu haben. Doch auch sie bringen nichts, wenn unachtsam mit den eigenen Daten umgegangen wird. Im normalen Internetverkehr sollten E-Mailadressen schon keinen Anhaltspunkt auf die Person geben, noch weniger sollten bei Gewinnspielen oder ähnlichen Angeboten Realnamen samt Adresse angegeben werden. Zwar haben diese Versehen oft nur Werbung zur Folge, doch hinter jeder ungewollten Werbung verbirgt sich eine Datei, in der der eigene Name samt Adresse auftaucht. 

Rubriklistenbild: © Glenn Carstens-Peters / Unsplash.com

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