Maßnahme mit Beigeschmack

Großhändler Metro öffnet Pforten für alle Bürger - Es gibt jedoch einen Haken

Metro öffnet in Corona-Zeiten seine Pforten auch für herkömmliche Endkunden
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Metro öffnet in Corona-Zeiten seine Pforten auch für herkömmliche Endkunden.

Metro ist eine beliebte Anlaufstelle für Gewerbetreibende und Selbstständige. Während des Corona-Lockdowns entschließt sich der Großhändler zu einem besonderen Schritt.

  • Metro Deutschland vollzieht während des Corona-Lockdowns* eine Änderung des Geschäftsmodells.
  • Der Großhändler öffnet seine Pforten nicht mehr nur für Gewerbetreibende und andere Selbstständige.
  • Stattdessen können nun auch Privatleute bei Metro einkaufen. Die Maßnahme betrifft jedoch lediglich NRW.
  • Der Einzelhandel soll entlastet werden. Außerdem seien die Mindestabstände leichter einzuhalten.

Düsseldorf - Metro ist in Deutschland der bekannteste Großhändler für Lebensmittel oberhalb der handelsüblichen Mengen. Längst befinden sich jedoch nicht mehr nur Nahrungsmittel im XXL-Format im Sortiment, sondern auch Konsumgüter aus dem Non-Food-Bereich. Dazu gehören Haushaltsgeräte, Bekleidung, oder auch Küchengeräte. Für normale Verbraucher ist die Kette in der Regel nicht zugänglich. Üblicherweise haben ausschließlich Gewerbetreibende und andere Selbstständige im Besitz einer entsprechenden Karte die Möglichkeit, sich bei Metro mit Utensilien einzudecken.

Metro: Wegen Corona dürfen nicht mehr nur Gewerbetreibende beim Großhändler einkaufen

Von dieser Maxime wird jedoch aufgrund von Corona* abgewichen: Das Handelsunternehmen, dessen Vorläufer in den 60er-Jahren in Essen gegründete wurde, öffnet sein Angebot auch für alle anderen Menschen. Der Haken: Die Maßnahme betrifft derzeit lediglich das "heimische" Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo auch die Hauptzentrale in Düsseldorf sitzt. Ein weiterer Grund: Abgesehen davon, dass sich in NRW die „Homebase“ befindet, handelt es sich auch um das bevölkerungsreichste Bundesland.

Nun können in den 18 Metro-Filialen alle Einwohner auch ohne Vorzeigen einer Kundenkarte einkaufen. Die Aktion läuft vorläufig bis zum Ende des Monats (30. November) und soll den Einzelhandel entlasten. So begründet der Großhändler seine Entscheidung zur Öffnung für Privatkunden mit „Entzerrung des Kundenaufkommens in der Vorweihnachtszeit“.

Metro-Maßnahme in NRW: Solidarische Aktion oder vielmehr Mittel zum Zweck?

Jedoch gibt es einen Beigeschmack: Der Einzelhandel dürfte dem Angebot skeptisch gegenüberstehen: Schließlich fallen aufgrund des Corona-Lockdowns bei Metro viele Gewerbetreibende weg - damit entsteht unweigerlich ein Umsatzverlust. Die Erweiterung auf Privatkunden dürfte demzufolge eine Maßnahme sein, entgegenzuwirken. Der Warengigant sieht sich immer wieder Vorwürfen konfrontiert, er würde Privatkunden bedienen und somit das Verkaufsmodell von Einzelhändlern angreifen. Dazu sind aufgrund der Pandemie ohnehin viele Unternehmen von der Insolvenz bedroht.

Bereits im Frühjahr öffnete das Unternehmen in NRW aufgrund der Corona-Krise seine Warenhäuser für alle Kaufende. Dabei blieb es jedoch nicht: Auch in Mecklenburg-Vorpommern waren die Metro-Angebote für Jedermann verfügbar. In Österreich öffnete Metro sogar landesweit alle Filialen - auch deswegen, weil in großen Kaufhäusern die Mindestabstände leichter einzuhalten seien, als in herkömmlichen Supermärkten:

Identische Obst- und Gemüsesorten werden im Supermarkt oft zu unterschiedlichen Preisen verkauft. Doch warum ist das bei Aldi, Rewe, Edeka und Co. so? Verbraucherschützer kritisieren die Tricks der Supermärkte. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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