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Masern-Impfpflicht seit dem 31. Juli: Wer betroffen ist

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Von: Ares Abasi

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Ab dem 31. Juli gilt die Impfpflicht gegen Masern. Wer ist betroffen?
Ab dem 31. Juli gilt die Impfpflicht gegen Masern. Wer ist betroffen? © IMAGO/Martin Wagner

Die Nachweisfrist für die Masern-Impfpflicht endet am 31. Juli.

Berlin – Ab dem 31. Juli gilt eine Masern-Impfpflicht für Menschen, die in Gemeinschafts- und medizinischen Einrichtungen mit anderen Personen in Kontakt kommen. Das gilt für alle Menschen, die nach 1970 geboren wurden. Auch Schulkinder sind betroffen.

„Eine Person ist nach dem Gesetz impfpflichtig, sobald sie regelmäßig über einen längeren Zeitraum in einer im Gesetz genannten Einrichtung tätig ist, zum Beispiel in einem Krankenhaus oder einer Arztpraxis. Das umfasst unter anderem auch Reinigungsunternehmen“, erklärt Dr. Anette Wahl-Wachendorf, Fachärztin für Arbeitsmedizin und Ärztliche Direktorin des Arbeitsmedizinischen Dienstes der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (AMD der BG BAU).

Impfpflicht Masern: Zahlen in den letzten Jahren gestiegen

Die Ausrottung der Masern war in vielen Teilen der Welt in greifbare Nähe gerückt. Allerdings ist die Zahl der Infektionen in den letzten Jahren wieder gestiegen. Daher hat die Weltgesundheitsorganisation Masern 2019 zu einer globalen Gesundheitsbedrohung erklärt. Da Masern hoch ansteckend und keine harmlose Krankheit sind, treten bei etwa jeder oder jedem zehnten Betroffenen Komplikationen auf. Seit März 2020 ist deshalb das Masernschutzgesetz in Deutschland in Kraft. Sein Zweck ist es, besonders gefährdete Menschen und die Gesellschaft insgesamt vor gefährlichen und hochansteckenden Masernviren zu schützen.

Für Beschäftigte in Kindergärten, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen, Asylbewerber- und Geflüchteten-Unterkünften, Gesundheitseinrichtungen wie Krankenhäusern und Arztpraxen sowie Tagespflegepersonen müssen gegen Masern geimpft oder immun sein. Das ist seit zwei Jahren gesetzlich vorgeschrieben. Auch für Beschäftige in der Gebäudereinigung gilt die Pflicht, so Dr. Wahl-Wachendorf. Die Frist sollte ursprünglich am 31. Juli letzten Jahres enden. Danach wurde sie jedoch zweimal verlängert, da die Corona-Krise das Verfahren erschwerte. Nun ist sie am 31. Juli 2022 abgelaufen.

Seit dem 1. März 2020 gilt die Impfpflicht auch für Neuanmeldungen in Kindergärten und Schulen. In der zweiten Phase müssen auch für Kinder, die am 1. März 2020 bereits in der Einrichtung waren, bis zum 31. Juli 2022 Impfnachweise vorgelegt werden. Ungeimpfte Kinder können von der Kita ausgeschlossen werden, wie das Bundesgesundheitsministerium erklärt. In der Schule ist dies aufgrund der Schulpflicht nicht möglich. Es können Bußgelder bis zu 2500 Euro verhängt werden.

Masern-Impfpflicht: Gesundheitsämter überfordert

Die Landkreise warnen derzeit davor, dass viele Gesundheitsämter überfordert sein werden, wenn die Impfpflicht gegen Masern während der Corona-Krise stattfindet. Die Ämter seien nicht nur im Kampf gegen die Pandemie engagiert, sondern auch in diesem Zusammenhang, erklärte der Deutsche Landkreistag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. (aba/dpa)

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