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Grillkohle im Test: Zwei Marken kassieren „mangelhaft“

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Von: Julian Kaiser

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Beim Check von insgesamt 18 Holzkohle-Sorten sind klare Vergehen aufgefallen. Insbesondere auf die Herkunft des Holzes sollten Grillmeister achten.

Update (12. Juli 2022, 15:21 Uhr): NRW- Wie Ökotest RUHR24 mitgeteilt hat, ist ihnen bei der Bewertung einer Sorte ein Fehler unterlaufen. Die Weber Briquettes sind nicht „mangelhaft“, sondern „sehr gut“: Alle darin analysierten Holzarten seien durch das FSC-Zertifikat abgedeckt. Somit fielen zwei statt drei Produkte mit „mangelhaft“ durch den Test, und nun sind acht statt sieben Produkte „sehr gut“.

Erstmeldung, Freitag (24. Juni): Auch wenn der Gasgrill immer beliebter wird, greifen die meisten Grillenthusiasten für den ultimativen Brutzelspaß laut Öko-Test weiterhin auf Grillkohle zurück. Die körnige Holzkohle oder die Briketts versprechen schließlich rauchige Aromen und eine prasselnde Glut.

Laut dem Hamburger Thünen-Institut, das sich auf Zahlen des Statistischen Bundesamtes beruft, „lag der Verbrauch in Deutschland im Jahr 2016 bei 250.000 Tonnen – Tendenz steigend“. Wie RUHR24 berichtet, sind beim großen Holzkohle-Check von Öko-Test aber nun bestimmte Produkte krachend durchgefallen – die Gründe lassen aufhorchen.

Öko-TestDeutschsprachiges Verbrauchermagazin
Erscheinungsweisemonatlich (seit 1985)
HauptsitzFrankfurt am Main

Öko-Test: 18 Holzkohlesorten unter anderem auf Herkunft und Verunreinigungen gecheckt

Die Tester von Öko-Test, dazu zählten auch Wissenschaftler des Thünen-Instituts, nahmen für den großen Check insgesamt acht Marken körniger Holzkohle und zehn Marken Briketts unter die Lupe. Darunter waren auch zwei Alternativen aus Olivenkernen und Kokosnussschalen (mehr Testberichte auf RUHR24).

Gemeinsam mit den Wissenschaftlern wollte Öko-Test vorrangig wissen, was im zum Großteil aus dem Ausland importierten Holz wirklich drin steckt und ob es eventuell Verunreinigungen mit Fremdkörpern gibt. Hinzu kamen Bewertungskategorien wie die Vorglühzeit, die Temperaturentwicklung und das Brennverhalten.

Die Laboruntersuchungen zur Herkunft der Holzkohle sind wichtig, um dem Raubbau in Urwäldern und gegebenenfalls falschen Produktkennzeichnungen und Siegeln auf die Schliche zu kommen. Wenn der Anbieter, auch auf mehrmalige Nachfrage, keine Angaben zur Herkunft des Holzes macht, dann ist in der Regel etwas faul im Staate Dänemark.

Öko-Test: Drei Verlierer fallen wegen Herkunft, fehlender Transparenz und falscher Kennzeichnungen durch

Insgesamt wurden ganze sieben Grillkohle-Sorten mit „sehr gut“ bewertet. Je dreimal gab es die Note „gut“ und „befriedigend“, zweimal „ausreichend“ und dreimal „mangelhaft“. Zehn von 18 Produkten könnten die Tester demnach empfehlen. Alle Testergebnisse, darunter unter anderem die verunreinigten Produkte mit teils fossilen Rückständen sowie Leistungschecks, finden Grillmeister hier.

Grillfans schätzen an der Holzkohle das rauchige Aroma.
Beim Kauf von Grillkohle sollten Verbraucher auf die Herkunft des Produkts achten. ©  Frank Sorge/Imago; Öko-Test; Collage: Sabrina Wagner/RUHR24

Während das Holz der meisten Produkte überwiegend aus Osteuropa und zum Teil aus Afrika stammt, eint die drei Testverlierer ihre Herkunft aus tropischen, beziehungsweise subtropischen Gefilden. Die Hersteller zweier Testverlierer machten auf mehrmalige Nachfragen keine Angaben zur Herkunft des Holzes, zudem trugen die Produkte kein Nachhaltigkeitssiegel:

Öko-Test: Deklaration der Holzkohle und Laboranalyse stimmen nicht überein

Noch brisanter: Auf den Verpackungen der folgenden Holzkohle ist das im Labor nachgewiesene Holz aus tropischen oder subtropischen Klimazonen nicht als solches deklariert. Deshalb sei das FSC-Zertifikat auf der Verpackung, das nur für die europäischen Hölzer Hainbuche, Buche, Eiche und Birke gilt, für das Produkt nicht angemessen. Diese Hölzer stehen zwar auf der Verpackung, gefunden haben die Forscher aber nur Eiche und die erwähnten (sub-) tropischen Hölzer:

Die an sich umstrittene Verwendung von Tropenholz für die Holzkohle-Herstellung muss laut Öko-Test nicht zwangsläufig problematisch, sondern kann auch kennzeichnend für nachhaltige Holzwirtschaft sein. Die Verwendung massenhaft wachsender Resthölzer aus Forstprogrammen in Namibia sei beispielsweise sinnvoll, um die Verbuschung kostbaren Weidelands durch invasive Dornenbüsche zu verhindern, berichtet auch Das Erste.

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