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Taschentücher im Öko-Test: Bekannteste Marke versagt komplett

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Von: Daniel Hagen

Öko-Test hat mehrere Taschentücher-Marken getestet. Das bekannteste Produkt schneidet dabei gerade einmal mittelmäßig ab. Nur ein Hersteller erreicht zudem die Bestnote.

Taschentücher sind in unserer Welt allgegenwärtig. Man benutzt sie bei einer laufenden Nase, ausgelaufenen Getränken oder wenn eine Filmszene mal wieder so traurig ist, dass einem die Tränen kommen. Doch auch, wenn alle Taschentücher gleich aussehen, bieten nicht alle den gleichen Standard. So sind manche rauer als andere, zerreißen schneller oder beinhalten sogar schädliche Substanzen. Öko-Test* hat daher 21 Marken unter die Lupe genommen und strengen Tests unterzogen. Dabei gibt es eine große Überraschung. Das von den Deutschen allseits beliebte Tempo landet ganz weit hinten im Ranking. Wieso das so ist und welche Produkte besser abschneiden, verrät HEIDELBERG24*.

NameÖko-Test
KategorieVerbrauchermagazin
ErstausgabeApril 1985
Chefredakteur/GeschäftsführerHans Oppermann

Öko-Test: Taschentücher auf dem Prüfstand – Tempo landet ganz hinten

Unter den 21 Test-Teilnehmern befinden sich Eigenmarken von Supermärkten, Discountern und Drogerien, aber auch bekannte Marken wie Kleenex oder Tempo. Letzteres ist in Deutschland so beliebt, dass es zu einem Gattungsbegriff geworden ist. Die Leute fragen also eher „Hast du mal ein Tempo?“, als „Hast du mal ein Taschentuch?“ Das könnte damit zusammenhängen, dass es das Produkt bereits seit 1929 in Deutschland gibt. Gemeinsame Geschichte verbindet eben. Auf solche nostalgischen Gefühle verzichtet Öko-Test aber und bringt lieber die Fakten auf den Tisch!

Die erste Überraschung im Test ist, dass nur ein Produkt die Note „Sehr gut“ erhält. Dabei handelt es sich um „Danke Taschentücher 100% Recycling-Fasern, 4-lagig, Box“. Die Marke von Essity Germany überzeugt unter anderem durch Reißfestigkeit – auch wenn es nass ist – Stabilität, Saugfähigkeit und Weichheit. Neun weitere Produkte erreichen insgesamt eine Note von „Gut“. Dabei fällt sofort auf, dass alle aus recyceltem Material bestehen. Öko-Test macht in der Erklärung zu den Tests klar, dass Produkte, die nicht zu 100 Prozent aus Altpapier bestehen, bei den Ergebnissen „Inhaltsstoffen“ zwei Noten Abzug erhalten. „Denn im Hinblick auf Ressourcenverbrauch, Abwasserbelastung, Wasser- und Energieverbrauch in der Produktion schneiden Tücher aus Altpapier wesentlich günstiger ab als Produkte aus Primärfasern.“

Öko-Test: Aus diesen Gründen schneidet Tempo schlecht ab

Die restlichen elf Taschentücher-Marken müssen sich mit der Note „Befriedigend“ zufriedengeben. So richtig schlecht hat also kein Produkt abgeschnitten. Besonders auffällig ist dabei aber, wer als letzter auf der Liste genannt wird – nämlich das allseits beliebte Tempo-Taschentuch, das ebenfalls von Essity Germany hergestellt werden. Das Unternehmen aus Mannheim* landet damit auf dem ersten und dem letzten Platz. Dabei liegen die Eigenschaften der beiden Marken gar nicht so weit auseinander. Im Waschmaschinentest schneidet das Tempo sogar am besten von allen ab. Öko-Test hat vor kurzem auch Cremes getestet. Dabei sind mehrere Produkte komplett durchgefallen*.

Die größten Unterschiede spielen sich in den Inhaltsstoffen ab, weil das Tempo-Taschentuch aus Holz hergestellt und nicht recycelt worden ist. Zudem enthält das beliebte Produkt – wie mehr als die Hälfte der Testteilnehmer – einen problematischen Inhaltsstoff. Dabei handelt es sich um halogenorganische Verbindungen (AOX). Diese können über unterschiedliche Wege in das Produkt gelangen und Allergien auslösen. Der Test-Gewinner „Danke Taschentücher“ enthält davon nur Spuren. Auch andere Big-Player der Taschentuch-Industrie wie Sofits, Kleenex oder Floralis landen auf den hinteren Plätzen. (dh) HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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