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Omikron: „Sehr hohes Risiko“ – so gefährlich ist die neue Corona-Variante

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Von: Florian Römer

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In Südafrika breitet sich eine neue Corona-Variante aus. Diese könnte bald auf der ganzen Welt anzufinden sein. Daher schlägt die WHO Alarm.

Update vom 29. November, 10:00 Uhr: Die WHO hat die Omikron-Variante als „sehr hohes“ Risiko eingestuft. In einem Schreiben an die Mitgliedsstaaten warnt die Organisation am Montag davor, dass sich die Mutation des Coronavirus ebenfalls auf der ganzen Welt ausbreiten könnte. Daher sei mit steigenden Zahlen und ernsthaften Folgen zu rechnen. „Omikron hat eine beispiellose Anzahl von Spike-Mutationen, von denen einige wegen ihrer potenziellen Auswirkungen auf den Verlauf der Pandemie besorgniserregend sind“, heißt es im Schreiben der WHO. Derzeit seien aber weitere Forschungen nötig, um sich ein klareres Bild zu machen.

Wie Dr. Margaret Harris von der WHO im Interview mit 9 News Australia erklärt, gebe es derzeit mehr Fragen als Antworten – daher auch die große Sorge. Es sei daher wichtig, so schnell wie möglich die Antworten zu finden. So ist zum Beispiel unklar, ob die neue Variante womöglich die Delta-Mutation vertreiben könnte. Auch ist noch nicht ganz klar, wie sich die Impfungen auf das Virus auswirken. Dr. Harris vermutet, dass solche Antworten in ein paar Wochen zur Verfügung stehen könnten. Zudem habe es Fälle gegeben, in denen Menschen, die bereits mit einer anderen Variante infiziert gewesen sind, später erneut mit Omikron erkrankt sind.

Omikron: Neue Corona-Variante in Deutschland? Dieses Bundesland schlägt Alarm

Update vom 27. November, 11:15 Uhr: Die „besorgniserregende“ Omikron-Variante des Coronavirus ist nach Angaben des hessischen Sozialministers Kai Klose „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ in Deutschland angekommen. Das teilt der Grünen-Politiker am Samstagmorgen (27. November) auf Twitter mit. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika seien mehrere für Omikron typische Mutationen gefunden worden. „Es besteht also ein hochgradiger Verdacht, die Person wurde häuslich isoliert. Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus“, twittert der in Hessen auch für Gesundheit zuständige Minister.

Die erstmals im südlichen Afrika nachgewiesene Omikron-Variante (B.1.1.529) ist von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als „besorgniserregend“ eingestuft worden. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC spricht ebenfalls von ernsthaften Sorgen. Demnach könnte die Variante die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe erheblich verringern und das Risiko von Reinfektionen erhöhen. Welche genauen Auswirkungen die neue Variante hat, steht allerdings noch nicht fest. Bis es darüber Klarheit gebe, kann es laut WHO sogar noch Wochen dauern.

Omikron: WHO stuft neue Corona-Variante als „besorgniserregend“ ein

Update vom 26. November, 19:13 Uhr: Die WHO hat die neue Variante aus Südafrika als „besorgniserregend“ (Variant of Concern, VOC) eingestuft, teilt die Gesundheitsbehörde am Freitagabend (26. November) mit. Erste Ergebnisse zeigen, dass von der Variante B 1.1.529 ein höheres Risiko einer Neuinfektion ausgeht als von den anderen Risikovarianten.

Es wird angenommen, dass „Omicron“, wie WHO die Variante B 1.1.529 nennt, einen „Wachstumsvorteil“ gegenüber anderen Varianten hat und sich deutlich schneller ausbreitet. Aktuell laufen laut WHO diverse Studien zu der neuen Variante. Erste Ergebnisse können aber einige Wochen dauern.

Neue „Super-Variante“ mit über 30 Mutationen ‒ Wie gefährlich ist B 1.1.529?

Erstmeldung vom 26. November, 12:29 Uhr: In Deutschland ist Delta weiterhin die dominante Variante des Coronavirus. Sie macht aktuell fast alle der registrierten Neuinfektionen aus. Das könnte sich aber mittelfristig ändern, denn in der südlichen Hemisphäre zieht ein neuer „sehr unvorhersehbarer Feind“ auf, wie es Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla jüngst ausdrückte. In dem Land im Süden Afrikas waren die Infektionszahlen in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Laut Johns-Hopkins-Universität lag der 7-Tage-Mittelwert an neuen Ansteckungen in Südafrika vor zwei Wochen bei 275. Bis Donnerstag (25. November) ist der Wert auf 3.655 regelrecht explodiert. Verantwortlich könnte laut Wissenschaftlern die neue Corona-Variante B 1.1.529 sein.

Neue „Super-Variante“? B 1.1.259 mit mehr als zehn Mutationen

Bei Wissenschaftlern und Politikern sorgt die neue Variante aus Südafrika für Alarmstimmung. B 1.1.259 gebe „Anlass zu großer Sorge“, sagt RKI-Chef Lothar Wieler im Rahmen einer Pressekonferenz am Freitag (26. November). Der Grund: B 1.1.259 trägt laut Forschern eine „sehr hohe Anzahl von Mutationen“ in sich, erklärt Virologe Tulio de Oliveira. Die Rede ist von mindestens zehn Mutationen, andere Forscher sprechen von bis zu 30 am Spike-Protein. Zum Vergleich: Die Delta-Variante weist acht Mutationen auf, Beta drei.

Über die Auswirkungen auf Krankheitsverläufe und Impfschutz könne man aktuell noch nichts Konkretes sagen, führt RKI-Chef Wieler weiter aus. Die hohe Anzahl der Mutationen lasse aber auf eine höhere Übertragbarkeit schließen. Zusätzlich ist auch unklar, wie gut aktuelle Impfstoffe gegen die neue Variante wirken. Ersten Informationen zufolge trägt die neue „Super-Variante“ aber genau da „einige Mutationen, wo therapeutische Antikörper binden“, so Wieler. Und das könnte Auswirkungen auf den bestehenden Impfschutz haben.

„Besorgniserregend“? WHO prüft neue Variante B 1.1.259

Zwar sind in Südafrika noch wenige Fälle der neuen Variante nachgewiesen worden, Wissenschaftler sind aber wegen der rasanten Ausbreitung von B 1.1.259 alarmiert. Die Variante wurde bislang auch in Botswana und Hongkong entdeckt. Noch am Freitag (26. November) will die Weltgesundheitsorganisation WHO zusammenkommen, um über B 1.1.259 zu sprechen. Dabei wird geprüft, ob die Variante als „besorgniserregend“ eingestuft wird. Laut WHO-Expertin Maria van Kerkhove wird analysiert, welche Folgen die Variante für die Diagnostik, Therapien und Impfkampagnen hat. Ergebnisse werde es aber erst in „ein paar Wochen“ geben.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert angesichts der schnellen Ausbreitung von B 1.1.259 schnelles Handeln von der geschäftsführenden Regierung. „Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein“, mahnt Lauterbach und fordert Reisebeschränkungen, um „Zeit zu gewinnen“.

Neue Corona-Variante: Reiseverkehr aus südlichem Afrika eingeschränkt

Mittlerweile hat die Bundesregierung reagiert: Ab Samstag (27. November) wird der Flugverkehr mit Südafrika und einigen Nachbarländern drastisch eingeschränkt. Dann sind nur noch Einreisen für deutsche Staatsbürger möglich, die nach ihrer Ankunft unabhängig von Impf- oder Genesenen-Status für 14 Tage in Quarantäne müssten, erklärt Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Passagiere, die am Freitag aus Südafrika nach Deutschland geflogen sind, sollen sich testen und vorsichtshalber isolieren, rät Spahn. Die Lufthansa will Südafrika weiter anfliegen.

Eine Frau im Schutzanzug arbeitet bei einem Besuch von Bundesgesundheitsminister Spahn in einem Hochsicherheitslabor des «National Institute for Communicable Diseases (NICD)». Auf Bitten von Bundeskanzlerin Merkel reist Spahn parallel zum Staatsbesuch des französischen Präsidenten Macron nach Südafrika um zusammen mit Frankreich den Aufbau einer eigenen Impfstoffproduktion in Afrika zu unterstützen.
Frau in Schutzanzug in Hochsicherheitslabor. © Christoph Soeder/dpa

Zuvor hatten bereits Israel und Großbritannien den Reiseverkehr mit Südafrika stark reglementiert. Mittlerweile haben auch Österreich und Italien nachgezogen. Um die Ausbreitung von B 1.1.259 zu verhindern oder zumindest zu verlangsamen, schlägt die EU indes vor, jeglichen Reiseverkehr mit Südafrika zu kappen: „Die Kommission wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten vorschlagen, die Notbremse zu aktivieren, um den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika aufgrund der besorgniserregenden Variante B.1.1.529 einzustellen“, schreibt EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) auf Twitter. (rmx)

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