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Moderna-Impfung: Die Nebenwirkungen im Überblick

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Am 7. Mai hat das Paul-Ehrlich-Institut einen neuen Sicherheitsbericht zu den in Deutschland verwendeten Corona-Impfstoffen veröffentlicht. Wie sicher ist das Vakzin von Moderna?

Am 6. Januar 2021 wurde der Corona-Impfstoff der US-Firma Moderna in der EU zugelassen. Wie beim Vakzin von BioNTech nutzt das Unternehmen einen mRNA-Impfstoff, bei dem eine codierte Bauanleitung eines Teils von Sars-CoV-2 in den Körper gespritzt wird. Über einen Botenstoff (messenger (m)) gelangen diese in den Körper und regen Körperzellen an, das Spike Protein des Coronavirus* zu produzieren. Das Immunsystem trainiert daran anschließend seine Antwort. Ein eindringendes Virus wird in der Regel sofort erkannt und bekämpft. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Die Wirksamkeit des Vakzins von Moderna ist mit 94 Prozent sehr hoch und soll sogar zu 100 Prozent vor einem schweren Covid19-Verlauf schützen. Ein weiterer Vorteil des Vakzins ist, dass er sich bei normaler Kühlschranktemperatur 30 Tage lange haltbar ist und so besonders gut in Arztpraxen verimpft werden kann. Bei Raumtemperatur hält sich das Vakzin 12 Stunden. Eine Herausforderung ergibt sich beim Transport des Moderna-Impfstoffes, denn er braucht eine konstante Kühlung von minus 20 Grad. Somit muss eine durchgängige Kühlkette sichergestellt werden.

Moderna-Impfstoff: Hersteller passt Vakzin an Virusmutationen an

Der Wirkstoff von Moderna ist mit 14,70 Euro pro Dosis der teuerste der bereits zugelassenen Corona-Impfstoffe. Zum Vergleich: Eine Dosis BioNTech kostet etwa 12 Euro, das Vakzin von AstraZeneca etwa 2,50 Euro, Johnson & Johnson liegt bei 7 Euro. Bisher ist nicht erwiesen ob die Corona-Impfstoffe auch ausreichend gegen die grassierenden Virusmutationen wirken. Wie echo24* berichtet, hat der US-Hersteller Moderna deswegen frühzeitig reagiert und sein Vakzin an die südafrikanische Virus-Variante B.1.351 angepasst*. In einer klinischen Studie erwies sich der Impfstoff als sicher und wirksam. Möglicherweise könnte der veränderte Impfstoff auch einen Schutz vor der brasilianischen Variante P.1 liefern.

Moderna-Impfstoff: Diese Nebenwirkungen können auftreten

Der Impfstoff von Moderna wird generell gut vertragen. Die Nebenwirkungen sind vorwiegend nur leicht oder mittelschwer. Des Öfteren klagten Probanden über Schmerzen an der Einstichstelle, Müdigkeit, Schüttelfrost, Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen. Diese Symptome sind ein Zeichen dafür, dass der Körper Antikörper produziert. Die meisten Impfreaktionen sind völlig harmlos und verschwinden nach einiger Zeit wieder von selbst.

Bis zum 29. April 2021 sind in Deutschland 28.774.580 Impfungen durchgeführt worden, davon 1.667.261 Impfungen mit dem COVID-19-Impfstoff Moderna. Bis zu diesem Datum sind dem Paul-Ehrlich-Institut 3.073 Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfreaktionen zu dem Moderna-Vakzin gemeldet worden. Während nach Comirnaty Kopfschmerzen, Ermüdung und Schmerzen an der Injektionsstelle am häufigsten berichtet wurden, wurden nach Impfung mit Vaxzevria vor allem grippeähnliche Erkrankung, Fieber und Schüttelfrost gemeldet. Nach der Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Moderna wurden am häufigsten Lokalreaktionen, inklusive Schmerzen an der Injektionsstelle, gemeldet. 

Moderna: Wenig schwerwiegende Nebenwirkungen und Todesfälle nach Impfung

Bis zum 29. April sind dem Paul-Ehrlich-Institut knapp 5.000 Verdachtsfälle von schwerwiegenden unerwünschten Impfreaktionen gemeldet worden. Die meisten traten nach einer Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca (2.132) und BioNTech (2.386) auf. Nach einer Impfung mit dem Vakzin von Moderna waren es nur 175. Als schwerwiegende Reaktionen gelten solche, die eine Behandlung im Krankenhaus notwendig machen oder Reaktionen, die als medizinisch bedeutsam eingeordnet wurden, so das PEI. Zu den gemeldeten schweren Komplikationen zählen unter anderem anaphylaktische Reaktionen auf den Moderna-Impfstoff. In seinem Sicherheitsbericht geht das Paul-Ehrlich-Institut auch auf Herzmuskelentzündungen nach einer Impfung mit BioNTech ein.

Dem Paul-Ehrlich-Institut wurden bis Ende April 524 Todesfälle (0,0018 % der geimpften Personen) in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung bei Personen im Alter von 24 bis 102 Jahren gemeldet. 405 Todesfälle betrafen Personen, die mit Comirnaty geimpft worden waren. Bei 61 gemeldeten Todesfällen war nicht angegeben, mit welchem COVID-19-Impfstoff geimpft worden war. In zehn Fällen verstarben Personen nach Impfung mit dem COVID-19-Impfstoff Moderna und in 48 Fällen verstarben Personen nach Impfung mit Vaxzevria.

Comirnaty (BioNTech)COVID-19- Impfstoff ModernaVaxzevria (AstraZeneca)Impfstoff unbekannt
20 bis 39 Jahre2010
40 bis 59 Jahre19416
60 bis 79 Jahre683145
80+ Jahre2973634
Unbekannt190210

58 der 524 gemeldeten Todesfälle bezogen sich nicht auf eine Nebenwirkung, sondern auf eine COVID-19-Erkrankung. Die meisten Verstorbenen hatten mehrere Vorerkrankungen wie Karzinome, Niereninsuffizienz und Herzerkrankungen. Ein jüngerer Impfling verstarb vermutlich an den Folgen seines Drogenkonsums.

Um das Impftempo zu erhöhen, sind erst vor Kurzem die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson für alle freigegeben worden*. Das ist besonders vor dem Hintergrund von Lockerungen für vollständig Geimpfte* eine gute Nachricht. (kp) HEIDELBERG24* und echo24* sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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