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Salmonellen-Infektion: Welche Symptome auf eine Erkrankung deuten

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Von: Katja Becher

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Eine Lebensmittelvergiftung mit Salmonellen kann heftige Symptome auslösen und vor allem für Kinder gefährlich werden. Wie verhalte ich mich am besten, wenn ein Salmonellen-Verdacht besteht?

Salmonellen sind Bakterien, die auf der ganzen Welt vorkommen. Auch in Deutschland werden immer wieder größere Ausbrüche bekannt, denn der Erreger kann sich schnell im Magen-Darm-Trakt von Menschen und Tieren vermehren. Der häufigste Auslöser einer Salmonellen-Erkrankung ist die Übertragung durchs Essen. Wir erklären, wie man eine Salmonellen-Infektion erkennt – und sich im Ernstfall verhalten sollte.

BakterienSalmonellen
Wissenschaftlicher NameSalmonella (Salmonella enterica, Salmonella bongori)
Krankheits-SymptomeDurchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber

Salmonellen-Infektion: Wie gelangen die Bakterien in unseren Körper?

Laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gelangen Salmonellen am häufigsten über Lebensmittel in den Verdauungstrakt von Menschen. Die Bakterien breiten sich schnell auf ungekühlten Lebensmitteln aus, können aber auch durch schlechte Hygiene in der Küche auf unser Essen gelangen – zum Beispiel über verunreinigte Oberflächen, Besteck oder Schneidebretter.

Zu den am häufigsten mit Salmonellen belasteten Lebensmitteln zählen laut BZgA zum Beispiel nicht vollständig durchgegarte Eier und Eierprodukte wie zum Beispiel Mayonnaise, aber auch Speiseeis und rohes Fleisch. Aber auch pflanzliche Lebensmittel können mit Salmonellen belastet sein.

Symptome und Krankheitsbild: Woher weiß ich, dass ich mich mit Salmonellen infiziert habe?

Nach der Ansteckung mit Salmonellen bricht die Erkrankung den Angaben zufolge nach 6 bis 72 Stunden aus – meist nach 12 bis 36 Stunden. Bei Betroffenen äußert sich die „Lebensmittelvergiftung“ dabei vor allem mit Problemen im Magen-Darm-Trakt. Die häufigsten Anzeichen auf eine Salmonellen-Erkrankung laut BZgA:

Schwere Verläufe bei Salmonellen-Erkrankung: Kinder und Senioren besonders gefährdet

Vor allem Kinder, allen voran Säuglinge und Kleinkinder, sowie Senioren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sind bei Salmonellen gefährdet und reagieren auf eine Erkrankung besonders empfindlich. Bei schweren Verläufen kann der Verlust von Flüssigkeit und Salzen im Körper, etwa durch Durchfall und Erbrechen, zum Kreislaufkollaps oder Nierenversagen führen. In seltenen Fällen können auch Blutvergiftungen (Sepsis) auftreten.

Todesfälle durch Salmonellen sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Deutschland selten. Allerdings würde die Anzahl der Todesfälle in den Meldedaten unterschätzt, da oft eine einmal gemeldete Infektion nicht bis zum Ende der Erkrankung nachverfolgt wird.

Salmonellen sind ansteckend – das sind die häufigsten Übertragungswege

Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bei Salmonellen mit einer sogenannten Schmierinfektion möglich. „Dabei werden die Bakterien aus dem Darm über kleinste Spuren von Stuhlresten von Erkrankten an den Händen weitergetragen“, erklärt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Die Erreger gelangen dann von der Hand in den Mund.

Auch eine Übertragung von Tier zu Mensch sei demnach möglich, jedoch selten. Am ehesten würden sich Tierbesitzer laut Experten bei ihren Haustieren über Tierkot anstecken. Laut RKI bestehe insbesondere bei der Haltung von Reptilien eine Infektionsgefahr.

Salmonellen: Wie verhalte ich mich im Fall einer Erkrankung? Wann muss ich einen Arzt aufsuchen?

In der Regel klingt eine Salmonellen-Erkrankung innerhalb weniger Tage von alleine ab. In dieser Zeit sollte man darauf achten, viel zu trinken, leicht verdauliche Nahrung zu essen sowie körperliche Anstrengung möglichst zu vermeiden. Ganz wichtig: Wer an Salmonellen erkrankt ist, sollte keine Mahlzeiten für andere Personen zubereiten!

Bei hohem Fieber empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Auch Kleinkinder, Schwangere oder Senioren sollten ärztliche Hilfe suchen, vor allem wenn die Symptome länger als zwei bis drei Tage anhalten. Weitere Tipps zum Verhalten im Fall einer Salmonellen-Erkrankung und weitere Informationen gibt es auch unter infektionsschutz.de.

Salmonellen in einer Petrischale (Symbolfoto)
Salmonellen in einer Petrischale (Archivfoto) © Arno Burgi/dpa

Salmonellen: Wie lange dauert es, bis ich wieder gesund und nicht mehr ansteckend bin?

Bei Salmonellen gelten die Regeln des Infektionsschutzgesetzes. Wer beruflich mit Lebensmitteln zu tun hat, darf zum Beispiel vorübergehend nicht arbeiten. Auch Kinder unter 6 Jahren, bei denen ein Salmonellen-Verdacht besteht, müssen nach Angaben der BZgA zu Hause bleiben. Eltern müssen Schule oder Kita darüber informieren, dass ein Verdacht besteht. Wann die Einrichtung wieder besucht werden darf, entscheidet das zuständige Gesundheitsamt.

Dem RKI zufolge sind Erwachsene im Durchschnitt rund einen Monat ansteckend, Kinder unter 5 Jahren sogar 7 Wochen oder länger. Bei Kindern mit schweren Krankheitsverläufen wurde sogar bereits eine Ansteckungsgefahr von bis zu einem halben Jahr nachgewiesen.

Salmonellen-Ausbruch: Wie viele Fälle gibt es in Deutschland?

Laut Robert-Koch-Institut können Salmonellen-Erkrankungen als sporadische Fälle, Fallanhäufungen zum Beispiel in Familien, aber auch in größeren Ausbrüchen auftreten. In Deutschland gab es nach RKI-Angaben im Jahr 2018 insgesamt 15.732 Erkrankungen, der Gipfel der Infektionen wird dabei meist im Spätsommer erreicht. Vor allem betroffen seien Kinder unter 10 Jahren und am meisten Kleinkinder.

„Eine Zunahme an Einzelerkrankungen in einer bestimmten Region kann auf eine noch nicht erkannte Gruppenerkrankung mit gemeinsamer Infektionsquelle hinweisen“, erklärt das RKI. Zuletzt gab es zum Beispiel europaweit einen größeren Salmonellen-Ausbruch, der womöglich auf mehrere Chargen von Kinder-Produkten von Ferrero zurückgeführt werden könnte. Dass Behörden einen Rückruf wegen Salmonellen-Verdachts veranlassen, kommt in Deutschland immer wieder vor. (kab)

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