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Schutz vor Affenpocken: Medikamente und Impfung – wie man sich schützen kann

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Von: Josefine Lenz

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Immer mehr Fälle von Affenpocken werden bekannt – auch in Deutschland. Es gibt aber Impfstoffe und Medikamente, die vor einer Infektion schützen können:

Jetzt sind es schon drei! Auch in Deutschland steigt die Zahl der Affenpocken-Fälle, wenn auch nur langsam. Der erste Fall wurde vor wenigen Tagen in München festgestellt, hier hat sich ein Mann mit dem Affenpocken-Virus infiziert. Mittlerweile sind zwei weitere Personen aus Berlin an der Infektion erkrankt. Ihr Zustand sei stabil, Ermittlungen zu den Kontaktpersonen laufen. Um welche Affenpocken-Variante es sich genau handelt, ist noch unklar.

Erkrankung\tAffenpocken
KlassifikationVirus
Übertragungenger Kontakt mit Infizierten

Affenpocken in Deutschland: WHO fordert „dringend notwendige“ Maßnahmen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert nun eine Reihe von Maßnahmen gegen die Ausbreitung der Affenpocken. Am Samstag (21. Mai) heißt es von der UN-Organisation in Genf, dass es „dringend notwendig“ sei, das Bewusstsein für die Erkrankung zu erhöhen. Konkret müssen auch die Fälle umfassend ausfindig gemacht und isoliert werden. Ebenso sollen Ansteckungswege rückverfolgt werden.

Laut dem Gründungsdirektor des Helmholtz Instituts für One Health (HIOH) in Greifswald und Leiter der Projektgruppe Epidemiologie hochpathogener Erreger am RKI, Fabian Leendertz, handle es sich bereits um eine Epidemie. Es sei jedoch „sehr unwahrscheinlich, dass diese Epidemie lange dauern wird.“ Grund: Man kann sich gegen die Affenpocken schützen.

Schutz vor Affenpocken: Diese Medikamente und Impfungen gibt es

Laut Leendertz seien die Fälle über Kontaktverfolgung gut einzugrenzen. Es gebe zudem Medikamente und wirksame Impfstoffe, die helfen können. Laut dem Robert-Koch-Institut kann zur Behandlung ein entwickeltes Arzneimittel (Tecovirimat) eingesetzt werden.

Auch gehen Experten davon aus, dass eine Pockenimpfung gegen die Affenpocken helfen. „Aufgrund der Ähnlichkeit der Viren schützen Impfstoffe, die zum Schutz vor den echten Pocken (Variola) entwickelt wurden, auch vor Affenpocken“, schreibt das RKI.

Wie Merkur.de berichtet, teilt der Pockenexperte Jason Mercer von der Uni Birmingham mit, dass die Impfung eine Wirksamkeit von 85 Prozent gegen Affenpocken habe – und das sogar vier Tage nach dem Kontakt mit einer infizierten Person. In der EU ist ein Pocken-Impfstoff zugelassen, der modifiziertes Vacciniavirus Ankara (MVA) beinhaltet. In den USA und Kanada erstreckt sich die Zulassung dieses Impfstoffs auch auf die Impfung gegen Affenpocken.

Schutz vor Affenpocken: Corona-Maßnahmen helfen bei der Eindämmung

Die spanische Zeitung „El País“ berichtet, dass die Vermutung besteht, dass sich viele Infizierte bei der Gay Pride auf er Urlaubsinsel Gran Canaria infiziert haben. Reisebeschränkungen oder Absagen von Veranstaltungen in betroffenen Ländern sind aus Sicht der WHO aber nicht notwendig. Die Organisation weist zwar darauf hin, dass es bei Massenveranstaltungen zu Ansteckungen kommen kann, betont aber auch, dass Vorsichtsmaßnahmen gegen Covid-19 auch gegen Affenpocken wirken.

Laut RKI sollte man außerdem zum Schutz vor Affenpocken engen Kontakt sowie den Verzehr von potenziell infizierten Tieren (Affen, Nagetiere) meiden. Auch sollte man Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Erkrankten beachten.

Affenpocken: Diese typischen Symptome drohen bei einer Infektion

Affenpocken
Das von der UK Health Security Agency (UKHSA) zur Verfügung gestellte Bild zeigt Hautläsionen bei Patienten, bei denen Affenpocken nachgewiesen wurden. © UKHSA/dpa

Affenpocken: Viele Männer betroffen – Verläufe sind meistens mild

In den meisten Fällen verläuft eine Erkrankung mit den Affenpocken mild, treten typische Symptome einer Affenpocken-Erkrankung auf, sollte man dennoch zum Arzt.. „Die meisten Menschen erholen sich innerhalb von mehreren Wochen. Insgesamt ist die Prognose daher als günstig zu bewerten, allerdings können bei einigen Betroffenen auch schwere Verläufe auftreten. Bei Kindern unter 16 Jahren, die mit der zentralafrikanischen Virusvariante infiziert sind, beobachtet man eine Letalität von bis zu 11 Prozent“, so das RKI. Einige Personengruppen sind von Affenpocken deshalb besonders gefährdet.

Die Erkrankungen, die bisher in Europa, Nordamerika und Australien bekannt wurden, betreffen laut WHO hauptsächlich - aber nicht nur - Männer, die gleichgeschlechtlichen Sex haben. Wegen der noch eingeschränkten Beobachtungslage sei es sehr wahrscheinlich, dass Fälle in weiteren Bevölkerungsgruppen und Ländern auftauchen. Mit Stand von Samstag ging die WHO von rund 90 bestätigten Infektionen und 30 Verdachtsfällen aus. (jol/dpa)

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