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Affenpocken in BW: Wie sie übertragen werden – und man sich schützen kann

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Von: Teresa Knoll

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In Baden-Württemberg liegt der erste Patient mit Affenpocken im Krankenhaus. Jetzt ist die Frage berechtigt, wie das Virus übertragen wird und wie man einer Ansteckung am besten vorbeugt.

Eine neue Pandemie wird es laut Experten mit den Affenpocken zwar nicht geben, aber angenehm ist die Erkrankung trotzdem nicht. Auch in Baden-Württemberg leidet der erste Patient (Stand 24. Mai) an den typischen Symptomen. Sich gegen die Pocken-Variante zu schützen sollte leichtfallen, da die Übertragung von Mensch zu Mensch nur bei engem Kontakt stattfinden kann. 

ErkrankungAffenpocken
KlassifikationViren
Übertragungenger Kontakt mit Infizierten
SymptomeFieber, Pusteln, Kopfschmerz, geschwollene Lymphknoten

Affenpocken: Übertragung durch sexuellen und engen Kontakt

Das Virus wird durch Körperflüssigkeiten wie Tröpfchen in der Atemluft übertragen. Menschen, die mit Infizierten zusammenleben oder sie medizinisch versorgen, sind demnach einem höheren Risiko ausgesetzt. Auch kann man sich über die Pusteln anstecken, die sich nach einigen Tagen bilden, sowie über kontaminiertes Material wie Kleidung und Essgeschirr.

Die Übertragung kann laut RKI aber auch durch sexuellen Kontakt stattfinden. Laut einem Bericht der WHO wurden viele der Fälle in Kliniken für sexuell übertragbare Infektionen entdeckt. Es sei derzeit nicht sicher, ob auch durch direkten Geschlechtsverkehr Viren weiteregegeben werden, so die Organisation. 

Affenpocken: Schutz durch Pockenimpfung

Der erste Affenpocken-Infizierte in Baden-Württemberg kehrte von einer Reise aus Spanien zurück. Nach der spanischen Zeitung „El País“ besteht die Vermutung, dass sich viele Infizierte bei der Gay Pride auf der Urlaubsinsel Gran Canaria infiziert haben. Ob der Baden-Württemberger dort war, ist jedoch unklar. Er kommt aus dem Ortenaukreis und wird derzeit wegen Affenpocken im Uniklinikum Freiburg behandelt.

Laut WHO kann gegenwärtig nicht gesagt werden, wie viele Menschen sich mit den Affenpocken angesteckt haben oder noch anstecken, es werde jedoch mit weiteren Krankheitsfällen gerechnet. Die Pockenimpfung wirkt zu 85 Prozent auch gegen die Affenpocken. Für bestimmte Personengruppen wird bald vielleicht eine Affenpocken-Vakzination empfohlen. Eine Impfpflicht gegen Pocken gibt es in Deutschland seit 1980 aber nicht mehr.

Affenpocken: Übertragung durch Bisse und Sekrete

Affenpocken werden vom Tier auf den Menschen beim Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, infiziertem Fleisch übertragen, aber auch durch Bisse, Berührung von infizierten Sekreten oder engen Umgang mit Tieren. Die Ansteckungsgefahr von Mensch zu Mensch ist begrenzt, da sie nur bei engem Körperkontakt gegeben ist. Die längste, bisher dokumentierte Infektionskette lag bei sechs Fällen.

Ein Patient ist erst ansteckend, wenn schon unspezifische Symptome wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Infizierte sollten sich dann absondern und den Kontakt mit anderen meiden. In Deutschland gibt es wohl bald Quarantäne-Pflicht für die Erkrankung mit Affenpocken. Solange ein Infizierter Symptome hat, ist er ansteckend. Die Krankheit verläuft meist mild und dauert zwei bis vier Wochen. (resa)

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