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Lebensmittel-Kontrolle: Fleisch- und Honig-Skandal? Untersuchung mit Schock-Ergebnis

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Von: Tobias Becker

Deutschland - Honig und Fleischerzeugnisse wurden gezielt kontrolliert. Dabei wurde festgestellt, dass nicht immer das drinsteckt, was draufsteht - Betrug bei den Lebensmitteln!

Wer heute bereits sein Pausenbrot genossen hat, sollte jetzt vielleicht nicht weiterlesen. Denn es könnte sein, dass in der Wurst nicht das Tier drin war, was angegeben wurde. Das hat die diesjährige OPSON-Operation ergeben. OPSON X ist eine von Europol und INTERPOL koordinierte und von mehreren Staaten durchgeführte Operation, in der Betrugsfälle enttarnt werden sollen. In Baden-Württemberg und Deutschland wurde vor allem importierter Honig überprüft, was Teil einer europaweiten Untersuchung war. Auch Fleischerzeugnisse standen im Fokus. Es gab in beiden Fällen Betrügereien.

Betrug bei Honig und Fleisch - das Ergebnis der Lebensmittel-Kontrolle

Die deutsche Lebensmittelüberwachungsbehörde fand bei insgesamt 73 untersuchten Honigsorten drei Sorten, in denen Fremdzucker nachgewiesen wurde. Das macht vier Prozent aus. Aber: „Es geht hier nicht um eine Gesundheitsgefährdung durch Lebensmittel, sondern um Lebensmittelbetrug. Die verschiedenen Zucker des Honigs dürfen ausschließlich aus dem Nektar der Blüten oder aus Honigtau stammen. Es darf kein anderer Stoff hinzugefügt werden“, erklärt Florian Kuhlmey, stellvertretender Pressesprecher des Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit auf HEIDELBERG24*-Nachfrage.

LebensmittelAnzahl der untersuchten ProbenAnzahl der Proben mit Betrugsfall
Honig733
Fleischerzeugnis2647

Während die Honigproben bei Importeuren, Abfüllern und im Handel entnommen wurden, führten die Behörden in Bezug auf Fleischerzeugnisse Kontrollen im Groß- und Einzelhandel, der Gastronomie sowie den Hersteller- und Verarbeitungsbetrieben durch. Proben wurden von Wildfleischprodukten, Verarbeitungsfleisch sowie Fertigfleischerzeugnissen entnommen.

Auch beim Fleisch ging‘s ans Eingemachte und so entlarvten die Kontrolleure bei sieben der 264 Proben (drei Prozent) nichtzutreffende Angaben bei der Tierart. Kuhlmey: „Das ist ähnlich wie bei dem Pferdefleisch-Skandal 2013.“ Bedeutet beispielsweise, dass Schweinefleisch angegeben wurde, aber Pferdefleisch enthalten ist.

Lebensmittel-Kontrolle in Deutschland: Was steckt hinter der OPSON-Operation?

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) teilte die Ergebnisse in einer Pressemitteilung mit. Sorgen machen brauchen wir uns aber wohl keine. Die OPSON-Operation findet jedes Jahr für zwei Monate statt und jedes Mal wird ein anderer Schwerpunkt gelegt. Neben diesen Operationen gibt es auch Routine-Untersuchungen über das ganze Jahr, die unter anderem zum Schutz der Verbraucher dienen.

Wurst und Fleisch in der Theke
Die Operation OPSON X hat Betrug bei Fleischerzeugnissen entdeckt. © arifoto UG/dpa

Während wir uns das Pausenbrot also auch morgen wieder schmecken lassen können, laufen gegen Unternehmen und Betriebe, die betrogen haben, Ermittlungen, denn: „Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun erstmal, warum etwas nicht gestimmt hat. Also war es Vorsatz oder wurde beispielsweise ein falsche Kennzeichnung in der Produktion angebracht“, erklärt Kuhlmey abschließend. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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