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Ikea, Aldi und Co. ziehen den Stecker - Strom für Elektroautos kostet jetzt

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Das Elektroauto gratis laden, während man im Discounter oder Baumarkt shoppt? Das ist bald vorbei. Lidl, Aldi, Ikea und Co. schaffen den Gratis-Strom ab.

Hamburg – Schon im Jahr 2015 begann Aldi Süd, seinen Kunden während des Einkaufens die Möglichkeit anzubieten, ihr Elektroauto kostenlos aufzuladen. Lidl*, Ikea* und viele andere Möbelhäuser, Bau- und Supermärkte zogen nach und richteten ebenfalls Gratis-Ladestationen für ihre Kunden ein. Die Strategie ging bisher auf. Doch mit den explodierenden Elektroauto-Zulassungszahlen nimmt auch das dreiste Stromschnorren an den Ladestationen zu. Nun ziehen immer mehr Geschäfte dem Laden für Lau den Stecker.

Discounter:Lidl
Mitarbeiter in Deutschland:91.000
Gründung:1973
Hauptsitz:Neckarsulm
Umsatz:89 Milliarden Euro (2019/2020)

Hamburg: Neuzulassungen von Elektroautos in 2021 verdreifacht 

Elektromobilität boomt – und Hamburg* ist Spitzenreiter: Insgesamt waren am 1. Januar 2021 rund 7.000 Elektroautos registriert. Und im ersten Halbjahr 2021 hat sich die Zahl der Neuzulassungen reiner E-Autos im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf knapp 3000 Fahrzeuge mehr als verdreifacht. Damit ist Hamburg das Bundesland mit den meisten angemeldeten Elektroautos.

Und obwohl Elektroautos in letzter Zeit mit eher negativen Meldungen Schlagzeilen machten – etwa damit, dass die Polizei ihre E-Streifenwagen wegen Brandgefahr zurückschicken* oder dass General Motor empfiehlt, seine Elektrofahrzeuge nur im Abstand von mindestens 15 Metern* voneinander zu parken – der Run auf die emissionsfreien PKW ist ungebrochen. Zumal die vom Bund beigesteuerte Prämie von 9.000 Euro für viele Verbraucher ein schlagendes Kaufargument sein dürfte.

Elektroauto gratis laden: Strom-Schnorrern wird der Stecker gezogen

Das zeigt sich auch an den Gratis-Ladestationen, an denen nicht nur immer mehr E-Autos im allgemeinen, sondern vor allem immer mehr Strom-Schnorrer die Stationen blockieren, ohne das Geschäft überhaupt zu betreten – und sich die volle Aufladung, die normalerweise im Schnitt fünf bis zehn Euro kostet, zu erschleichen. Keine Ausnahme ist die Lidl-Kundin, die wütend berichtete, das ein Tesla stundenlang an der Gratis-Ladestation hing*. Die Verlockung ist groß, denn Strom für E-Autos wird erheblich teurer*.

Die Folge: Der Betreiber der Station hat die Kosten, aber null Euro Umsatz. Und „echte“ Kunden, die während des Shoppens aufladen möchten, gucken wegen der blockierten Ladestationen in die Röhre. Viele Läden reagieren nun – und bauen ihre Gratis-Stromstationen wieder ab – oder erschweren den Stromschnorrern das Gratis-Laden durch Zugang über spezielle Apps.

Ein rotes Elektroauto wird an einer Ladestation geladen
Noch kann jeder sein Elektroauto bei Lidl kostenlos laden. Doch das könnte sich zukünftig ändern. (Symbolbild). © Martin Gerten/dpa

E-Autos: Begrenztes Gratis-Laden nur mit Einkauf oder App

Lidl reagierte als erstes Unternehmen auf den zunehmenden Strom-Klau: An den Lidl-Ladestationen wird der Ladevorgang inzwischen nach etwa 15 Kilowattstunden automatisch beendet. Obendrauf ist mittlerweile die Installation und Registrierung per Lidl-E-Charge-App Pflicht, das Laden bleibt weiterhin kostenlos. Das Freischalten der Ladestationen über eine spezielle App oder ein Kundenkonto, um den Strom-Schnorrern das Handwerk zu legen, führen immer mehr Geschäfte ein, etwa auch Kaufland.

Laden an vielen Gratis-Stationen zukünftig kostenpflichtig, aber einfacher

Aber viele Stationen werden inzwischen einfach in normale, kostenpflichtige Ladestationen umgewandelt, so wie beispielsweise bald mit einem einheitlichen Bezahlsystems beim Discounter Aldi Süd, dessen Nord-Schwester gerade mit einer Kollektion im Discounter-Style einen Hype auslöste*. Die Gratis-Ladestationen könnten also ziemlich bald Geschichte sein. 

Die gute Nachricht: Wenigstens wird das Aufladen einfacher. Denn zukünftig lässt sich fast überall beim Einkaufen oder Essen das E-Auto aufladen. Die Schnellrestaurantkette McDonald‘s* beispielsweise ermöglicht bald in allen McDrives das Stromtanken. Bis 2025 sollen an über 1000 Standorten bundesweit Schnellladesäulen mit reinem Ökostrom errichtet werden. Und auch Burger King hat mit dem Installieren von Schnellladepunkten begonnen. *24hamburg.de , bw24.de und kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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