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Home-Office: Experten warnen vor Gefahren – darum kann Arbeiten von Zuhause krank machen

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Am Dienstag (19. Januar) entscheiden die Ministerpräsidenten und Angela Merkel über die weiteren Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Was erwartet uns im Job?

Um 14 Uhr geht es los. Bundeskanzlerin Angela Merkel und die 16 Ministerpräsidenten der Länder werden am Dienstag (19. Januar) erneut über die Corona-Lage in Deutschland sprechen. Am 27. Dezember 2020 haben sich in Deutschland die ersten Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Damit begann man die ersten Schritte auf einem langen Weg zurück zur Normalität. Das Coronavirus hält die Welt jedoch weiter in Atem, auch in Deutschland scheint die Lage noch lange nicht unter Kontrolle zu sein. Mehr als 2 Millionen Menschen haben sich bislang in Deutschland nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Der gewünschte Inzidenz-Wert von 50 scheint, trotz der strikten Maßnahmen, noch nicht in Sicht zu sein. Das Infektionsgeschehen ist nach wie vor für die Gesundheitsämter nur schwer zu erfassen, vor allem nach den Feiertagen zum Jahreswechsel. Zudem bereiten neuartige Corona-Mutationen aus Afrika und Großbritannien der Bevölkerung Sorgen. Die Auflagen zur Eindämmung die Corona-Pandemie werden höchstwahrscheinlich verschärft. HEIDELBERG24* hat die Details.

Corona-Konferenz: Videocalls und Mailverkehr - Wird es eine Home-Office-Pflicht geben?

Die Home-Office-Pflicht wurde bereits seit vergangener Woche diskutiert. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) appellierte an die Arbeitgeber und Arbeitnehmer, in den eigenen vier Wänden zu arbeiten. Weiter erklärte er, dass wir alle im Kampf gegen das Coronavirus Kontakte überall dort reduzieren müssten, wo es möglich ist. Der Aufruf scheint nötig, da sich derzeit weniger Deutsche im Home-Office befinden als noch im ersten Lockdown.

Corona-Konferenz: Arbeiten im trauten Heim?

Den Arbeitslaptop mit nach Hause nehmen und am Küchentisch arbeiten: das versteht die große Mehrheit unter der Arbeit zu Hause. „Home-Office“ ist im eigentlichen Sinne Telearbeit, die einer dauerhaften Einrichtung gemäß der Arbeitsstättenverordnung bedarf. Telearbeit umfasst Arbeitsformen, bei denen Mitarbeiter ihre Arbeit ganz oder teilweise außerhalb der Gebäude des Arbeitgebers verrichten. Laut § 2 Abs.7 ArbStättV müssten Firmen ihren Mitarbeitern einen vollwertigen Arbeitsplatz am eigenen Schreibtisch einrichten. Bisher hat in Deutschland niemand das Recht oder die Pflicht auf „Home-Office“, wie Business Insider berichtet.

Eine Pflicht würde unter anderem die Unverletzlichkeit der Wohnung berühren, welche allerdings durch Artikel 13 des Grundgesetzes geschützt ist. Zudem würde durch eine Pflicht auch die verfassungsrechtlich geschützte Unternehmerfreiheit auf Arbeitgeberseite nicht mehr gewährt werden. Um eine „Home-Office-Pflicht“ einzuführen, wäre ein formelles Gesetz nötig.

Nach Einschätzung von Regierungssprecher Rudi Hoogvliet ist zudem denkbar, dass Arbeitgeber begründen müssten, warum
sie bestimmte Arbeitnehmer nicht ins Homeoffice schicken können. Auch Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole
Hoffmeister-Kraut (CDU) hält eine Homeoffice-Pflicht für Unternehmen für falsch: „Ich kann nur davor warnen, die ohnehin schon von der Krise massiv gebeutelten Unternehmen jetzt noch mit zusätzlichen Dokumentations- oder Begründungspflichten zu belasten.

Einige Verbände kritisieren die mögliche Home-Office-Pflicht. Eine solche Regelung wäre für viele Beschäftigte kontraproduktiv, sagte der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Südwesten, Martin Kunzmann, der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Stuttgart. „Man darf nicht vergessen, dass nicht alle Beschäftigten problemlos von zu Hause aus arbeiten können, entweder weil sie keinen geeigneten Arbeitsplatz oder Internetzugang haben, oder weil sie unter Einsamkeit oder psychischen Erkrankungen leiden“. Demnach hat das „Home-Office“ nicht nur Vorteile, sondern kann auch zum Problemfaktor werden.

Corona-Konferenz: Die erste Beschlussvorlage der Kanzlerin 

Die Konferenz startet um 14 Uhr. Laut Bild gibt es nun die ersten Informationen zur Debatte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten. Es werden mögliche Verschärfungen wie die  FFP2-Masken- und Home Office-Pflicht, Ausgangssperre, weiterhin Schließung der Schulen besprochen. Demnach betreffen die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus auch das Arbeitsumfeld.

Um das Aufkommen in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu reduzieren, sollen Betriebe künftig flexible Arbeitszeiten ermöglichen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales wird, laut Bild, eine Verordnung erlassen, wonach Arbeitgeber nach Möglichkeit den Beschäftigten das Arbeiten im Homeoffice ermöglichen müsse. (sik) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netwerks.

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