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Eichbaum, Welde & Co.: Preis-Schock bei Bier – So teuer wird‘s für Verbraucher in BW

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Von: Tobias Becker

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Baden-Württemberg – Bier soll im Frühjahr 2022 teurer werden, da einige große Marken die Preise erhöhen. Aber wie sieht es mit den badischen Brauereien aus?

Update vom 25. Oktober: Da müssen alle Eichbaum-Trinker erstmal kräftig schlucken! Wie die Mannheimer Privatbrauerei Eichbaum jetzt auf HEIDELBERG24-Anfrage mitgeteilt, kann man „sich dem wachsenden Preisdruck im Beschaffungsmarkt nicht entziehen und wird die Abgabepreise erhöhen“. Heißt: Ab dem 1. Februar 2022 wird sich der Preis für Eichbaum-Biere pro Kasten voraussichtlich um einen Euro erhöhen. Dies liege aber „in der Verantwortung der Handelspartner“, so ein Konzernsprecher. Dies sei die erste Preissteigerung seit drei Jahren.

Einer der wesentlichen Kostentreiber sei Braugerste, die sich in der Jahresbetrachtung um gut 50 Prozent verteuert hat. Bei nachfolgenden Prozessschritten wie der Vermälzung, dem Brauprozess oder in der Logistik schlagen die sehr stark gestiegenen Energiepreise um mehr als 150 Prozent negativ zu Buche. Auch andere Rohstoffe, wie die Emballagen drücken die Ergebnisse und teilweise herrscht sogar eine Verknappung von Komponenten vor. 

Die Privatbrauerei Eichbaum in der Käfertaler Straße in Mannheim. (Archivfoto)
Die Privatbrauerei Eichbaum in der Käfertaler Straße in Mannheim. (Archivfoto) © MANNHEIM24

Weitere begründet Eichbaum die Preiserhöhung so: „Das Aktionsverhalten des Handels führt überdies zu Endverbraucherpreisen, die den Bierkasten teils unter die Zehn-Euro-Schwelle drücken und damit nicht teurer machen als zu D-Mark-Zeiten. Die gesamte Braubranche leidet auch an den Umsatzeinbrüchen im gastronomischen Bereich in Folge der Corona-Pandemie. Diesen Einbrüchen folgt nun eine Beschaffungskrise.“

Baden-Württemberg: Preis-Schock bei Bier – So teuer wird’s für Verbraucher

Erstmeldung vom 20. Oktober: Das kühle Blonde, das geliebte Kaltgetränk oder Gerstensaft – Bier ist in Deutschland einfach beliebt. Ob im Feierabend, nach dem Sport oder zur Mahlzeit, es passt nahezu immer. Dennoch ist der Bierverbrauch pro Kopf in den letzten Jahren deutlich gesunken. 2020 waren es nur noch 94,6 Liter pro Kopf, laut einer Studie des Deutschen Brauer-Bundes. Zum Vergleich: 1980 lag der Verbrauch noch bei 145,9 Liter pro Kopf. Der Verbrauch sinkt also langsam, aber stetig, doch jetzt kommt der nächste Bier-Hammer: Im Frühjahr 2022 wird Bier teurer!

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Starke Preiserhöhung - große Marken holen den Bier-Hammer raus

Marktführer wie Krombacher, Veltins und die Radeberger-Gruppe, zu der beispielsweise Jever und Köstritzer gehören, steigern die Preise, wie die Bild schreibt. Ein Hammer für alle Brauer! Durch den Vormarsch der Großen sollen laut GetränkeNews auch andere, große Brauereien, wie Bitburger, nachziehen, aber auch regionale Bier-Hersteller von Hellem oder Weißbier könnten die Preise anziehen.

Während die Fassbierpreise im Februar 2022 um 8,50 Euro pro Hektoliter steigen, gehen auch die Preise für Halbliterkästen der Radeberger-Gruppe um 63 Cent rauf. Am Ende ist das für Verbraucher ein herber Schlag, denn: Wer im Supermarkt einen Kasten kauft, legt künftig einen Euro drauf. In Restaurants und Bars wird das Glas dann wohl 30 bis 50 Cent teurer.

Bier wird teurer - das ist der Grund für die Preissteigerung

Ein Grund für die Preissteigerung von Bier ist wohl die Corona-Krise. Zum einen waren Kneipen und Restaurants zu, zum anderen haben Deutsche so wenig Bier getrunken, wie schon lange nicht mehr. Hinzu kommt, dass die Inflationswelle auch die Brauereien trifft. Heißt: Massive Umsatz- und Ertragsverluste gepaart mit extremen Kostensteigerungen für Energie, Leergut, Logistik, aber auch andere Ressourcen.

NameWeldeRothaus
Gründung17521791
SitzPlankstadtGrafenhausen

Nun haben zunächst die genannten Brauereien mit Preiserhöhungen einen Vorstoß gewagt, aber: Wie sieht es in der Region um Mannheim und Heidelberg aus und was ist in Baden los? Mit Welde (Plankstadt), Eichbaum (Mannheim*) und Rothaus, der höchstgelegenen Brauerei Deutschlands, gibt es mehrere bekannte Bier-Hersteller in der Region. Hinzu kommen viele kleinere Brauereien. HEIDELBERG24* hat sich umgehört und nachgefragt, wie es um Preiserhöhungen im badischen Raum aussieht.

Bier immer teurer - auch in Baden-Württemberg? Das sagen Welde und Rothaus

Im Südschwarzwald gibt es derzeit wohl keine Preiserhöhung. „Die Brauerei Rothaus sieht für sich den Bedarf einer Anpassung momentan nicht“, erklärt Alleinvorstand Christian Rasch auf HEIDELBERG24-Nachfrage. Dann die wichtigste Aussage: „Rothaus wird aktuell und auch im nächsten Jahr keine Preiserhöhung vollziehen.“

Ähnlich sieht es bei der Schwetzinger Brauerei Welde aus. „Natürlich ist die Welde Braumanufaktur auch von den Preiserhöhungen bei Rohstoffen, Energie usw. betroffen, genauso wie die Brauerkollegen“, erklärt Vertriebsleiter Mario Heider, aber: „Wir haben uns trotzdem dazu entschlossen, unsere Bierpreise zunächst und 2022 zu halten und nicht zu erhöhen.“ Von Eichbaum gab es bis zum Erscheinen des Artikels keine Rückmeldung.

Für Verbraucher in Baden-Württemberg* scheint es also gut zu laufen. Die großen Brauereien werden die Bierpreise zunächst wohl stabil halten, wodurch auch im Supermarkt und an der Bar das Bier weiterhin zu einem normalen Preis über die Theke gehen. Wie sich die Preiserhöhungen der oben genannten Marken langfristig auf den Markt auswirken, bleibt vorerst abzuwarten. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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