1. Mannheim24
  2. Verbraucher

Bahnstreik in BW: Mega-Chaos wegen Ausfällen und Verspätungen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Daniel Hagen

Bahnstreik im Südwesten – Die Gewerkschaft GDL hat ihren kurzfristigen Streik begonnen. Im ganzen Land fallen Hunderte Züge aus. Was bedeutet das für die Region?

Update vom 11. August, 8:27 Uhr: Der bundesweite Streik der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bei der Deutschen Bahn hat auch im Südwesten für zahlreiche Zugausfälle und Verspätungen gesorgt. Der Streik habe begonnen, sagten Sprecher der Bahn und der GDL am Mittwochmorgen (11. August). „Der Ersatzfahrplan ist stabil angelaufen“, hieß es bei der Bahn. Im Fernverkehr sind laut Bahn nur rund 25 Prozent der Züge unterwegs.

Im Regionalverkehr gebe es erhebliche Unterschiede, sagte der Bahnsprecher. Nach Angaben des Verkehrs- und Tarifverbunds Stuttgart (VVS) sollen die S-Bahnen auf den wichtigen Linien in der Landeshauptstadt möglichst im Stundentakt fahren. „Es zeichnet sich ab, dass das auch funktioniert“, sagte er am Morgen. Viele Kunden informierten sich vorab zum Beispiel online über Verspätungen und Ausfälle und suchten sich Alternativen.

Wegen des Streiks der Lokführer müssen viele Reisende an den deutschen Bahnhöfen warten.
Wegen des Streiks der Lokführer müssen viele Reisende an den deutschen Bahnhöfen warten. © Bodo Marks/picture alliance/dpa

Übrigens: Unser MANNHEIM24-Newsletter informiert Dich regelmäßig über alles Wichtige, was in Deiner Stadt und Region passiert.

Bahnstreik: 75 Prozent der Fernzüge fallen aus

Am Dienstag hatte die Gewerkschaft angekündigt, den Fern- und Regionalverkehr ab Mittwoch um 2 Uhr für 48 Stunden bundesweit zu bestreiken. Schon seit Dienstagabend bestreikt die GDL den Güterverkehr. Die Bahn bat Fahrgäste, nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben. Wegen des Coronavirus rief sie auch zu Rücksichtnahme in den Zügen auf. Der Ausstand trifft die Fahrgäste mitten in der reisestarken Urlaubszeit: In elf der 16 Bundesländer sind Schulferien. Betroffen sind auch grenzüberschreitende Verbindungen und der Nachtreiseverkehr.

Nicht bestreikt werden Konkurrenten der Deutschen Bahn. Allerdings sind auch bei ihnen Einschränkungen in Folge der Streiks möglich. Wie viele Züge nicht fahren werden, war zunächst unklar. Nach Angaben der Südwest-GDL vom Dienstag wird die Ausfallquote in Baden-Württemberg aber recht hoch sein.

Nach dem Streik-Start zeigt sich die GDL zufrieden mit der Zahl der Beteiligten. „Der Streik ist sauber angelaufen“, sagte Jens-Peter Lück, der stellvertretende Vorsitzende des GDL-Bezirks Süd-West, der dpa. „Es gibt kaum GDL-Mitglieder, die trotz des Streiks unterwegs sind.“

Bahnstreik: GDL streikt für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen

Die GDL-Mitglieder streiken für höhere Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen. Dahinter schwelt in der Belegschaft auch ein Streit zwischen GDL und der größeren Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG darum, wer letztlich die Tarifverträge mit dem Unternehmen maßgeblich aushandelt. Anders als die größere Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will die GDL in diesem Jahr keine Nullrunde bei den Gehältern akzeptieren. Sie verlangt deshalb unter anderem eine Corona-Prämie von 600 Euro und 3,2 Prozent mehr Geld in zwei Stufen.

Wegen Milliardenverlusten in der Pandemie will die Bahn hingegen die Erhöhung auf spätere Stufenzeitpunkte verteilen, bei einer Vertragslaufzeit von 40 Monaten. Hinzu kämen Leistungen zur Altersvorsorge und der Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen. Es ist der erste Streik bei der Bahn seit Dezember 2018, als die EVG ihre Mitglieder zum Arbeitskampf aufrief. Die GDL legte zuletzt vor sechs Jahren die Arbeit nieder.

Bahnstreik: Chaos im Südwesten droht – Das müssen Reisende wissen

Mega-Schock für alle Reisenden! Die Lokführer-Gewerkschaft GDL hat am Dienstag (10. August) einen zweitägigen Warnstreik ausgerufen. Dadurch stehen im ganzen Land bis Freitag (13. August) die Bahnen still. Los geht es bereits heute Abend ab 19 Uhr im Güterverkehr. Mittwochmorgen betrifft der Streik ab 2 Uhr auch den Personenverkehr. Die Fahrgäste müssen daher mit zahlreichen Zugausfällen und Verspätungen rechnen. Die Einschränkungen dürften sich bis weit in den Freitag hineinziehen, auch wenn der Arbeitskampf offiziell um 2 Uhr endet.

Ausfallende Züge werden auch am Mannheimer Hauptbahnhof für jede Menge Chaos sorgen. Bei diesem handelt es sich um den zweitmeist frequentierten Bahnhof in ganz Baden-Württemberg – direkt nach Stuttgart. Der Rangierbahnhof Mannheim zählt sogar zu den größten und leistungsfähigsten Rangierbahnhöfen Europas. Doch auch Urlauber werden es die nächsten Tage schwer haben, zu den Flughäfen in Frankfurt und Stuttgart zu gelangen.

NameDeutsche Bahn
CEORichard Lutz (22. März 2017–)
HauptsitzBerlin
Umsatz42,7 Milliarden EUR (2017)
GründungJanuar 1994, Berlin

Bahnstreik im Südwesten: Auswirkungen auf Mannheimer Hauptbahnhof und Flughäfen Frankfurt und Stuttgart

Wegen des Lokführerstreiks hat die Deutsche Bahn für Mittwoch und Donnerstag 75 Prozent ihrer Fernzüge gestrichen. Priorität haben nach Bahn-Angaben die besonders stark genutzten Verbindungen wie zwischen Berlin und dem Rhein-Ruhr-Gebiet, zwischen Hamburg und Frankfurt sowie die Anbindung wichtiger Bahnhöfe und Flughäfen. Ziel sei ein zweistündliches Angebot mit besonders langen Zügen auf den Hauptachsen. Ab 15 Uhr wird es einen Ersatzfahrplan für Fernzüge geben. Trotzdem könne die Bahn nicht dafür garantieren, dass alle Reisenden an ihr Ziel kommen.

Der Bahnstreik hat allerdings nicht nur Auswirkungen auf den Bahnverkehr. So warnt der Frankfurter Flughafen schon einmal vor, dass es zu „extremen Aufkommensspitzen“ kommen könne, die längere Wartezeiten verursachen. Bei ankommenden Flügen könne sich zudem die Gepäckausgabe verzögern. Abfliegende Passagiere sollen sich frühzeitig über die Auswirkungen des Streiks informieren und am besten schon zwei Stunden vor Start am Flughafen sein. Auch der Stuttgarter Flughafen empfiehlt ein solches Vorgehen.

Bahnstreik im Südwesten: Internationale Fernzüge fahren über Mannheimer Hauptbahnhof

Wie die Deutsche Bahn ankündigt, wird auch der internationale Fernverkehr von dem Streik beeinflusst. Da dieser aber teilweise nur alle zwei Stunden fährt, soll mehrere Verbindungen planmäßig stattfinden. Dazu gehören unter anderem die TGV-Züge nach Frankreich sowie die ICE-Züge in die Schweiz, die über den Mannheimer Hauptbahnhof fahren. Nachtzüge sollen hingegen komplett im Zeitraum des Streiks ausfallen. Inwiefern die S-Bahnen für den regionalen Nahverkehr eingeschränkt sind, ist noch unklar. Aktuelle Fahrpläne findest Du unter www.bahn.de, in der App der Deutschen Bahn oder unter einer kostenlosen Hotline mit der Nummer 08000996633.

Doch was passiert jetzt eigentlich mit bereits gekauften Tickets? Dafür hat die Deutsche Bahn besondere „Kulanzregeln“ festgelegt. Alle Fahrgäste, die aufgrund des Streiks ihre Fahrt in den nächsten Tagen verschieben müssen, können ihre Tickets entweder frei nutzen – also den nächstbesten Zug in die Richtung nehmen – oder kostenfrei stornieren. Letzteres gilt auch für Sitzplatzreservierungen. Darüber hinaus gelten die allgemeinen Fahrgastrechte bei Verspätungen oder Zugausfall. Es ist zudem zu berücksichtigen, dass die fahrenden Züge eine hohe Auslastung haben werden. (dpa/dh)

Auch interessant

Kommentare