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AstraZeneca-Impfung: Diese Symptome deuten auf Thrombose hin – sofort zum Arzt

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AstraZeneca kann in sehr seltenen Fällen Hirnvenen-Thrombose verursachen. Die Krankheit kann nur frühzeitig behandelt werden. Das sind die Symptome:

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca ist der meist umstrittene Wirkstoff in Deutschland. Von Anfang an wurde die Wirksamkeit bemängelt, danach folgten Meldungen von schweren Nebenwirkungen. Schnell verboten einige Länder die Verabreichung des Coronavirus-Impfstoffes, unter anderem stoppte auch Deutschland die Verbreitung. Dann wurde durch die europäische Zulassungsbehörde EMA dieser Stopp Mitte März wieder aufgehoben. Doch schon wenige Tage später, am 31. März, kommt der nächste Hammer: Das Vakzin von AstraZeneca wird ab sofort nur noch für Personen über 60 Jahren empfohlen. Grund: Jüngere Menschen sind nach der Corona-Impfung an Thrombose erkrankt, es gab außerdem wenige Todesfälle.

AstraZeneca: Thrombose nach Corona-Impfung – 31 Fälle in Deutschland gemeldet

Der erste AstraZeneca-Todesfall wurde in Österreich bestätigt. Eine Krankenschwester starb kurz nach der Corona-Impfung. Kurz darauf werden auch schwere Krankheitsfälle in Deutschland gemeldet. Die 31 betroffenen Personen leiden an Hirnvenen-Thrombose. Wie das Paul-Ehrlich-Institut bestätigt, sind mittlerweile neun davon gestorben – also jeder Dritte! Umgerechnet machen diese schweren Krankheitsfälle jedoch nur einen sehr kleinen Teil aus. Seit Impfstart im Januar sind über 1,5 Millionen Menschen mit AstraZeneca geimpft worden. Nur 0,002 Prozent sind demnach an einer Thrombose erkrankt. Dem Paul-Ehrlich-Institut sind bis Mitte März insgesamt 7.663 Fälle mit Nebenwirkungen gemeldet worden. Zu den Nebenwirkungen zählen unter anderem Kopfschmerzen, Übelkeit, Rötungen, Schmerzempfindlichkeit und Schüttelfrost

AstraZeneca: Thrombose nach Corona-Impfung – Das sind die Symptome

Mittlerweile sind sich Experten sicher, dass die Thrombose-Erkrankungen und die Todesfälle im Zusammenhang mit AstraZeneca stehen. Die EMA will dies jedoch noch nicht bestätigen. „Wir haben noch keine Schlussfolgerung gezogen und die Prüfung läuft derzeit weiter“, heißt es am Dienstag (6. April) vom EMA-Ausschuss. Laut EMA kommen außerdem schwere Nebenwirkungen nur „sehr, sehr selten“ vor.

Doch wie zeigt sich eigentlich die Thrombose-Erkrankung? Kurz zur Erklärung: Eine Hirnvenen-Thrombose ist ein teilweise oder vollständiger Verschluss der Gehirn-Venen durch Blutgerinnsel. Hirnvenen-Thrombosen treten relativ selten auf und sind bei weniger als ein Prozent aller Schlaganfälle die Ursache. Die Erkrankung kann durch CT-Aufnahmen sowie einer Kernspintomografie festgestellt werden. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Zu den Symptomen einer Hirnvenen-Thrombose zählen:

Außerdem heißt es in dem Beipackzettel des AstraZeneca Corona-Impfstoffes, dass weitere Symptome auf eine mögliche Thrombose-Erkrankung hinweisen können. Diese lauten wie folgt:

Treten diese Symptome innerhalb von 14 Tagen nach einer AstraZeneca-Impfung auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

AstraZeneca: Thrombose nach Corona-Impfung – Behandlungs-Möglichkeiten

Personen, die an einer Hirnvenen-Thrombose erkrankt sind, sollten sofort behandelt werden. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, kann das Blutgerinnsel im Gehirn noch gelöst werden. Hält die Schwellung jedoch zu lange an, sind Schäden irreversibel. Thrombose im Kopf ist zudem tödlich.

Wissenschaftler aus Greifswald, die sich diesem Thema angenommen haben, gehen davon aus, dass hochdosierte intravenöse Immunglobulinen (IVIG) gegen Hirnvenen-Thrombosen helfen können. „Wenn sie auftritt, wissen wir jetzt wie wir diese Patienten behandeln und diese Komplikation gezielt adressieren können“, wird der Leiter der Transfusionsmedizin in Greifswald, Andreas Greinacher, von netdoktor zitiert. IVIG werden bei einer seltenen Autoimmunerkrankung bereits verwendet.

AstraZeneca: Darum verursacht die Corona-Impfung Hirnvenen-Thrombose

Forscher aus Deutschland und Österreich haben Personen untersucht, die nach einer Corona-Impfung eine Thrombose im Kopf entwickelt haben. Dabei wird festgestellt, dass sich als Reaktion auf die Impfung spezielle Antikörper bilden. Die Antikörper heften sich an Blutplättchen und aktivieren diese. Normalerweise wird dieser Mechanismus in Gang gesetzt, um Wunden zu heilen. Allerdings sorgt diese Aktivierung für Verklumpungen im Blut und es entsteht ein Gerinnsel.

Corona-Impfstoff von AstraZeneca: Frauen leiden häufiger an Thrombose als Männer

Von den bislang 31 bekannten AstraZeneca-Fällen mit Thrombose sind fast nur Frauen betroffen. Lediglich zwei Männer leiden an der schweren Nebenwirkung. Die Frauen sind zwischen 23 und 63 Jahre alt. Deshalb ist die AstraZeneca-Impfung für Menschen unter 60 Jahren vorerst gestoppt. Junge Männer und Frauen können aber nach ärztlicher Beratung, persönlicher Risikoabwägung sowie ausführlicher Aufklärung den Impfstoff erhalten.

Der AstraZeneca-Wirkstoff muss zweimal gespritzt werden. Der zeitliche Abstand liegt zwischen vier und 12 Wochen. „Etwa zwei Wochen nach der ersten Dosis hat man schon einen gewissen Schutz gegen eine Covid-19-Erkrankung. Den mit dem Impfstoff AstraZeneca maximal erreichbaren Schutz hat man etwa 2 Wochen nach der zweiten Dosis“, erklärt die Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Bislang gehe man außerdem davon aus, dass AstraZeneca auch gegen Corona-Mutationen schützt. „Es ist aber noch unklar, ob man sich trotz Impfschutz mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 anstecken kann, dann aber ohne Beschwerden bleibt. Ob eine geimpfte Person das Virus dann trotzdem übertragen kann, muss ebenfalls weiter untersucht werden“, heißt es weiter. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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