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AstraZeneca-Impfstoff: Beipackzettel enthüllt Details zu Thrombose-Gefahr

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Von: Katja Becher

Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca wird aktuell in der Regel nur an Personen ab 60 Jahren verabreicht. Doch was steht im Beipackzettel zu Nebenwirkungen und Co.? Ein Überblick:

Wegen Thrombose-Fällen, die vor allem bei jungen Frauen auftreten, hat Deutschland erst kürzlich beschlossen, den Corona-Impfstoff von AstraZeneca in der Regel nur noch an Menschen ab 60 Jahren zu verabreichen.* Für jüngere Menschen ist eine Impfung mit dem schwedisch-britischen Vakzin gegen das Coronavirus* nur noch nach Aufklärung über die Risiken auf eigene Gefahr möglich. In Deutschland wurden bis Anfang April insgesamt 31 Verdachtsfälle von Hirnvenenthrombosen nach einer Astrazeneca-Impfung gemeldet worden, wie das Paul-Ehrlich Institut kürzlich berichtete. Etwa drei Millionen Menschen hatten das Mittel bis dahin verabreicht bekommen. Doch welche Erkenntnisse gibt es noch zu Nebenwirkungen nach einer Impfung mit AstraZeneca? HEIDELBERG24* gibt einen Überblick über den Beipackzettel des Corona-Impfstoffs:

AstraZeneca: Das steht im Beipackzettel zu Dosierung und Anwendung des Impfstoffs

Den Beipackzettel des AstraZeneca-Vakzins kann man auf der Webseite der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) einsehen. Der Corona-Impfstoff wird mittlerweile unter dem Namen Vaxzeria geführt.* Zum Anwendungsgebiet des Impfstoffs lautet es im Beipackzettel: „Vaxzevria ist indiziert zur aktiven Immunisierung von Personen im Alter von 18 Jahren und älter zur Vorbeugung der durch das SARS-CoV-2-Virus verursachten COVID-19-Erkrankung.“ Die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sei bisher noch nicht erwiesen.

Außerdem wird im Beipackzettel beschrieben, dass eine Impfserie mit dem AstraZeneca-Impfstoff aus zwei separaten Dosen besteht. Die zweite Dosis solle innerhalb von 4 bis 12 Wochen (28 bis 84 Tagen) nach der ersten Dosis verabreicht werden. Der Corona-Impfstoff wird intramuskulär verabreicht, bevorzugt in den Oberarm-Muskel. Laut Beipackzettel von AstraZeneca liegt die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Corona bei 95 Prozent.

AstraZeneca: Zweitimpfung mit anderem Impfstoff möglich? Das sagt der Beipackzettel

Am 2. April veröffentlichte die Ständige Impfkommission eine neue Empfehlung bezüglich des AstraZeneca-Impfstoffs: Laut Stiko sollen mit AstraZeneca erstgeimpfte Personen unter 60 Jahren für die zweite Impfdosis auf ein anderes Vakzin umsteigen.* Wörtlich heißt es in der Stiko-Empfehlung: „Für diese Personen wird empfohlen, anstelle der zweiten Astrazeneca-Impfdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen.“

Laut Beipackzettel von AstraZeneca lägen allerdings „keine Daten zur Austauschbarkeit von Vaxzevria mit anderen COVID-19-Impfstoffen vor, um die Impfserie zu vervollständigen“. Personen, die als erste Dosis den AstraZeneca-Impfstoff erhalten hätten, sollten diesen auch als zweite Dosis erhalten, um die Impfserie zu vervollständigen, heißt es.

Ob mit AstraZeneca erstgeimpfte Menschen unter 60 Jahren bald tatsächlich eine Zweitimpung mit Wirkstoffen von BioNTech oder Moderna erhalten werden, entscheidet sich beim Impfgipfel der Gesundheitsämter am Mittwoch (6. April).

AstraZeneca: Das steht im Beipackzettel zu Wechselwirkungen, Schwangerschaft und Fruchtbarkeit

Die gleichzeitige Anwendung von AstraZeneca mit anderen Impfstoffen wurde bisher nicht untersucht. Dementsprechend lassen sich im Beipackzettel noch keine Informationen dazu finden. Auch bei der Anwendung bei Schwangeren liegen bisher nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung des Impfstoffs vor. „Die Anwendung von Vaxzevria während der Schwangerschaft sollte nur in Erwägung gezogen werden, wenn der potenzielle Nutzen alle potenziellen Risiken für die Mutter und den Fötus überwiegt“, lautet es im Beipackzettel.

Zur Fruchtbarkeit und Schwangerschaft im Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff heißt es im Beipackzettel außerdem: „Tierexperimentelle Studien zur Reproduktionstoxizität sind noch nicht abgeschlossen. Auf Basis der vorläufigen Studienergebnisse werden keine Wirkungen auf die Entwicklung des Fötus erwartet.“ Die Studien würden außerdem nicht auf eine direkt oder indirekt schädigende Wirkung in Bezug auf die Fruchtbarkeit hinweisen.

AstraZenca-Impfstoff: Diese Nebenwirkungen stehen im Beipackzettel

Laut Beipackzettel basiert die Zusammenfassung der Nebenwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffs* auf Daten aus vier klinischen Studien, die im Vereinigten Königreich, in Brasilien und in Südafrika durchgeführt wurden. Zum Zeitpunkt der Analyse hätten 23.745 Teilnehmer über 18 Jahren den Impfstoff oder eine Kontrollsubstanz erhalten. Von diesen erhielten 12.021 mindestens eine Dosis und 8.266 Personen eine zweite. Die Nachverfolgungsdauer betrug 61 Tage nach der zweiten Dosis. Das waren die häufigsten Nebenwirkungen:

Die Mehrzahl der Nebenwirkungen waren laut Beipackzettel von „leichtem bis moderatem Schweregrad“ und seien überlicherweise innerhalb weniger Tage nach der Impfung wieder vollständig zurückgegangen. Im Vergleich zur ersten Dosis seien die nach der zweiten Dosis berichteten Nebenwirkungen milder und weniger häufig aufgetreten. Außerdem seien die Reaktionen auf den Corona-Impfstoff bei älteren Erwachsenen über 65 Jahren generell geringer ausgefallen.

AstraZeneca-Impfstoff: Das steht im Beipackzettel zu Thrombose-Gefahr

Laut Beipackzettel sei eine Kombination von Thrombose und Thrombozytopenie, in einigen Fällen einhergehend mit Blutungen, sehr selten nach einer Impfung beobachtet worden. Die meisten Fälle seien innerhalb der ersten 7 bis 14 Tage nach der Impfung und bei Frauen unter 55 Jahren aufgetreten, „was möglicherweise auf die verstärkte Anwendung des Impfstoffs in dieser Bevölkerungsgruppe zurückzuführen ist“ , heißt es weiter. Einige Fälle hätten einen tödlichen Ausgang genommen.*

Der Beipackzettel von AstraZeneca empfiehlt medizinischem Fachpersonal, auf die Anzeichen und Symptome einer Thrombose zu achten. Auch Geimpfte sollten demnach angewiesen werden, sofort einen Arzt aufzusuchen, wenn sie nach der Impfung folgende Symptome entwickeln:

Außerdem sollten alle Personen, die nach der Impfung neurologische Symptome aufweisen, wie starke oder anhaltende Kopfschmerzen oder verschwommenes Sehen, oder bei denen nach einigen Tagen auf der Haut Blutergüsse außerhalb des Verabreichungsortes der Impfung auftreten, ebenfalls umgehend einen Arzt aufsuchen. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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