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Aldi: „Heilige Nachtschicht“ ‒ Internet-User ärgern sich über Weihnachts-Spot

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Von: Tobias Becker

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Baden-Württemberg – Werbung ist selten so emotional wie an Weihnachten. Aldi, Lidl, Edeka und Co. sorgen mit kräftigen Werbespots für Aufsehen. Nicht für alle Menschen ist das okay.

Jedes Jahr im Dezember versorgen Discounter wie Lidl, Aldi und Edeka die Menschen in Baden-Württemberg* und Deutschland mit emotionalen Weihnachtsspots, die meist wichtige Botschaften haben. Sie wecken auf, rühren zu Tränen und sind Gesprächsthema. Es geht um Roboter, die Gefühle entdecken. Auch um Opas, die für Weihnachten trainieren. Die Vielfalt der Menschen, Kulturen und meist Achtsamkeit in der aktuellen Zeit.

Nicht selten sorgen diese Weihnachtsspots aber auch für Aufreger-Themen. So hat Edeka einen großen Aufschrei erhalten, als ein Senior seinen eigenen Tod vortäuschte, um seine Familie an Weihnachten zusammenzubringen. Auch im vergangenen Jahr gab es einen Shitstorm*. In diesem Jahr scheint Aldi Süd etwas Gegenwind auf Facebook zu bekommen - oder doch nicht?

Aldi-Weihnachtsspot erntet Kritik: Um was geht‘s im Kurzfilm?

Der Spot „Heilige Nachtschicht“ beginnt düster. Ein offensichtlich alleinerziehender Vater sitzt mit seinem Teenager-Sohn in einer dunklen Küche. Er entschuldigt sich, dass er so oft arbeiten muss und verspricht, an Weihnachten die Frühschicht zu haben. Es ist eine bedrückende Szene, die direkt vermittelt, dass es Probleme gibt in der Beziehung zwischen Vater und Sohn.

Noch emotionaler wird es, als Rückblicke gezeigt werden. Die Mama des Jungen hebt ihn an das Fenster der Straßenbahn, damit er seinem Papa zuwinken kann. Zurück im Jetzt zeigt sich, dass der Teenager so gefrustet ist, dass er rebelliert. An Weihnachten kommt es dann, wie es kommen muss: Der Vater ist mit seiner Schicht fertig, wird aber nicht abgelöst - und muss sein Versprechen brechen...

Die ganze Szenerie des Weihnachtsspots sorgt für große Emotionen - das Bild, die Rückblicke, die Musik von Lauren Daigle (Song: „You say“). Am Ende gibt es wie immer eine Botschaft, die HEIDELBERG24* an dieser Stelle nicht vorweg nehmen möchte. Sicher ist bei so manch einem Zuschauenden bereits die ein oder andere Träne geflossen beim Weihnachtsspot 2021 von Aldi, aber nicht bei allen kommt der Spot gut an.

Aldi-Weihnachtsspot erntet Kritik: Userin empört über Wortwahl!

Auf Facebook beschwert sich eine Userin über die Wortwahl. Sie schreibt: „Sagt mal, ihr Leute im lieben PR-Team, was hat euch eigentlich geritten, euren Weihnachtswerbespot, der für Familien gedacht ist und überall rauf und runter läuft mit zweimaligem Erwähnen des Sch-Wortes beginnen zu lassen...?“ Die Userin wirkt zwar empört, schreibt dem Discounter-Riesen im Kommentar aber höflich. „Ich hatte eigentlich vor, meine Kinder so lange wie möglich von diesem Wort zu bewahren, aber das macht‘s natürlich echt schwer...“, so die Facebook-Userin weiter.

UnternehmenAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946
GründerKarl Albrecht und Theo Albrecht

Tatsächlich schreit der Teenager seinen Vater an, auch wenn es recht mittig des Werbespots ist und nicht gleich zu Beginn. Im Streit ruft der Junge: „Wir haben kein Scheiß-Weihnachten, weil wir keine Scheiß-Familie sind.“ Rums! Die Emotionen kochen hoch - im Video und auf Facebook. Aldi Süd reagiert auf den Post und deeskaliert die Situation.

Aldi-Weihnachtsspot erntet Kritik: So reagiert der Discounter-Riese!

Der Discounter-Riese antwortet: „In unserem Weihnachtsspot werden Situationen dargestellt, welche sehr häufig im wahren Leben vorkommen. Das beinhaltet auch, dass im Zorn und Ärger geflucht wird. Es tut uns leid, wenn dir diese Darstellung missfällt. Ich gebe dein Feedback dazu an die Kolleg:innen weiter.“ Somit erklärt Aldi, der nun die „5D“-Regel eingeführt hat, nicht nur deutlich und treffend, die getroffene Wortwahl und den Realitätsbezug, sondern entschuldigt sich gleichzeitig bei der betroffenen Userin.

Ob der Weihnachtsspot bei mehreren Menschen so aufstößt oder ob viele andere Zuschauende vor Emotionen gar nicht darauf geachtet haben - der Spot von Aldi Süd trifft auf jeden Fall die Menschen vor dem Weihnachtsfest 2021 mit einer wichtigen Botschaft und einer herzzerreißenden Geschichte, die für den ein oder anderen vermutlich gar nicht so fremd ist. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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