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Aldi: Discounter verbannt Billigfleisch – doch das dauert noch mehrere Jahre

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Von: Daniel Hagen

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Aldi - Das Unternehmen gibt einen weitreichenden Schritt bekannt. Billigfleisch soll komplett aus den Regalen verbannt werden. Bis dahin wird es aber noch ein paar Jahre dauern.

„Wir geben heute ein großes Versprechen ab“, erklären Erik Döbele, Managing Director Corporate Buying bei Aldi Süd und Tobias Heinbockel, Managing Director Category Management bei Aldi Nord, am Freitag (25. Juni) in einer Mitteilung. In den nächsten Jahren soll Billigfleisch der Haltungsformen 1 und 2 komplett aus den Regalen verbannt werden. Mit diesem radikalen Schritt wolle das Unternehmen aus Mülheim an der Ruhr das Tierwohl und die Nachhaltigkeit der Wirtschaft verbessern. Bis es so weit ist, werden allerdings noch ein paar Jahre vergehen, wie HEIDELBERG24.de* berichtet.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946
Anzahl der Standorte11.235

Aldi: Discounter will Billigfleisch aus den Regalen verbannen – bis 2030

Die Entscheidung, bei Aldi* in Zukunft auf das Billigfleisch zu verzichten, hängt aber auch mit dem Konsumverhalten der Käufer:innen zusammen. Laut dem Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) hätten sich die Deutschen im Jahr 2020 häufiger für den Kauf von Bio-Fleisch entschieden. Für den Discounter ist dies das Zeichen, dass die Kunden „bereit für einen Bewusstseinswandel“ seien. Kein Wunder, wenn man an Lebensmittelskandale vergangener Jahre denkt.

Laut Plan soll noch in diesem Jahr 15 Prozent des Frischfleisch-Umsatzes aus den Haltungsformen 3 und 4 kommen. Dabei handelt es sich um Frischfleisch aus Außenklima- und BioHaltung. Bis zum Jahr 2025 soll vollständig auf Fleisch aus der Haltungsform 1 (Stallhaltung) verzichtet werden. Bis 2030 soll es bei Aldi dann nur noch Produkte aus den Haltungsformen 3 und 4 geben – wodruch die Zeiten enden, in denen man ein Kilogramm Hackfleisch für 99 Cent bekommen hat.

Aldi: Darum dauert die Umsetzung bis 2030

Doch warum braucht das Unternehmen noch fast neun Jahre, bis sie ihr „großes Versprechen“ umgesetzt haben? Laut Erik Döbele von Aldi Süd sei die Umstellung nicht ganz so einfach, wie mancher Kunde glaubt. „Der Fleischmarkt ist ein globales Geschäft mit vielen komplexen Strukturen und Parteien, die sich nicht von heute auf morgen ändern können. Rund 90 Prozent der deutschen Landwirte produzieren heute auf konventionelle Art und Weise“, heißt es in der Mitteilung.

Zudem sei dem Unternehmen bewusst, dass dieser Schritt auch mit einem hohen Risiko verbunden ist. Denn bessere Qualität des Fleischs erfordert bessere Haltung und verursacht automatisch höhere Kosten. „Mehr Tierwohl in der Breite bedeutet hohe Investitionen für Landwirte und die Umstellung eines Marktes, der die letzten Jahrzehnte nur eine Richtung kannte: Mehr Quantität“, sagt Döbele. Man habe aber die Hoffnung, mit diesem Schritt eine gesellschaftliche Veränderung zu mehr Tierwohl zu initiieren.

Aldi: Auch andere Discounter planen Abschaffung von Billigfleisch

Damit dieser Wunsch funktioniert, müsste aber auch die Konkurrenz mitziehen. Sonst gehen Kund:innen einfach in den nächsten Discounter, um sich dort das Billigfleisch zu kaufen. Lidl hat bereits im letzten Jahr angekündigt, Fleisch aus der Haltungsform 1 bis 2025 aus den Sortimenten zu verbannen. Produkte der Kategorie 2 sollen aber weiter verkauft werden. Ähnliche Pläne haben auch Rewe und Penny – allerdings noch ohne Zeitplan. Bei Edeka und Netto sind bislang keine Überlegungen in diese Richtung bekannt. (pm/dh) HEIDELBERG24.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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