Nach Schwindel-Skandal

"Newtopia": Betrunkene Produzentin beurlaubt

München - Ein nächtliches Geheimtreffen mit den "Newtopia"-Kandidaten brachte es ans Licht: Das angeblich authentische Sat.1-Format ist nur "scripted entertainment". Der Schwindel hat jetzt erste Folgen.

Die Regisseurin der "Newtopia“-Produktionsfirma Talpa Germany wurde laut "Bild"-Informationen beurlaubt. „Wir bestätigen, dass wir angemessene Schritte unternommen haben“, erklärte eine Talpa-Sprecherin am Dienstag. „Die verantwortliche Person wurde von ihrer Tätigkeit entbunden.“ Das ist die erste Konsequenz aus der angeblich nicht mit Sat.1 abgesprochenen Besprechung mit den Teilnehmern der "Reality"-TV-Show, die sich als "scripted entertainment" entpuppte.

Um zwei Uhr nachts hatte die TV-Macherin im (wie sie selbst sagte) betrunkenen Zustand die 15 Newtopisten unter anderem dazu gedrängt, ein Baumhaus zu bauen oder ein Tattoo-Studio zu eröffnen. Mit solchen Aktionen hoffte sie, den Hunger der Zuschauer, die sie als "Junkies" bezeichnete, auf Neues zu befriedigen und aus dem Quotentief herauszukommen, in dem das Format seit einiger Zeit hängt. Die Kandidaten hatten sich daraufhin über die Einflussnahme von außen beklagt.

Blöd nur: Die Regisseurin hatte offensichtlich vergessen, dass eine 360-Grad-Kamera die ganze hitzige Diskussion live ins Internet übertrug!

Nachdem der Schwindel aufgeflogen war, hatte sich der Privatsender bei seinen Zuschauern entschuldigt. Diese fühlten sich hinters Licht geführt und verliehen dem Format schnell den Namen "Faketopia". Man werde den Vorfall untersuchen, hatte Sat.1 versprochen, und betont, dass ein Kontakt zwischen der Produktionsfirma Talpa und den Pionieren "nur sehr reduziert" stattfindet.

"Newtopia" nach wie vor im Quotentief

Die verlorene Glaubwürdigkeit der immer als "authentisch" angepriesenen Sendung kommentierten die Zuschauer in teils bösen Tweets. So schrieb der TV-Autor Micky Beisenherz ("Dschungelcamp"):

Der Wirbel um die als "größtes TV-Experiment" beworbene "Reality"-Show hat deren Einschaltquoten kaum beeinflusst. Zwar schalteten mit 1,37 Millionen Zuschauern (6,0 Prozent) am Montag um 19 Uhr nur noch halb so viele Leute ein wie beim Start der Show im Februar. Die Quote war jedoch bereits Ende der vergangenen Woche in diesem Bereich angelangt.

hn/dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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