Talk bei „Maischberger“

Nach Sexmord in Freiburg: AfD-Politikerin attackiert Merkel

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Bei Sandra Maischberger diskutierten(v.l.) Alice Weigel, Ranga Yogeshwar, Gesine Schwan, Paul Ziemiak und Boris Palmer über den Umgang mit kriminellen Flüchtlingen. 

Berlin - Ablehnen, ausgrenzen oder abschieben: Die Sendung von Sandra Maischberger beschäftigte sich mit kriminellen Flüchtlingen. Trotz Krawall zu Beginn, eine sachliche Sendung.

„Angst vor Flüchtlingen: Ablehnen, ausgrenzen, abschieben?“ war das plakative Thema der „Maischberger“-Sendung am Mittwochabend. Hintergrund war die Festnahme eines 17-jährigen afghanischen Flüchtlings, der eine 19 Jahre alte Studenten vor einigen Wochen in Freiburg vergewaltigt und getötet haben soll.

Zu Beginn der Sendung hatte man Angst, es könnte heftig werden: „Ist Angela Merkel mitverantwortlich für diesen Tod?“, fragte Sandra Maischberger. Alice Weigel vom Bundesvorstand der AfD antwortete: „Selbstverständlich ist sie das, indirekt, mit.“ Das führte zum ersten Aufreger in der Sendung, den Paul Ziemiak, der Bundesvorsitzender der Jungen Union mit „absurd“ kommentierte. Danach wurde es aber deutlich besser.

Denn im Grund drehte sich die Sendung um zwei Fragen, die sachlich diskutiert wurden.

Macht es einen Unterschied, wenn ein Flüchtling einen Mord begeht oder ein Deutscher? 

Boris Palmer, Grünen-Oberbürgermeister von Tübingen, bekannt für seine durchaus kritischen Äußerungen in der Flüchtlingsdebatte sagte: Man könne die Menschen verstehen, die angesichts eines Verbrechens wie in Freiburg Kritik an der Flüchtlingspolitik äußerten. „Wenn jemand in einem Land um Hilfe bittet und dann nach einem Jahr so eine Tat begeht, dann kommt bei vielen Menschen das Gefühl auf: Da stimmt was nicht. Und das muss man erstmal zulassen“, so Palmer. Obwohl man dann davon ausgehe, dass an Flüchtlinge eine andere moralische Haltung angelegt werde, als an Deutsche, erwiderte Gesine Schwan, Politikwissenschaftlerin und SPD-Politikerin.

Sind Flüchtlinge krimineller als Deutsche? 

Bis auf Alice Weigel von der AfD waren sich hier alle einig: Flüchtlinge sind nicht mehr, sondern eher weniger kriminell als Deutsche. Unterschiede gibt es vor allem durch die Herkunft und das Alter. Dennoch flogen hier die Zahlen durcheinander – obwohl die Talk-Gäste eigentlich alle mit den Zahlen der polizeilichen Kriminalitätsstatistik und einem Bericht des BKA zur Flüchtlingskriminalität argumentierten. Doch die sind nicht ganz leicht zu lesen, wie Boris Palmer, studierter Mathelehrer, zu erklären versuchte.

Den emotionalen Höhenpunkt dieser doch recht sachlichen Sendung lieferte Hans Lehmann, ein Flüchtlingshelfer aus Freiburg. Er berichtete von Drohbriefen und -anrufen in den vergangenen Tagen. Er sei verantwortlich für „die Kloake der Kriminalität“ in Freiburg hieß es dort etwa. Natürlich seien die Menschen in Freiburg jetzt verunsichert, aber ein gesellschaftliches Problem in der Stadt sei nicht das Problem: „Das wird Freiburg nicht umhauen“, sagte Lehmann.

Auch ARD-Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar beschwichtigte in seinem Schlusswort die Diskussion: Angesichts der Einzelfälle, die jetzt so intensiv diskutiert würden gelte das Motto: „Keep calm and carry on“.

bew

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