Online-Petition

GNTM: Klum soll über Essstörungen aufklären

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Heidi Klum soll über Essstörungen aufklären, fordert eine Online-Petition.

Hannover - Tausende Mädchen bewerben sich jedes Jahr bei "Germany's Next Topmodel". Manche hungern sich für eine Catwalk-Karriere krank. Eine Online-Petition appeliert an Heidi Klums Verantwortungsgefühl.

"Auf die GNTM-Website greifen hunderttausende junge Nutzerinnen zu", schreibt Laura Pape in ihrer Online-Petition an Heidi Klum. "Und doch findet sich nicht ein einziger Hinweis auf das Thema Essstörung. Bitte ändern Sie das!", appeliert die 20-Jährige, die früher selbst magersüchtig war, an den Sender Pro7 und die "Modelmama". Diese müsse akzeptieren, dass Sie für viele junge Mädchen in Deutschland ein Vorbild sei, so Pape. Sie fordert die Jury-Vorsitzende auf, "über diese lebensgefährliche Sucht aufzuklären". Die Petition gegen den Magerwahn haben bereits mehr als 16.000 Menschen unterschrieben.

Am kommenden Donnerstag geht das Finale der Castingshow über die Bühne. "Mädchen von Hamburg bis München fiebern GNTM entgegen", schreibt die Autorin. Zwei besorgniserregend dünne Mädchen wurden zu Beginn der laufenden Staffel abgewiesen. "Das ist ok", findet Pape, "aber das reicht nicht."

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„Ich sage nicht, dass Heidi Klum Mädchen in die Magersucht treibt“, betont sie. Allerdings könne die Sendung die Sucht verstärken, falls man schon psychisch vorgeschädigt sei. "Es gibt natürlich einen Zusammenhang zwischen dem, was wir täglich im TV oder in Zeitungen sehen und unserem eigenen Körpergefühl." 

Der harte Weg aus der Magersucht

Mit 17 Jahren erkrankte Pape als Schülerin an Magersucht und hungerte sich innerhalb von fünf Monaten von 68 auf 47 Kilogramm runter. Ihren Weg zurück ins Leben nach einem sechsmonatigen Klinikaufenthalt beschreibt sie in ihrem Buch „Lebenshungrig“. Beim Abnehmen habe sie selbst nicht Models als Vorbild gehabt, sagte die Autorin. Fatal seien aber Diäten gewesen. „Für mich war das Schwerste, vom ständigen Kalorienzählen loszukommen.“

Vor allem junge Frauen sind betroffen

An diesem Dienstag ist der Internationale Anti-Diät-Tag, der vor mehr als 20 Jahren aus Protest gegen den Schlankheitswahn ins Leben gerufen wurde. Diäten gehören angesichts des in Werbung und Medien weit verbreiteten Schlankheitsideals heutzutage für viele zum Alltag. Geht die Fastenkur allerdings weiter, obwohl das gewünschte Gewicht erreicht ist, nimmt das Streben nach dem vermeintlichen Idealgewicht krankhafte Züge an.

Während Gesunde ihre normalen Essgewohnheiten wieder aufnehmen, hungern Magersüchtige weiter - auch wenn die Gesundheit Schaden nimmt: Magen- und Darmbeschwerden, Herz-Kreislauf-Störungen, Osteoporose oder organische Schäden können die Folge sein. Auch die Seele leidet unter dem Schlankheitswahn: Es drohen Schlafstörungen, Panikattacken und Depressionen.

Essstörungen wie Magersucht oder Ess-Brech-Sucht gehören zu den häufigsten chronischen Gesundheitsproblemen im Kindes- und Jugendalter. Laut Robert-Koch-Institut gibt es mittlerweile bei jedem dritten Mädchen in Deutschland zwischen 14-17 Hinweise auf eine Essstörung, jeder fünfte Jugendliche sei gefährdet, berichtet die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Als Risikogruppe gelten Fachleuten zufolge vor allem Mädchen und Frauen zwischen 15 und 24 Jahre, junge Männer sind erheblich seltener betroffen. Einer Studie des Instituts zufolge sind Kinder aus wirtschaftlich schwächeren Familien sowie Migranten in Deutschland besonders gefährdet.

dpa/hn

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