Neue Perspektive fehlt

„Ex_Machina“: Kein überzeugendes Debüt

München - Dem Schriftsteller Alex Garland gelingt es mit seinem Regiedebüt „Ex_Machina“ nicht, dem Science-Fiction-Genre Neues hinzuzufügen.

Mensch und Maschine. Ein Thema, das viele bewegt – andere jedoch kalt lässt. Doch auch Letztere müssen zugeben, dass kaum ein Genre so sehr in Ästhetik schwelgen kann wie die Science Fiction.

Ob die Verlockung einer perfekten futuristischen Optik den britischen Autor Alex Garland dazu bewogen hat, sein Regiedebüt ausgerechnet in diesem Metier zu wagen? Wer die Bilder, die er und sein Kameramann Rob Hardy entwerfen, auf sich wirken lässt, könnte durchaus auf den Gedanken kommen.

In „Ex_Machina“ kontrastiert Garland das vermeintlich Unechte mit dem Echten, die Technik mit dem ungerührten Wirken, das wir Natur nennen. Sein Protagonist, der Programmierer Caleb (Domhnall Gleeson), darf in der Residenz seines durchgeknallten Chefs Nathan (Oscar Isaac) die neuentwickelte künstliche Intelligenz Ava (Alicia Vikander) testen.

Auch wenn die Frage, ob Menschen bald Maschinen erschaffen können, die sich phänomenologisch nicht von ihnen unterscheiden, berechtigt ist, weiß Garland diesem Urthema der Science Fiction in seinem Thriller wenig hinzuzufügen.

Natürlich ist diese Mensch-Maschine eine kindlich-schöne, von Männerhand geschaffene Frau – und wie in „Blade Runner“ verliebt sich die Hauptfigur in sie. Zur Ehrenrettung des Regisseurs sei angemerkt, dass er mit diesen Genre-Stereotypen augenzwinkernd umgeht und in einer absurden Tanzszene fast schon Satire wagt.

Eine neue Perspektive zu eröffnen, dem Thema gesellschaftliche Brisanz zu verleihen, gelingt ihm jedoch kaum. Statt die satirischen Momente auszubauen, flüchtet er sich in Bilder. Elegant sind sie, von lupenreiner Schönheit und dabei so aseptisch, dass sich selbst ein vom Waschzwang Befallener in Garlands Welten pudelwohl fühlen würde. (In München: Mathäser, Royal, Leopold, Gabriel, Atelier, Museum Lichtspiele, Cinema.)

Katrin Hildebrand

„Ex_Machina“

mit Domhnall Gleeson

Regie: Alex Garland

Laufzeit: 108 Minuten

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Rubriklistenbild: © snacktv

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