Alternativen für den europäischen Liedwettbewerb

„Eurovision Song Contest“ 2020 trotz Corona: Ersatzshows von ARD und ProSieben - wer war besser?

Da es wegen der Corona-Krise keinen klassischen „Eurovision Song Contest“ geben konnte, haben ARD und ProSieben eigene Ersatz-Shows gezeigt, die bei den Zuschauern punkten sollten.

  • Seit Jahrzehnten bereits messen sich Europas Musiker im „Eurovision Song Contest“. 
  • In diesem Jahr musste der Musikwettbewerb wegen der Corona-Pandemie allerdings abgesagt werden.
  • ARD und ProSieben sendeten jeweils eigene ESC-Ersatz-Shows.

Update vom 17. Mai 2020: „Open up“ hätte das Motto des diesjährigen Eurovision Song Contest in Rotterdam lauten sollen, doch es kam die Corona-Pandemie, der Shutdown und alles anders. ARD und ProSieben sendeten am Samstagabend konkurrierende Ersatzwettbewerbe fürs deutsche TV-Publikum. 

ESC-Ersatzshows: ARD sticht ProSieben aus

Im Duell deutscher ESC-Ersatzshows siegt die ARD knapp vor Raab. Traditionell ist das Finale des Eurovision Song Contest die erfolgreichste TV-Unterhaltungsshow des Jahres. Vergangenes Jahr sahen siebeneinhalb Millionen im Ersten zu. 

Diesmal verteilten sich die Millionen auf ARD (3,1 Millionen) und ProSieben (2,6 Millionen); Sieger im Quotenrennen der Primetime wurde sogar der ZDF-Samstagskrimi „Herr und Frau Bulle - Abfall“ mit 5,5 Millionen. 

Das sind die Sieger Ersatzshows von ARD und ProSieben 

Das deutsche ESC-Finale im Ersten* gewann Litauen mit dem minimalistischen Elektropopsong „On fire“ der Band The Roop. Bei ProSieben gewann Nico Santos für Spanien mit dem Lied „Like i love you“ den„Free European Song Contest“. Diesen neuen alternativen Wettbewerb mit eigenen Musikbeiträgen produzierte Altmeister Stefan Raab, bei dem viele auf ein TV-Comeback gehofft hatten. Im Ersten lief außerdem nach dem deutschen ESC-Finale ab 22.15 Uhr zeitversetzt eine zweistündige internationale Ersatzshow des niederländischen Fernsehens, bei der es aber kein Voting gab. Bei dieser Sendung stürzte die Quote ab, auf nur noch 1,6 Millionen.

Dafür gab es in dieser aus Hilversum bei Amsterdam präsentierten Sendung Ausschnitte aller für den ESC in Rotterdam vorgesehenen Beiträge. Am Ende der europaverbindenden Show, die von Sendern in 45 Ländern übernommen wurde, sangen die nominierten Interpreten gemeinsam - wenngleich coronabedingt von zu Hause aus - „Love Shine a Light“, den ESC-1997-Siegertitel von Katrina and the Waves.

So hätte der deutsche ESC-Beitrag ausgesehen

Sänger Ben Dolic lieferte zuvor im deutschen ESC-Finale der ARD mit Moderatorin Barbara Schöneberger eine Vorstellung davon ab, wie der deutsche Beitrag für die Finalshow in Rotterdam ausgesehen hätte. Mit vier Tänzern und vor großer Leinwand sang der 23-Jährige in der leeren Hamburger Elbphilharmonie „Violent Thing“.

Am Ende der von Steven Gätjen und ESC-2014-Gewinnerin Conchita Wurst moderierten Show wurde zu verschiedenen Repräsentanten der Teilnehmerländer geschaltet, um Punkte einzusammeln. Für welches Land die deutschen Zuschauer die meisten Stimmen abgaben, verkündeten zugeschaltet aus Los Angeles Model Heidi Klum (46) und Ehemann Tom Kaulitz (30). Es war „der Mond“, hinter dem im „Masked Singer“-Astronautenkostüm Max Mutzke steckte.

Raab-Sensation beim „Free ESC“ platzt

Überraschend war der Künstler, der für Deutschland antrat: der Musiker und Komiker Helge Schneider („Katzeklo“). Das Lied des 64-Jährigen drehte sich passend zur Corona-Pandemie ums Zuhausebleiben („Forever at home, forever alone, für immer im Haus“). Für den Sieg reichte das nicht. ProSieben hatte Schneiders Teilnahme zuvor geheim gehalten. Daher war spekuliert worden, Showmaster-Ruheständler Stefan Raab könnte selbst für Deutschland ins Rennen gehen. Doch die Raab-Sensation beim „Free ESC“ platzte*, das TV-Urgestein war in seiner Show nur in einem aufgezeichneten Clip kurz als Nicole-Parodist zu sehen.

„Eurovision Song Contest“ 2020 trotz Corona - ARD und ProSieben senden mehrere Ersatz-Shows

Erstmeldung vom 16. Mai 2020: Hamburg/Köln/Hilversum - Sehr zum Bedauern der Künstler und Musikfans aus ganz Europa musste der „Eurovision Song Contest“ in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie abgesagt werden. Ganz auf das alljährliche Pop-Spektakel müssen die Zuschauer in diesem Jahr aber trotzdem nicht verzichten, denn die ARD und ProSieben senden statt des ursprünglichen Wettbewerbs gleich mehrereESC-Ersatz-Shows: Vom „Free-ESC“ und einem eigenendeutschen Finale aus der Elbphilharmonie bis hin zum internationalen Format „Europe Shine a Light“ und einer Wiederholung des Eurovision Song Contest 2010 aus Oslo, bei dem Lena für Deutschland siegte, ist für den 16. Mai 2020 nun doch ein recht breites Programm geplant. 

„Eurovision Song Contest 2020 - das deutsche Finale“ (ARD): Hier wird „Sieger der Herzen“ gewählt

Das Erste überträgt ab 20.15 Uhr aus der Elbphilharmonie in Hamburg die Sendung „Eurovision Song Contest 2020 - das deutsche Finale“* mit Barbara Schöneberger. Dort soll gegen 22 Uhr vor leeren Rängen ein deutscher „Sieger der Herzen“ aus den eigentlich für Rotterdam vorgesehenen Teilnehmern feststehen. Zehn der 40 ausländischen ESC-Beiträge stehen zur Abstimmung, darunter Russland und die Schweiz. Die Interpreten aus Litauen, Island und Dänemark treten sogar live auf. Michael Schulte und Peter Urban kommentieren.

„Europe Shine a Light“: ARD sendet internationale Ersatz-Show für den „Eurovision Song Contest“

Danach zeigt die ARD die internationale Ersatzshow Europe Shine a Light“* des niederländischen Fernsehens, bei der es aber kein Voting gibt. Die Show kommt nicht aus einer großen Halle in Rotterdam, sondern aus einem TV-Studio in der Medienstadt Hilversum bei Amsterdam. In rund zwei Stunden sollen dabei alle für Rotterdam nominierten Interpreten und ihre Songs im Rampenlicht stehen. Und sie sollen gemeinsam von ihrem jeweiligen Heimatland aus „Love Shine a Light“ singen, den ESC-Siegertitel von 1997 von Katrina and the Waves.

„Europe Shine a Light“ (ARD): ESC-Ersatz-Show für den Zusammenhalt Europas in der Corona-Krise

Die TV-Show soll Europa in der Corona-Krise verbinden, das wollen die Rundfunkunion EBU und die produzierenden TV-Sender. Der „unvergessliche Moment in der Eurovisions-Geschichte“, den sich TV-Produzent Sietse Bakker wünscht, könnte dann sein, wenn Grand-Prix-Fans in aller Welt einstimmen und gemeinsam mit dem dreimaligen ESC-Sieger Johnny Logan dessen 40 Jahre alten Siegertitel „What's Another Year“ singen.

„Europe Shine a Light“ (ARD) als ESC-Tribut voller Überraschungen

Die Produzenten versprechen eine Show mit vielen musikalischen Überraschungen, Auftritten von Eurovisionsstars und Hits zum Mitsingen. So soll die Niederländerin Ilse DeLange gemeinsam mit Michael Schulte den deutschen Siegertitel von 1982, „Ein bisschen Frieden“ von Nicole, singen. Mit dabei ist auch der amtierende ESC-Gewinner Duncan Laurence, der 2019 in Tel Aviv mit der Ballade „Arcade“ für die Niederlande gewonnen hatte. Präsentiert wird die Show von der niederländischen TV-Moderatorin Chantal Janzen sowie den Sängern Edsilia Rombley (zweimal ESC-Teilnehmerin, Viertplatzierte 1998) und Jan Smit, der mit Florian Silbereisen und dem belgischen Sänger Christoff De Bolle die Schlagerband Klubbb3 bildet.

„Free European Song Contest“ (ProSieben): Stefan Raab organisiert seine eigene ESC-Ersatz-Show

Bei ProSieben hat währenddessen Altmeister Stefan Raab* einen neuen Songwettbewerb ins Leben gerufen, den Free European Song Contest“* mit 15 eigenen Ländervertretern, darunter Sarah Lombardi, Mike Singer und Vanessa Mai. Die Moderation der auf etwa vier Stunden angelegten Show ab 20.15 Uhr übernehmen Steven Gätjen und die ESC-2014-Gewinnerin Conchita Wurst.

“Eurovision Song Contest 2010“ (ARD): Das Erste zeigt Lena Meyer-Landruts großen Triumph

Eine andere einstige ESC-Gewinnerin wird es zudem auch in der ARD zu sehen geben, denn um 00.05 Uhr sendet das Erste eine Wiederholung des Eurovision Song Contest 2010 aus Oslo, bei dem Lena* für Deutschland siegte. Seither ging es mit der Karriere der damals knapp Volljährigen steil bergauf. So ist Lena Meyer-Landrut dank zahlreicher Alben* und Singles* nicht mehr aus den Charts wegzudenken und auch darüber hinaus im deutschen Fernsehen* recht präsent.

lros/dpa

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