Neue Staffel der US-Serie startet

Dieser Berliner mischt "Homeland" auf

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Numan Acar macht Claire Danes in der neuen "Homeland"-Staffel schwer zu schaffen.

Berlin - CIA-Agentin Carrie Mathison ist zurück im deutschen Fernsehen. Und mit ihr ein Schauspieler aus Berlin, der in der US-Serie „Homeland“ den Bösewicht verkörpert.

Eine riesige Rauchwolke steigt auf, ein Haus liegt in Trümmern - die Bombe hat den pakistanischen Top-Terroristen ausgeschaltet. Etliche Kilometer entfernt feiern die CIA-Mitarbeiter in Kabul ihre ferngesteuerte Mission - und fröhlich den Geburtstag ihrer Chefin Carrie (Claire Danes). „Drohnen-Königin“ steht auf der Schokoladentorte. Die rastlose, psychisch kranke CIA-Agentin ist der Mittelpunkt der US-Serie „Homeland“. Danes dreht derzeit bereits die fünfte Staffel, sie entsteht in und um Berlin. Wann sie zu sehen sein wird, ist offen, am Freitag um 20.15 Uhr startet im deutschen Free-TV zunächst Staffel vier, in der auch Nina Hoss eine Gastrolle hat. Zuvor lief „Homeland“ beim Privatsender Sat.1. Nun zeigt der Schwestersender Kabel eins die neuen Folgen.

Der Feind der CIA kommt darin aus Deutschland. Der in Berlin lebende Numan Acar („Kokowääh“, „Kebab Connection“) spielt den pakistanischen Taliban, „die Nummer vier auf der Abschussliste“ der Amerikaner: Haissam Haqqani ist zugleich Familienvater und grausamer Mörder. Er nimmt Carrie Mathisons früheren Chef und Mentor Saul (Mandy Patinkin) als Geisel. Für die Rolle bewarb sich der Deutsch-Türke Acar mit einem Casting-Video - und war erfolgreich. „Ich hatte die Figur so angelegt, dass sie Gefährlichkeit und Freundlichkeit zugleich ausstrahlt - und mir wurde gesagt, dass die Macher mir diese Interpretation sofort abgekauft haben. Und dann sind wir uns recht schnell einig geworden“, sagt er im dpa-Interview.

Acar, der auch als Autor, Regisseur und Produzent tätig ist, hat in vielen deutschen und türkischen Produktionen mitgespielt. Nun die Rolle in der weltweit bekannten US-Serie, gedreht wurde in Südafrika. „In den Büchern wird sehr präzise eine Welt beschrieben, die dann auch wirklich eins zu eins auf dem Bildschirm wiedergegeben wird“, sagt der Schauspieler. Und: „Die amerikanischen Serienmacher trauen sich, Geschichten anders zu erzählen und Neues auszuprobieren.“

Der Krieg gegen den - islamistischen - Terror, Überwachung und Paranoia sind die großen Themen in „Homeland“. Kritiker warfen der Serie auch islamophobe Klischees vor. Doch sie zeigt auch die Schwächen der amerikanischen Außen- und Sicherheitspolitik - und wie etwa in der vierten Staffel fatale „Kollateralschäden“.

Mehrfach wurde „Homeland“ mit Emmys und Golden Globe Awards ausgezeichnet. US-Präsident Barack Obama gehört zu den Fans. In Deutschland hat die Serie eine treue Fangemeinde, aber kein riesiges Publikum gefunden. Bei der ersten Staffel schalteten nach Senderangaben im Schnitt 1,76 Millionen Zuschauer ein. In den folgenden Staffeln waren es 1,22 Millionen und 980 000. Die Quote in der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen sank von durchschnittlich 14,5 Prozent auf 8,8 beziehungsweise 8,7 Prozent.

„Sicherlich gibt es Themen, die in Amerika größer sind als hier. Aber ich glaube, es kommt darauf an, wie etwas umgesetzt wird“, meint Acar. „Und es geht hier doch auch vor allem um zwischenmenschliche Beziehungen. Welche Entscheidungen treffen die Figuren, wie gehen sie mit Problemen um? Das interessiert die Zuschauer, egal wo. Spannende Helden und Anti-Helden zu kreieren - da sind die Amerikaner einfach Vorreiter.“

Die Zuschauer müssen sich nun auf ein „Homeland“ ohne einen der früheren Hauptprotagonisten einstellen: US-Marine Nicholas Brody (Damian Lewis), zuerst gefeierter Held nach einer jahrelangen Gefangenschaft im Irak und dann als Terrorist gejagt, stirbt am Ende von Staffel drei den Serientod. Da ist CIA-Agentin Carrie gerade von ihm schwanger.

In den neuen Folgen, die derzeit in der Hauptstadtregion gedreht werden, gibt es wieder einen Neuanfang: Carrie zieht nach Berlin um. Hier und im Studio Babelsberg entsteht die fünfte Staffel, eine Million Euro öffentlicher Förderung gibt es dafür, rund 1500 Menschen standen für ein Komparsencasting Schlange. Mit dabei in der nächsten Staffel sind neben Danes, Patinkin und Rupert Friend auch die deutschen Schauspieler Sebastian Koch und Alexander Fehling. Und: Auch Deutschland mit seiner konfliktreichen Geschichte, sagte Patinkin dem Portal Digital Spy, spiele eine tragende Rolle in der Geschichte.

dpa

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