Abgehakt

Batman vs. Superman: Gipfeltreffen ohne Höhepunkte

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Starre Blicke, kein Profil: Batman (Ben Affleck, li.) und Superman (Henry Cavill).

München - Zack Snyder soll mit „Batman v Superman“ den „Justice League“-Kosmos aufbauen – und liefert nur fade Stangenware.

Nun also wieder: Das „Zorro“-Filmposter im Hintergrund. Die reiche Familie, die aus dem Kino kommt. Der Raubüberfall, die Schüsse. Die berstende Perlenkette. Tote Eltern. Fledermaushöhle. Bruce Wayne, der zu Batman wird. „Batman v Superman“ hat das in den ersten Minuten abgehakt – wie er so vieles bloß abhakt, statt es mit neuem Leben zu füllen.

Nun also wieder: Metropolis/ Gotham/ New York und die zu Aschewolken zerstiebenden Wolkenkratzer. Ein bisserl 9/11 geht immer. Superman: eine Supermacht mit ramponiertem Image ob der Kollateralschäden. Batman: der Rächer der Entleibten. Zum Wrestling-Match! Man konnte seine Probleme haben mit Christopher Nolans „Dark Knight“-Trilogie, und erst recht mit Zack Snyders freud- und farblosem Stahlgewitter „Man of Steel“. Aber sie hatten immerhin erkennbare Persönlichkeit. Dieser Film ist Produkt gewordener Franchise-Neid. Warner/DC-Comics mit ihrer Verwertungsrechte-Nische haben bisher brav alle paar Jahre Batman und Superman neu gestartet. Während Disney/Marvel um die Avengers ein enorm lukratives, weit verästeltes Universum spann. Nun soll dieser Film den Grundstein legen für einen „Justice League“-Kosmos. Doch das erste Gipfeltreffen der Cape-Träger ist spektakulär fad. Selbst ein Gutteil der einfallslosen, planlos geschnittenen Actioneinlagen ist in Traumsequenzen verbannt. Es hilft freilich nicht, dass Henry Cavill und Ben Affleck kaum Charisma entwickeln in ihren Rollen. Doch die Flachheit ist auch Snyders Schuld – wie soll gegen seinen grimmdunklen Superman ein Batman noch Schattenprofil gewinnen?

Generell nivelliert „BvS“, sucht das Mittelmaß statt die Extreme. Superman und Batman bekommen beide ihre Christuspose – doppelt hält besser, grad zu Ostern. Jesse Eisenbergs Bösewicht Lex Luthor ist zwischen Mark Zuckerberg und dem Joker angesiedelt. Die Effekte, das Tamtam des Hans-Zimmer-Soundtracks: Stangenware. Selbst Hollywoods Chef-Faschist Zack Snyder und Autor David S. Goyer schaffen’s nicht, mehr als lauwarm antidemokratisch zu sein. Selbst für Blockbuster-Verhältnisse gestrig sind die Frauenrollen: Reporterin Lois Lane (Amy Adams) muss sich andauernd von ihrem Supermänne retten lassen. Gal Gadots groß angekündigte Wonder Woman darf im Fernsehen zuschauen, was die Überbuben Tolles treiben. Und weich werden die Stahlmänner bei Mutti. Einziger Lichtblick: Jeremy Irons als Batman-Butler Alfred, dessen distinguiertes Desinteresse wenigstens Charme hat.

„Batman v Superman“

mit Ben Affleck, Henry Cavill Regie: Zack Snyder Laufzeit: 153 Minuten

Erträglich

Dieser Film könnte Ihnen noch am ehesten gefallen, wenn Sie „Man of Steel“ mochten.

Thomas Willmann

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