Glosse zur erste Folge der RTL-Show

„Bachelor“: Der Rosenscheißer ist wieder unterwegs

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Das ist der neue Junggeselle auf RTL.

Leute, die Treibjagd ist eröffnet! Wie? Wo? Was wird gejagt? Wildschweine? Neee, der diesjährige Bachelor Daniel Völz sucht nach der passenden Traumfrau. Eine Glosse zur ersten Folge.

Mit der Treibjagd macht RTL ernsthaft Werbung fürs Weiber-Wetteifern. In weißen Fummeln jagen die Damen mit Speer und Netz bewaffnet den kleinen Rosenscheißer. Dämlicher könnte es kaum sein. Aber das war ja nur die Vorschau zur achten Staffel des Bachelors. Es wurde noch viel unerträglicher.

Daniel Völz sieht zwar nicht aus wie ein Wildschwein, aber wie einer dieser ätzenden Typen, die in Supermarkt-Foyers stehen und dir Sky-Abos oder Nespresso-Kapseln andrehen wollen. "Hallo, schönen guten Tag, darf ich Ihnen..." GEH MIR NICHT AUF DEN SACK!

Der 32-Jährige ist Immobilienmakler. In Florida, Baby. Uh yeah. Florida, klar – Buden in Castrop-Rauxel zu verticken wäre nur halb so cooool und hoooot. Außerdem könnte er dort nicht so lässig Auto fahren, Speerfischen und Tauchen. Das zählt zu seinen liebsten Hobbys. Außerdem fährt Daniel voll auf Meeresfrüchte ab. Hoffen wir mal, dass die Damen dies auch tun und sich nicht an seiner Seegurke verschlucken. Hihi. Sorry. 

Hysterische Hyänen schmeißen sich in Orsay-Kleider

Äußerst bescheiden gab sich der Bitchelor schon im Vorfeld. Gegenüber RTL sagte er: „44 Augen auf einen gerichtet und 22 Ladys, die an jedem Wort hängen, das ich sage – das strapaziert bestimmt die Nerven.“ Sympathisch, oder? So zurückhaltend.

Bei den Kandidatinnen ist alles wie immer: Die hysterischen Hyänen haben sich in ihre Orsay-Kleider geschmissen, hatten noch ne Frontal-Kollision mit der Kosmetik-Abteilung bei Douglas und ab geht die Post. Rosen-Anwärterin Nadine sieht so aus, als sei sie vor der Insolvenz noch schnell bei Beate Uhse shoppen gewesen. Sie hat sich ein rotes Nichts angezogen. 

Da waren‘s noch alle 22.

Auch Michelle sieht einfach top aus in ihrem hautengen Schimmer-Fummel, der wirkt, als hätte sie sich die Haut eines Aals übergezogen. Beruflich machen die gefühlt 14-Jährigen natürlich alle Youtube und Model und so. Voll nooormal.

Auf der Fahrt zur Bachelor-Villa muss man ja immer Angst haben, dass die Mädels vor Aufregung ihren Aggregatzustand ändern.  Fassen wir das konfuse Limousinen-Gesabbel schnell zusammen:

„Oh Gott. Nein. Hilfe. Ich bin so aufgeregt, oh Gott. Ich kann nicht mehr. Mein Herz! Worauf hab ich mich da eingelassen. Oooooh. Siehst du ihn schon? Ich bin aufgeregt. Oh mein Goooooott. Aaaaaah. Hilfe. Ich sterbe.“

Dieses chaotische Gefasel könnte auch aus dem Kreissaal kommen, wo eine Schwangere gerade ihr Kind gebärt.

Bachelor-Babe Amelie geht gerne zur Kirche und macht seit zwei Jahren Instagram. Aha. Und jetzt Betschwester beim Bachelor? Okay. Ähm. Ja. Jesus dreht sich gerade am Kreuz um.

Der Smalltalk ist mit allen wie immer zum Sterben peinlich. Acht Minuten Schweigen. „Hi“. Schweigen. „Hi. Ich bin aufgeregt.“ Schweigen. „Was machst du so?“ „Ähm, jetzt?“ Schweigen. „Hm ne, so beruflich.“ Oh, bin kurz weggepennt.

„Er ist so schön. Er ist so schön.“

Aber der poetische Bachelor war sich ja so sicher, dass die „Ladys“ an seinen monotonen, langweiligen Blubber-Worten hängen werden. Blabla. Lalala. Schnaarch. Selbst eine Kaulquappe hätte mehr zu erzählen.

Aber auch die Damen sind wortgewandte Granaten: „Er ist so schön. Er ist so schön. Jaaa! Er hat Zähne. Jaaa. Er hat Haare. Wooow. Oh mein Gott.“

Kandidatin Janine stellt nach dem Händeschütteln mit Daniel erstmal die Prioritäten klar: „Isch brauch jetzt erstmal Alkohol!“ Alkohol first, Bachelor second.

So geht es vermutlich auch uns Zuschauern. Einen doppelten Amarula, bitte. Auch Daniel muss wahrscheinlich irgendwie seine Scham ertränken, nachdem er Janina (oder Selina?) mit Lina verwechselte. Upps. Aber was solls. Janina, Tina, Nina, Vagina - Hauptsache blond!

Eine will direkt in den Sack hauen. Weil sie nicht da ist wegen Show, sondern wegen Gefühle. Man kann sie für diese mutige Entscheidung nur beglückwünschen. Aber dann bleibt sie doch! Mannometer! Sie hätte so gute Chancen gehabt, nächste Woche noch spontan ins Dschungelcamp zu ziehen.

Tja, am Ende der ersten Folge fliegen vier Barbies aus dem Traumschloss. Und es wird natürlich üüüübelst spannend in den nächsten Wochen. Es wird geschmust, geküsst, geprotzt, gezofft, gelästert, geheult. Wie das bei Teenagern halt so ist, wenn die Hormone durchkommen. Aber um es mit den Worten einer Kandidatin zu sagen: „Das wird richtig lit, Leute!!“

Mara Schumacher (kreiszeitung.de)

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