Sie war verschleiert im TV zu sehen

ARD-Journalistin trug Kopftuch im TV - und reagiert jetzt emotional auf Kritiker

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Natalie Amiri am Montagmorgen im ARD-Morgenmagazin. 

Die Journalistin trat mit einem Kopftuch vor die Kamera - im Netz brodelte es. Nun antwortete sie im Morgenmagazin auf ihre Kritiker. 

Teheran/Köln - Natalie Amiri leitet das ARD-Auslandsbüro in Teheran. In den vergangenen Tagen war die Journalistin auf Grund der Proteste im Iran wieder häufig im Fernsehen zu sehen - mit Kopfbedeckung. Das sorgte für Empörung bei manchen Zuschauern. Im Gespräch mit Morgenmagazin-Moderator Sven Lorig im ARD-Studio in Köln erschien die gebürtige Münchnerin mit iranischem Vater ohne ein Kopftuch - redete aber offen über die Kritik im Netz.

„Ich war entsetzt“

Bereits Anfang Januar hatte die Tagesschau auf die Kritiker reagiert. Über die Sozialen Netzwerke wurde ein Statement von Natalie Amiri verbreitet. Es sei „keine Frage der eigenen Entscheidung“, ob sie sich verschleiere. Im Iran gelte das Gesetz zur Verschleierung für alle Frauen. 

Für nicht wenige Zuschauer blieb das Kopftuch der gebührenfinanzierten Auslandskorrespondentin aber ein „rotes Tuch“. Man müsse die eigene Freiheit gegen solche religiösen Vorschriften verteidigen und dürfe sich als Frau nicht unterdrücken lassen, empörten sie sich im Netz.

Lorig wollte von Amiri wissen, wie sie auf diese Meinungen reagiert habe. Entsetzt sei sie darüber gewesen, dass einige forderten, lieber einen männlichen Korrespondenten in den Iran zu schicken. „Das spricht gegen mein Verständnis von Frauenrechten“, so die Journalistin entschieden. Es gebe im Iran nur „eine Handvoll westlicher Journalisten“, und sie, „die Persisch spricht und dieses Land versteht“ solle dort nicht mehr arbeiten und Platz machen für einen Mann, nur weil sie sich an ein Gesetz halte, hinterfragte sie sichtlich aufgebracht im Morgenmagazin diese Ansicht. 

Ob sie die Kritik verletzt habe, fragte Lorig nach. Amiri nahm sich einen Augenblick Zeit für eine Antwort. Geärgert habe es sie. Vor allem deshalb, weil mehr über ihr Kopftuch geredet wurde als über ihre Arbeit. Sie sei ein Risiko eingegangen, als sie über die Proteste berichtete. 

Hier können Sie einen Ausschnitt des Interviews sehen: 

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