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„The Umbrella Academy“ und „The Boys“: Klischees in beiden Serien sorgen für Shitstorm im Netz

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Von: Sophia Adams

Eine Szene der Serie „The Umbrella Academy“.
Die Netflix-Serie „The Umbrella Academy“ wird aufgrund der Darstellung der Figur Ben (Justin H. Min) kritisiert. © Christos Kalohoridis/Netflix

Twitter-Nutzer diskutieren über Klischees, die in „The Umbrella Academy“ und „The Boys“ vorkommen sollen. Ein Stereotyp steht besonders in Kritik.

Die Superhelden-Serien „The Umbrella Academy“* und „The Boys“ gelten als besonders populäre Eigenproduktionen von Netflix und Prime Video. Trotz ihrer Beliebtheit sind die Zuschauer nicht mit allem einverstanden, was sich die Macher in Bezug auf die Handlung und der Figurengestaltung erlauben. Auf Twitter hat der amerikanische Schauspieler und Sänger Jimmy Wong beispielsweise eine Diskussion über die Darstellung von asiatischen Figuren in beiden Serien angestoßen. Er weist dabei auf ein typisches Klischee hin, das in Hollywood häufiger – und womöglich unbewusst – zum Einsatz kommt.

„The Umbrella Academy“ und „The Boys“: Schauspieler Jimmy Wong stört sich an typischem Asiaten-Klischee

In den Serien „The Umbrella Academy“ und „The Boys“ wurden zwei Hauptrollen mit asiatischen Darstellern besetzt: Justin H. Min spielt die Figur Ben in der Netflix-Produktion und Karen Fukuhara verkörpert Kimiko in dem Superhelden-Hit von Prime Video. Obwohl die Schauspieler zwei tragende Rollen übernehmen, stellte Jimmy Wong fest, dass sie kaum Text und Dialoge mit anderen Figuren haben. Das sei seinen Aussagen nach in Hollywood-Produktionen sehr häufig der Fall:

„Eine unschöne Schauspiel-Sache, die ich während des Pandemie-Binge-Watchings bemerkt habe: Unglaublich attraktive und gutaussehende, asiatische Darsteller spielen Figuren, die fast keine Dialoge haben, weil das... mysteriös wirken soll?“, schreibt Wong auf Twitter. In weiteren Tweets erklären er und andere Nutzer, dass dieses Phänomen in vielen weiteren Produktionen zu beobachten sei – und oft trifft es auch schwarze Figuren, die kaum mit den weißen Hauptcharakteren interagieren. Ein Problem sei das deshalb, weil asiatischen und schwarzen Darstellern dadurch die Möglichkeit entzogen wird, sich schauspielerisch zu beweisen. Gleichzeitig stehen in einem solchen Fall nur weiße Schauspieler im Rampenlicht und wirken dadurch wesentlich relevanter.

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Kritik an „The Umbrella Academy“ und „The Boys“ kann nicht jeder nachvollziehen

Wie das Magazin Digital Spy berichtet, soll zumindest „The Boys“-Schöpfer Eric Kripke der Kritik von Wong zustimmen. Er erklärt, dass es ihm leidtue, wie Kimiko in der 1. Staffel dargestellt wurde. In der 2. Season habe sie deshalb eine größere Bühne bekommen, um das Klischee der „stillen asiatischen Figur“ zu beseitigen.

Unter Wongs Tweet sammelten sich dennoch viele Kommentare an, in denen Nutzer die Darstellungsweisen in „The Umbrella Academy“ und „The Boys“ verteidigen: „Also Ben ist (größtenteils) tot und nur Klaus kann ihn sehen. Die beiden haben einen sehr emotionalen Umgang und sprechen sowieso kaum miteinander. Kimiko wurde als Kind mit ihrem Bruder traumatisiert und spricht nur mithilfe ihrer eigenen Zeichensprache... die keiner versteht... warum sollte sie also sprechen?“, erklärt ein Nutzer. Aufgrund der Handlungen bliebe den Figuren also wenig Spielraum für Kommunikation. Die Tatsache, dass die Charaktere asiatisch besetzt sind, sei wiederum auf die Comic-Vorlagen zurückzuführen: „Die Serien, die du kritisierst, gehören zu den Produktionen mit einer ohnehin schon sehr kulturell offenen Besetzung. Beide basieren außerdem auf Comics, welche du, wenn überhaupt, stattdessen kritisieren solltest“, merkt ein weiterer Nutzer an. (soa) *tz.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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