Nach Heimspiel gegen Rostock

Wegen Pyro-Kommentar: Waldhof-Stadionsprecher muss zum Rapport!

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Der Stadionsprecher des SV Waldhof Mannheim ist zum Rapport einbestellt worden.

Mannheim-Waldhof – Der Stadionsprecher des SV Waldhof Mannheim wird nach einem Kommentar zum Einsatz von Pyrotechnik gegen Hansa Rostock vom Geschäftsführer zum Rapport einbestellt. 

Die Diskussion um das Für und Wider von Pyrotechnik in deutschen Fußballstadien ist eine unendliche Geschichte. Für die Ultra-Fan-Szene ist die Pyrotechnik mehr als ein Begleitfeuerwerk am Spieltag, es ist der Ausdruck eines Lebensgefühls: Das Auflehnen gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Profifußballs - wonach der Fan gefälligst sitzen, zahlen und brav sein soll - ist das oberste Gebot. 

Mit einer Prise Anarchie wird dem „modernen Fußball“ entgegengetreten und so dürfen bei der Inszenierung des Herzensvereins bunter Rauch und rotes Signalfeuer nicht fehlen. 

Aber Pyrotechnik ist auch gefährlich: Die Fackeln erreichen beim Abbrennen zwischen 1600 und 2500 Grad Celsius. In Kombination mit alkoholisierten Fans ist das eine unzumutbare Gefahrenquelle - außerdem stellt der Einsatz von Pyrotechnik in Stadien einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz dar und ist somit illegal. Daher bleibt dem DFB nicht viel anderes übrig, als das Ultra-Equipment in den Fan-Kurven zu verbieten.   

SV Waldhof: Stadionsprecher wird nach „Pyro-Kommentar“ beim Geschäftsführer einbestellt 

Nach dem Drittliga-Partie des SV Waldhof gegen Hansa Rostock (29. September) ist das umstrittene Thema „Pyrotechnik“ um ein weiteres Kapitel reicher. In den Fan-Blöcken haben die jeweiligen Lager mit aufwendigen Choreographien gewetteifert - mit dabei ist natürlich Pyrotechnik mitsamt verspätetem Anpfiff.    

Nach der Partie soll der Stadionsprecher der Mannheimer, Stephan Christen, im VIP-Raum des Carl-Benz-Stadion ein umstrittenes Interview gegeben haben. Darin verherrlicht er das Abbrennen von Pyrotechnik in einem kurzen Statement: „Ich finde das geil!“. 

Auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur fühlen sich nun die Verantwortlichen beim SV Waldhof in der Pflicht, sich von der Aussage ihres Stadionsprechers zu distanzieren: „Das ist nicht im Interesse des Vereins, und ganz sicher nicht in Ordnung. Ich werde das Gespräch mit ihm suchen, Stephan Christen ist ein verdienter Mitarbeiter des Vereins“, kündigt Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp gegenüber der dpa an. 

Zwei Wochen nach dem Rostock-Spiel hat der SV Waldhof Konsequenzen gezogen und hat ein Choreo-Verbot für das Heimspiel gegen Halle verhängt. So reagieren die Fans auf die Entscheidung.

esk 

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