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Abbruch-Ärger wegen Corona-Todesfall - Drittliga-Vereine kritisieren Kompp

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Von: Nils Wollenschläger

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Mannheim – Der SV Waldhof hat sich wegen eines Corona-Todesfalls in der Familie eines Spielers für einen Saisonabbruch ausgesprochen. Für das Vorgehen wird der SVW nun kritisiert:

Update vom 27. April, 9:30 Uhr: Die Begründung des SV Waldhof Mannheim für einen Saison-Abbruch ist von einigen Drittliga-Klubs kritisiert worden. Die Mannheimer haben sich wegen eines Todesfalls im direkten Umfeld eines Spielers gegen eine Fortsetzung der Spielzeit ausgesprochen. 

Diskussion über Drittliga-Abbruch: Klubs kritisieren SV Waldhof 

„So ein Vorgang hat ja auch eine ethische Komponente. Ich kann für mich persönlich sagen, dass ich diesen Weg so nicht gewählt hätte", sagt Chemnitz-Präsidentin Romy Polster am Montag gegenüber der Bild-Zeitung. „Unser aufrichtiges Beileid an die Familie. Aber die Art und Weise, so etwas zu lancieren und die Ankündigung, es zu veröffentlichen, lässt sich streiten", so Robert Marien, Vorstandsvorsitzender von Hansa Rostock

Für Eintracht Braunschweigs Sportdirektor Peter Vollmann „wäre die neue Begründung nicht mehr erforderlich gewesen. Ob möglicherweise persönliche Motive eine Rolle spielen, muss jeder für sich entscheiden.“ 

Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp hat sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen.
Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp hat sich für einen Saisonabbruch ausgesprochen. © MANNHEIM24/Nils Wollenschläger

In einer E-Mail hat Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp den DFB und weitere Vereine der 3. Liga informiert, dass der Vater eines SVW-Spielers an Covid-19 gestorben ist. Am Montag (27. April) findet die nächste Videokonferenz der Drittliga-Klubs statt, um über das weitere Vorgehen zu beraten. 

Todesfall beeinflusst Waldhof-Forderung - Reaktionen „an Frechheit nicht zu überbieten“

Update vom 26. April: Die Diskussion um die Fortführung der 3. Liga hat durch die E-Mail, die Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp an die weiteren Drittliga-Vereine und den DFB geschrieben hat, eine neue Dimension erreicht. Kompp erklärt in der Mail, dass der Vater eines Waldhof-Spielers an Corona gestorben ist. Dies sei einer Hauptgründe, warum sich der Tabellenzweite so vehement für einen Saisonabbruch einsetzt.

SV Waldhof: Markus Kompp wehrt sich gegen Vorwürfe

Wie gespalten die 3. Liga momentan ist, wird an einigen Reaktionen darauf deutlich. „Leider muss ich mir jetzt schon den Vorwurf gefallen lassen, den Todesfall sportpolitisch zu nutzen - dabei habe ich einen Monat meine Klappe gehalten. Das ist an Frechheit nicht mehr zu überbieten“, sagt Markus Kompp der Bild-Zeitung. Geisterspiele sind laut seiner Ansicht nach nicht zu verantworten. Neben Waldhof haben sich öffentlich bislang sieben weitere Vereine für einen Saisonabbruch ausgesprochen.

Sollte die Spielzeit tatsächlich vorzeitig beendet werden, könnten die Mannheimer davon profitieren. Seit dem letzten Spieltag vor der Corona-Pause steht das Team von Trainer Bernhard Trares auf Platz zwei, der zum Aufstieg in die 2. Bundesliga berechtigt. Am Montag (27. April) findet eine weitere Videokonferenz zwischen den 20 Drittliga-Vereinen statt. Der DFB plant indes einen Außerordentlichen Bundestag, bei dem über die Zukunft der 3. Liga entschieden werden könnte.

SV Waldhof: Todesfall beeinflusst Entscheidung pro Saisonabbruch

Erstmeldung vom 25. April: Bereits seit mehreren Wochen spricht sich der SV Waldhof Mannheim wegen der Corona-Pandemie für einen Abbruch der aktuellen Drittliga-Saison aus. Nun ist der Hauptgrund für diese Vorgehensweise öffentlich geworden. 

Denn nach Informationen der ‚Rheinpfalz‘ ist der Vater eines Waldhof-Spielers vor einigen Wochen an Covid-19 gestorben. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine E-Mail, die Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp an den DFB und die anderen Drittliga-Vereine geschickt hat. „Nach Rücksprache mit dem Spieler kann ich bestätigen, dass es diese E-Mail gibt“, so Kompp.

SV Waldhof: Vater von SVW-Profi an Corona gestorben 

Man sehe sich in der Pflicht, „alle Vereine und den DFB offiziell darüber zu informieren, dass wir am 30.03.2020 einen Corona-Todesfall im unmittelbaren Umfeld eines Spielers des SV Waldhof Mannheim hatten“, heißt es in der Mail des 37-Jährigen. 

Dies ist der entscheidende Grund, warum wir beim SV Waldhof Mannheim bereits seit Beginn an, bereits vor der Entscheidung die Saison vorerst auszusetzen, für einen sofortigen Saisonabbruch argumentieren und die sofortige Prüfung des Saisonabbruchs verlangt haben.

SV Waldhof fordert Saisonabbruch in der 3. Liga

Weil nicht ausgeschlossen werden kann, dass es bei Geisterspielen zu weiteren Infektionen und möglicherweise zu Todesfällen kommen kann, sprechen sich die Waldhöfer für einen Abbruch der aktuellen Spielzeit aus. Der SV Waldhof steht auf dem zweiten Tabellenplatz und könnte bei einem Abbruch in die 2. Bundesliga aufsteigen.

Ein Abwägen zwischen wirtschaftlichen, sportlichen, gesellschaftlichen und gesundheitlichen Interessen, welche es meiner Meinung nach erst gar nicht geben darf", schreibt Kompp, „fällt euch, liebe Kollegen, vielleicht dann doch auch leichter, wenn ihr einen konkreten Fall kennt.“ Der DFB hat am Freitag angekündigt, einen Außerordentlichen Bundestag einberufen zu wollen. Auf diesem könnte eine Entscheidung getroffen bzw. ein Abbruch beschlossen werden. Am Montag beraten sich die Vereine im Rahmen einer Videokonferenz erneut.

dpa/nwo 

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