DFB-Entscheidung

SV Waldhof vor langer Corona-Pause - Kompp: „Gibt uns Handlungsmöglichkeiten“

Mannheim – Der SV Waldhof Mannheim muss wegen des Coronavirus in der 3. Liga mindestens bis Ende April pausieren. Das sagt Markus Kompp zur Entscheidung des DFB:

  • Coronavirus: 3. Liga pausiert vorerst bis 30. April.
  • SV Waldhof Mannheim vor langer Pause.
  • Markus Kompp begrüßt Entscheidung.

Update vom 17. März - 15 Uhr: Markus Kompp, Geschäftsführer des SV Waldhof Mannheim, hat die Entscheidung begrüßt, dass der DFB die 3. Liga wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst bis Ende April unterbricht. „Das gibt uns auch schon Handlungsmöglichkeiten. Das Schlimmste wäre gewesen, wenn wir uns von Woche zu Woche hätten hangeln müssen“, sagt Kompp dem SWR.

SV Waldhof: Bei Saisonabbruch Aufstieg in die 2. Bundesliga?

Der 37-Jährige hat sich im Vorfeld der Sitzung, die am Montag stattgefunden hat, für einen Saisonabbruch stark gemacht. Aktuell steht der SV Waldhof in der 3. Liga auf Platz zwei, was den direkten Aufstieg in die 2. Bundesliga bedeuten würde.

In dem Moment hätte der SV Waldhof Mannheim einen Vorteil. Aber ich glaube, wenn man nach über 70 Prozent der Saison dort steht, dann hat man das vielleicht auch verdient. Das müssen aber andere entscheiden, was daraus dann die Konsequenz ist. Das ist dann aber erst der dritte Gedanke. Der erste Gedanke muss die Gesundheit sein, der zweite Gedanke muss die finanzielle Belastung sein. Der dritte Gedanke gilt dann erst der sportlichen Wertung“, betont Kompp im SWR-Interview.

SV Waldhof vor langer Pause: 3. Liga unterbrochen

Update vom 16. März - 20:15 Uhr: Am Montagabend hat der DFB das Ergebnis der außerordentlichen Managertagung bekanntgegeben. Die 3. Liga unterbricht ihren Spielbetrieb wegen der Ausbreitung des Coronavirus bis zum 30. April. Der festgelegte Zeitraum orientiert sich an den aktuell vorliegenden behördlichen Anordnungen. Betroffen sind die Spieltage 30 bis 35, sollte die behördliche Verfügungslage nicht doch eine frühere Austragung zulassen.

Coronavirus: 3. Liga pausiert bis Ende April

An der Sitzung, die per Videokonferenz durchgeführt worden ist, haben alle Drittliga-Vertreter teilgenommen. Vom DFB sind neben dem zuständigen Vizepräsidenten Peter Frymuth unter anderem Generalsekretär Friedrich Curtius, Schatzmeister Stephan Osnabrügge sowie als medizinischer Experte Nationalmannschaftsarzt Prof. Dr. med. Tim Meyer vertreten. 

Das Ziel bleibt es, die Saison sportlich zu Ende zu spielen - sofern es aus gesundheitlicher und behördlicher Sicht vertretbar ist. Wie es über den 30. April hinaus in der 3. Liga weitergeht, dazu soll auch die am Dienstag stattfindende Sitzung der UEFA mit ihren Ergebnissen weitere Hinweise liefern. Mit Blick auf die sich ständig ändernde Faktenlage wird sich der DFB mit dem Ausschuss 3. Liga und den Klubs in den nächsten Wochen weiterhin eng abstimmen und alle denkbaren Szenarien für die aktuelle Saison einer genauen Prüfung unterziehen.

Coronavirus: Wie geht es in der 3. Liga weiter?

Peter Frymuth, als DFB-Vizepräsident Spielbetrieb und Fußballentwicklung zuständig für die 3. Liga, sagt: „An erster Stelle stehen Gesundheit und Solidarität. Zur effektiven Bekämpfung des Coronavirus‘ und Bewältigung der Krise haben wir alle unseren Beitrag zu leisten und die zuständigen Behörden bestmöglich zu unterstützen. Auf uns warten gewaltige Herausforderungen – in der Gesellschaft, im organisierten Sport, in der 3. Liga. Dessen sind wir uns bewusst. Auch während der Sitzung haben uns die aktuellen Ereignisse im Land mit neuen Verfügungen immer wieder überholt. Für die 3. Liga ist die heutige Entscheidung ein nächster Schritt, um auf die weiteren Entwicklungen reagieren zu können.“ 

Tom Eilers, Vorsitzender des Ausschusses 3. Liga, erklärt: „Die Tragweite der aktuellen Krise ist immer noch nicht in vollem Ausmaß abzusehen. Unter Abwägung aller Aspekte und Interessen sind Verantwortung und Vernunft für uns die obersten Gebote. Vor diesem Hintergrund begrüßt der Ausschuss die heutige Entscheidung, die in Absprache mit den Klubs getroffen worden ist. Wir brauchen untereinander die größtmögliche Solidarität. Wir müssen uns intensiv mit der Aufgabe auseinandersetzen, wie der gesamte deutsche Profifußball und seine Vereine die Corona-Krise bewältigen können.

SV Waldhof: DFB entscheidet am Montag

Update vom 16. März - 8:50 Uhr: Heute werden der DFB und die Vereine der 3. Liga in Frankfurt tagen, um über die weitere Vorgehensweise in der Corona-Krise zu beraten. Bereits am Sonntag haben sich unter anderem der SV Waldhof Mannheim als auch der Hallesche FC dafür stark gemacht, dass die Saison abgebrochen wird. 

SV Waldhof: Spieler könnten in Kurzarbeit geschickt werden

Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp hat sich vor der Sitzung am Montag gegenüber der Bild-Zeitung zur aktuellen Situation geäußert. „Unsere Zahlungsfähigkeit ist nicht gefährdet“, sagt der 37-Jährige. Beim SVW gibt es Gedankenspiele, dass die Spieler womöglich in Kurzarbeit geschickt werden.

Wenn die Saison abgebrochen wird, besteht die Möglichkeit, unsere Spieler in Kurzarbeit zu schicken. Wir prüfen diese Möglichkeit unabhängig von der Sitzung, weil wir auf alles vorbereitet sein müssen“, so Kompp.

SV Waldhof vor DFB-Entscheidung: Saisonende in der 3. Liga?

Erstmeldung vom 15. März: Das Coronavirus legt den Profisport weltweit lahm. Auch die 3. Liga ist von den Folgen der Ausbreitung von COVID-19 getroffen. Zunächst hat der DFB die kommenden beiden Spieltage verschoben, doch bereits am Freitag (20. März) soll nach jetzigem Stand das nächste Drittliga-Spiel stattfinden. Angesichts der aktuellen Entwicklungen wird ein geregelter Spielbetrieb in den nächsten Wochen aber nicht ansatzweise möglich sein bzw. ist in jeglicher Form unverantwortlich. 

Coronavirus: SV Waldhof fordert Saisonabbruch in 3. Liga

Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp hat via Social Media deutlich gemacht, dass er einen sofortigen Saisonabbruch fordert. „Die Gesundheit geht vor finanziellen Interessen! Zudem bietet eine schnelle Entscheidung für einen sofortigen Saisonabbruch jedem kleineren Verein die Möglichkeit wichtige Managemententscheidung zur Reduzierung des finanziellen Schadens zu treffen“, schreibt Kompp. Der SV Waldhof Mannheim hat den Trainingsbetrieb der Profis bis auf Weiteres eingestellt.

Die Gesundheit aller hat absoluten Vorrang. Es hat oberste Priorität die Verbreitung zu verlangsamen und Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung zu zeigen. Der Sport hat die Aufgabe die Gesundheit in der Gesellschaft zu fördern, die Ausübung unseres Sports darf in keinem Fall die Gesundheit der Gesellschaft nun gefährden“, erklärt der SVW-Geschäftsführer in einer Pressemitteilung, die der Drittligist am Sonntag veröffentlicht hat.

SV Waldhof Mannheim: Corona-Verdacht bestätigt sich nicht - DFB kündigt finanzielle Hilfe an

Klar ist: Der finanzielle Schaden in der 3. Liga ist enorm. „In der 3. Liga ist es eh schon unheimlich schwer“, sagt Jochen Kientz, Sportlicher Leiter des SV Waldhof Mannheim, mit Blick auf die wirtschaftliche Situation und mögliche Geisterspiele. Der DFB hat bereits angekündigt, dass man „ein Unterstützungsprogramm zur Aufrechterhaltung der Liquidität für den Fall, dass der Spielbetrieb weiter ruhen muss und Verbände oder Clubs hierdurch in Liquiditätsengpässe geraten sollten“ prüft.

Am Freitag hat es beim SV Waldhof zunächst einen Corona-Verdacht gegeben, der Test bei Dorian Diring ist allerdings negativ gewesen. SVW-Trainer Bernhard Trares rechnet mit einer langen Pause. „Nach dem was man jetzt eingeleitet hat, dürfte in den nächsten sechs bis acht Wochen nach meinem logischen Verständnis keine Partie stattfinden“, erklärt der frühere Bundesliga-Profi dem Mannheimer Morgen.

Coronavirus: Wie geht es in der 3. Liga weiter?

Welche Entscheidung wird der DFB treffen? Am Montagnachmittag (16. März) findet in Frankfurt eine außerordentliche Sitzung statt, bei der über das weitere Vorgehen entschieden werden soll. Ebenfalls am Montag wird die DFL mit den Klubs der 1. und 2. Bundesliga tagen. 

Vor dem Treffen der Drittligisten hat sich auch Unterhaching-Präsident Manfred Schwabl geäußert. „Es darf keine Tabus in so einer außergewöhnlichen Situation geben. Klar ist, dass es kein Patentrezept gibt“, sagt Schwabl am Sonntag bei ‚Sky90‘. „Man wird sehen, ob es Solidarität nur auf dem Papier oder auch in der Realität gibt.

Coronavirus: Saisonabbruch in der 3. Liga? Mögliche Szenarien

Mögliche Szenarien in der Übersicht:

  • Sollte die EM 2020 tatsächlich verschoben werden, könnte die Saison in der 3. Liga zu einem späteren Zeitpunkt zu Ende gespielt werden. Aufgrund der großen Ungewissheit, die aktuell herrscht, gilt es allerdings als sehr fraglich, ob sich ein solcher Zeitraum überhaupt realistisch festlegen lässt. Zumal damit einhergehend auch unzählige Vertragsfragen geklärt werden müssen.
  • Die Saison wird ähnlich wie in der Bundesliga geplant zunächst einige Wochen ausgesetzt. Eine Entscheidung über den weiteren Verlauf wird erst dann getroffen.
  • Die bisherige Saison wird für nichtig erklärt bzw. wie in der DEL komplett abgebrochen. Das Teilnehmerfeld bleibt in der nächsten Spielzeit exakt so wie bisher.
  • Über mögliche Aufstockungen könnte bei einem Saisonabbruch die Aufstiegsregelung geklärt werden. So könnte beispielsweise der SV Waldhof als aktuell Tabellenzweiter profitieren und künftig in der 2. Bundesliga spielen. Aber auch in diesem Szenario gibt es natürlich viele Fragezeichen. Allein wegen der Tatsache, dass nicht alle Mannschaften zweimal gegeneinander gespielt haben.
  • Die Saison wird im Playoff-Modus zu Ende gespielt. Diesen Vorschlag hat Helge Leonhardt, Präsident von Zweitligist Erzgebirge Aue, ins Spiel gebracht.
  • Es werden Geisterspiele durchgeführt, was unter anderem aufgrund der wirtschaftlichen Situation in der 3. Liga als nahezu ausgeschlossen gilt.

Unter dem Strich bleibt festzuhalten, dass die Situation rund um das Coronavirus auch für die Ligen unglaublich komplex ist bzw. eine ‚perfekte‘ Lösung auf den Spielbetrieb bezogen utopisch ist. 

nwo

Rubriklistenbild: © MANNHEIM24/Nils Wollenschläger

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