Corona-Maßnahmen

SV Waldhof: Streit um Kostenübernahme - DFB beruft sich auf Sozialministerium

Mannheim – Der SV Waldhof Mannheim hat dem DFB die anfallenden Corona-Maßnahmen in Rechnung gestellt. Der Verband sieht sich allerdings weiter im Recht und will diese nicht begleichen.

  • 3. Liga: SV Waldhof Mannheim schickt DFB Rechnung für anfallende Kosten.
  • Waldhof fordert: DFB soll Corona-Maßnahmen bezahlen.
  • DFB wehrt sich gegen Waldhof-Forderung und verweist auf Sozialministerium.

Update vom 28. Mai: Der DFB hat erneut betont, dass die Kosten für die Corona-Maßnahmen nicht vom Verband zu tragen sind. Der Verband beruft sich auf ein FAQ (Fragen und Antworten), das auf der Homepage des Sozialministeriums von Baden-Württemberg zu finden ist. 

Verband

DFB

Gründung

28. Januar 1900

Präsident

Fritz Keller

Generalsekretär

Friedrich Curtius

SV Waldhof: DFB wehrt sich 

Verantwortliche Organisation für den Betrieb sind sowohl die Vereine als auch der DFB beziehungsweise die DFL. Da die Wiederaufnahme des Spielbetriebs allerdings im genuinen Interesse der Vereine liegt, ist es stringent, dass die Vereine auch die Verantwortung dafür tragen, dass die entsprechenden Voraussetzungen geschaffen werden. Die dezentral durchzuführenden Testungen ermöglichen den Vereinen die Wiederaufnahme des Spielbetriebs und damit die Verwirklichung ihrer Interessen. Es ist deshalb folgerichtig, dass die Vereine die Kosten für die Maßnahmen tragen, die ihnen die Verwirklichung eben dieser ihrer genuinen Interessen ermöglichen“, zitiert der DFB, der zudem darauf verweist, dass für die anfallenden Kosten die Unterstützungsgelder der DFL zur Verfügung stehen.

Der SV Waldhof hat zuvor zwei Rechnungen in einer Gesamthöhe von 79.000 Euro an den DFB zur Begleichung weitergeleitet.

SV Waldhof: Rechnung an DFB geschickt

Update vom 26. Mai: Der Streit um die Kostenübernahme der Corona-Maßnahmen geht weiter. Nachdem der SV Waldhof Mannheim zwei Rechnungen in Gesamthöhe von 79.000 Euro an den DFB geschickt hat, hat sich der Verband dagegen gewehrt bzw. erneut darauf hingewiesen, dass er nicht für die Kosten aufkommen muss.

In einer Stellungnahme hat das baden-württembergische Ministerium für Kultus, Jugend und Sport dem DFB nun allerdings widersprochen. „Es gibt von Seiten des Sportministeriums keine Vorgabe, dass die Kosten für das Hygienekonzept und die damit verbundenen Maßnahmen die Vereine zu tragen haben“, stellt das Ministerium in der ‚Rheinpfalz‘ klar.

SV Waldhof vs. DFB: Streit um Kostenübernahme für Corona-Maßnahmen

Ob und wie ggf. die betroffenen Vereine bei den Kosten beteiligt werden, entscheidet dann der DFB“, sagte eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber MANNHEIM24 am 15. Mai. Noch am gleichen Tag hat der DFB darauf wie folgt reagiert: „Nach Klärungen zwischen dem Kultusministerium und dem Sozialministerium ist dem DFB heute am späten Nachmittag bestätigt worden, dass die Kosten für die im Hygienekonzept verankerten Maßnahmen (Testungen, Hotelunterbringung etc.) weiterhin von den Vereinen zu tragen sind.“

Am vergangenen Samstag (23. Mai) hat sich der DFB erneut darauf berufen. „Dem DFB wurde am 15. Mai nach Abstimmungen zwischen dem baden-württembergischen Kultus- und Sozialministerium seitens beider Behörden bestätigt, dass die Kosten der mit dem Hygienekonzept verbundenen Maßnahmen von den einzelnen Vereinen zu tragen sind. Diese Bestätigung wurde nun noch einmal bekräftigt“, teilte der Verband mit. Am Samstag (30. Mai) bestreitet der SV Waldhof das erste Spiel nach der Corona-Pause. Zu Gast im Carl-Benz-Stadion ist der KFC Uerdingen.

SV Waldhof: Wer übernimmt die Kosten für die Corona-Maßnahmen?

Update vom 23. Mai - 16 Uhr: In der 3. Liga geht es weiter hin und her. Nachdem der SV Waldhof Mannheim dem DFB eine Rechnung wegen der anfallenden Kosten für die Corona-Maßnahmen geschickt hat, hat nun der Verband reagiert. Wie der DFB bereits am 15. Mai gegenüber MANNHEIM24 erklärt hat, wird er die Kosten nicht übernehmen.

SV Waldhof schickt Rechnung an den DFB - Verband wehrt sich

Dem DFB wurde am 15. Mai nach Abstimmungen zwischen dem baden-württembergischen Kultus- und Sozialministerium seitens beider Behörden bestätigt, dass die Kosten der mit dem Hygienekonzept verbundenen Maßnahmen von den einzelnen Vereinen zu tragen sind. Diese Bestätigung wurde nun noch einmal bekräftigt“, teilt der DFB am Samstag mit.

Insofern sieht der DFB keine Grundlage für die Rechnung, die der SV Waldhof Mannheim an den Verband gestellt hat. Zur Begleichung dieser Kosten werden den Klubs der 3. Liga im Übrigen die Unterstützungsgelder der DFL zur Verfügung gestellt.“ Die 3. Liga soll bereits am kommenden Wochenende wieder starten.

SV Waldhof Mannheim schickt Rechnung an den DFB

Update vom 23. Mai, 12 Uhr: Im Dauerstreit um die Fortsetzung der 3. Liga fordert der SV Waldhof Mannheim vom DFB nun Kosten in fünfstelliger Höhe zurück. Rund eine Woche vor dem geplanten Neustart haben die Mannheimer dem DFB nach dpa-Informationen vom Samstag eine Rechnung über 21.000 Euro geschickt, eine weitere über etwa 58.000 Euro soll in den nächsten Tagen folgen.

3. Liga: SV Waldhof fordert Geld vom DFB zurück

Dabei beruft sich der SVW auf eine Verordnung des Landes Baden-Württemberg. „Wir haben die Kosten für Desinfektionsmaterial, Masken und Arbeitszeit für den Hygienebeauftragten und seine beiden Assistenten weitergereicht", sagt Geschäftsführer Markus Kompp der Deutschen Presse-Agentur. Der jeweilige Hygienebeauftragte ist in den Klubs für die für den Spielbetrieb regelmäßig erforderlichen Corona-Testungen bei Spielern und Trainerteam zuständig.

Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp fordert den Abbruch der Drittliga-Saison.

„Die Kosten für das Konzept (...), insbesondere für die Testungen (...), trägt die für die Durchführung des Wettbewerbs- oder Wettkampfbetriebs verantwortliche Organisation", heißt es in der Verordnung hinsichtlich der Durchführung von sportlichen Wettkämpfen und Wettbewerben, auf die sich der Klub beruft. 

SV Waldhof bezieht Quarantäne-Trainingslager am Sonntag - DFB soll Kosten übernehmen

Die Waldhöfer werden die Kosten für das Quarantäne-Trainingslager, das Mannschaft, Trainer und Funktionsteam am Sonntag beziehen und das etwa 58.000 Euro kostet, ebenfalls an den Verband weiterreichen, wie Kompp ankündigt. Die Saison der 3. Liga soll am 30. Mai fortgesetzt werden.

3. Liga: SV Waldhof fordert Kostenübernahme für Maßnahmen - so reagiert der DFB

Update vom 15. Mai - 18:30 Uhr: Der DFB hat auf die Meldung reagiert, wonach der Verband für die Maßnahmen zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs der 3. Liga finanziell aufkommen muss. Demnach steht inzwischen fest, dass die Vereine die Kosten nun doch übernehmen müssen.

Nach Klärungen zwischen dem Kultusministerium und dem Sozialministerium ist dem DFB heute am späten Nachmittag bestätigt worden, dass die Kosten für die im Hygienekonzept verankerten Maßnahmen (Testungen, Hotelunterbringung etc.) weiterhin von den Vereinen zu tragen sind“, sagt ein DFB-Sprecher gegenüber MANNHEIM24

3. Liga: Wer bezahlt Maßnahmen für Wiederaufnahme des Spielbetriebs?

Update vom 15. Mai - 15:30 Uhr: Die Kosten, die für das Konzept zur Wiederaufnahme der 3. Liga anfallen, müssen in Baden-Württemberg vom DFB getragen werden. Das hat das baden-württembergische Ministerium für Kultus, Jugend und Sport gegenüber MANNHEIM24 bestätigt. „Ob und wie ggf. die betroffenen Vereine bei den Kosten beteiligt werden, entscheidet dann der DFB“, sagt eine Sprecherin des Ministeriums.

3. Liga: Diskussion um Kostenfrage

Die Kosten für das Konzept nach Absatz 2 Satz 1 und die aufgrund dieses Konzepts oder dieser Verordnung erforderlichen Maßnahmen, insbesondere für die Testungen nach Absatz 2 Satz 3 Nummer 3, trägt die für die Durchführung des Wettbewerbs- oder Wettkampfbetriebs verantwortliche Organisation“, heißt es in einer neuen Verordnung des Landes Baden-Württemberg. Auf diese beruft sich Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp. „Wir bedanken uns bei unseren Ministern für die damit erfolgte Antwort auf unser Schreiben und die Unterstützung“, hat Kompp am Donnerstag erklärt. In einem offenen Brief an den DFB fordert der Waldhof-Geschäftsführer die Gründung einer „Task Force Zukunft 3. Liga“

Für die Frauen-Bundesliga und die 3. Liga hat der DFB von der DFL bzw. den vier deutschen Champions-League-Vertretern eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 7,5 Millionen Euro erhalten. Ein Teil der 300.000 Euro, die die Drittliga-Vereine jeweils bekommen, soll für Corona-Tests eingesetzt werden. Laut Zwickaus-Vorstandssprecher Tobias Leege wird der restliche Betrag nach der Teilnahme an den Geisterspielen ausgeschüttet.

3. Liga: Streit um Saisonfortsetzung geht weiter

Erstmeldung vom 15. Mai - 8:40 Uhr: Im Streit um die Zukunft der 3. Liga hat der DFB am 21. April eine Sondersitzung einberufen. Der (öffentliche) Tenor damals: Die Diskussion soll künftig intern geführt werden. „Öffentliche Konfrontationen beschädigen - völlig unabhängig vom Inhalt der einzelnen Meinungen - die 3. Liga und ihre Vereine. Darüber hinaus tragen sie nicht zu Lösungen bei, sondern erschweren sie nur“, hat Tom Eilers, der Vorsitzende des Ausschusses 3. Liga, erklärt.

3. Liga: DFB und Vereine geben kein gutes Bild ab

Inzwischen steht fest, dass dieser Burgfrieden kaum etwas wert gewesen ist. Im Gegenteil: Sowohl Verband als auch Vereine führen die Diskussion um die Fortführung des Spielbetriebs öffentlicher denn je und geben dabei kein gutes Bild ab. DFB-Vizepräsident Robert Koch bezeichnet das Vorgehen der Abbruchsbefürworter als „unwürdiges Schauspiel“, die Antwort des 1. FC Magdeburg folgt nur kurze Zeit später. 

Vereine, welche sich an geltende Gesetze und Verfügungen unseres Landes halten und diese im Sinne der Gesundheit ihrer zahlreichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen vorschriftsmäßig umsetzen, als problemorientiert Denkende oder für Probleme sorgende Vereine darzustellen, sorgt für großes Unverständnis und lässt uns fassungslos zurück“, lässt der Drittligist, der zu den Abbruchsbefürwortern zählt, am Donnerstagabend mitteilen.

3. Liga: SV Waldhof erneuert Vorwürfe gegen den DFB

Auch Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp erneuert den Standpunkt des SV Waldhof Mannheim, der frühzeitig vehement für einen Abbruch plädiert hat. „Der DFB jagt uns in die Insolvenz“, sagt Kompp gegenüber Sport1 und spricht dabei von „betriebswirtschaftlichem Nonsens“. Der Fußball „und speziell die 3. Liga haben eine große Chance verpasst, sich gesellschaftlich so darzustellen, wie man in den vergangenen Jahren versucht hat, aufzutreten. Da meine ich diese Claims, die immer vom DFB verwendet wurden, wie 'Fan-nah"' und ‚anders‘“. 

Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp fordert den Abbruch der Drittliga-Saison.

Auch in punkto Gesundheit habe er große Bedenken, „weil wir nicht die Experten sind und nicht wissen, wohin das Ganze noch führt.“ In Mannheim gab es zunächst keinen Hygienebeauftragten. „Wir haben noch keine Tests bei uns, wir haben noch keine Teststäbchen. Deswegen konnten wir das noch nicht durchführen und müssen jetzt gucken, wie wir das jetzt zeitnah hinbekommen“, so Kompp.

3. Liga: Waldhof verweist DFB auf neues Gesetz

Am Donnerstagabend verweist der Waldhof-Geschäftsführer auf Facebook auf eine neue Verordnung des Landes Baden-Württemberg. In dieser heißt es: „Die Kosten für das Konzept nach Absatz 2 Satz 1 und die aufgrund dieses Konzepts oder dieser Verordnung erforderlichen Maßnahmen, insbesondere für die Testungen nach Absatz 2 Satz 3 Nummer 3, trägt die für die Durchführung des Wettbewerbs- oder Wettkampfbetriebs verantwortliche Organisation.

Laut Kompp hat der SV Waldhof den DFB darüber in Kenntnis gesetzt. „Wir bedanken uns bei unseren Ministern für die damit erfolgte Antwort auf unser Schreiben und die Unterstützung“, erklärt der 37-Jährige. Da die Politik noch keine Zustimmung erteilt hat, muss der DFB den Neustart der 3. Liga verschieben.

nwo

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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