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Ziel 2. Bundesliga: Welche Gefahren die Waldhof-Ansage mit sich bringt

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Von: Nils Wollenschläger

Mannheim - Selbstbewusst und klar formuliert der SV Waldhof Mannheim sein Ziel für die kommenden zwei Jahre. Welche Gefahren diese Kampfansage mit sich bringt:

Als Bernd Beetz im Sommer 2016 der Öffentlichkeit sein Vorhaben mit dem SV Waldhof Mannheim vorgestellt hat, hat er einen Satz gesagt, der vielen Fans bis heute in Erinnerung geblieben ist: „Mannheim braucht einen Bundesliga-Verein. Ich will Erlebnisse kreieren.“ Fünf Jahre später bleibt festzuhalten: Der Traditionsverein aus dem Mannheimer Norden hat tatsächlich schon einige Erlebnisse kreiert. Die Blau-Schwarzen sind 2019 nach 16 Jahren im Amateurfußball in den Profifußball zurückgekehrt und sind in diesem Jahr nicht nur zum dritten Mal in der 3. Liga vertreten, sondern nehmen nun auch zum dritten Mal in Serie am DFB-Pokal teil. Zudem hat der SVW zweimal den Badischen Pokal gewonnen. Mit unserem brandneuen Fan-Newsletter verpasst Du keine Waldhof-News mehr!

SV Waldhof Mannheim will in die 2. Bundesliga - Klare Kampfansage

Bei der Eröffnung des neuen Fanshops machen die Verantwortlichen am Montag nun eine klare Ansage: Der SV Waldhof will in die 2. Bundesliga! „Wir gehen dieses Jahr ein kalkuliertes Risiko ein und wollen einen Angriff wagen. Ich glaube, dass das Momentum für den SV Waldhof spricht“, erklärt SVW-Geschäftsführer Markus Kompp. Der Aufstieg soll möglichst in den kommenden zwei Jahren gelingen. Eine Aussage, durch die der SVW gewissermaßen seine Bescheidenheit der vergangenen Jahre ablegt.

Waldhof-Präsident Bernd Beetz mit dem Badischen Pokal 2021.
Waldhof-Präsident Bernd Beetz mit dem Badischen Pokal 2021. © Nils Wollenschläger/MANNHEIM24

Dass der SV Waldhof bzw. Präsident und Geldgeber Bernd Beetz dieses Ziel verfolgt und auch artikuliert, ist zunächst nicht überraschend. Bereits 2019 - nach dem Aufstieg in die 3. Liga - hat Beetz öffentlich erklärt, dass er den Verein langfristig in die 2. Bundesliga führen will.

SV Waldhof Mannheim: „Angriff“ auf die Ligaspitze mit Mini-Kader?

Blickt man allerdings auf die Breite des aktuellen Kaders, überrascht der Zeitpunkt der Kampfansage durchaus. Mit 22 Spielern hat der SV Waldhof den zweitkleinsten Kader der 3. Liga. Königstransfer Marc Schnatterer hat in der Vorbereitung seine Klasse bereits auf den Platz gebracht.

Um jedoch tatsächlich oben anzugreifen, brauchen die Blau-Schwarzen noch die ein oder andere Verstärkung. „Es geht nicht darum, schnell 28 Spieler im Kader zu haben, sondern die richtigen Spieler zu verpflichten. Ich bin mir sicher, dass Jochen Kientz (Sportchef, Anm. d. Red) die richtigen Entscheidungen treffen wird“, sagt Kompp.

SV Waldhof Mannheim: Ziel 2. Bundesliga

Die öffentliche Kampfansage bringt durchaus Gefahren mit sich. Wenn sich der sportliche Erfolg in der kommenden Saison nicht einstellt, könnte es schnell unruhig werden. Ähnliche Beispiele gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft: 2012 wollte die TSG Hoffenheim mit aller Gewalt in den Europapokal einziehen. Am Ende der Saison ist die TSG fast in die 2. Bundesliga abgestiegen.

Auch Zweitligist SV Sandhausen hat im Sommer 2020 erstmals öffentlich höhere und selbstbewusstere Ziele formuliert, am Saisonende haben die Kurpfälzer nur mit viel Mühe die Klasse gehalten. Es wird spannend zu sehen sein, ob der SV Waldhof nach seinen Aussagen auch Taten folgen lässt und die Fans schon bald Zweitliga-Fußball in Mannheim genießen können. (nwo)

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