Causa SV Waldhof gegen DFB 

Ligakonkurrenten nach Waldhof-Urteil kritisch: „Freibrief für Chaoten!“

+
Das Aufstiegsrückspiel zwischen Waldhof und Uerdingen wurde nach den Ausschreitungen abgebrochen.

Der SV Waldhof Mannheim siegt vor Gericht gegen den DFB und erhält die drei Punkte zurück. So reagieren die engsten Liga-Konkurrenten des SVW auf das Urteil:

Update vom 10. April: Inzwischen hat der DFB Berufung gegen das Urteil des Frankfurter Landgerichts eingelegt. „Der Richterspruch des Landgerichts Frankfurt deckt sich nicht mit unserer Rechtsauffassung. Deshalb haben wir Berufung eingelegt“, sagt DFB-Vize-Präsident Dr. Rainer Koch

Viele Diskussionen nach Urteil des Frankfurter Landgerichts

Das Urteil im Rechtsstreit zwischen Waldhof Mannheim und dem DFB (20. März) liegt nun zwei Tage zurück - die Diskussionen um die Auswirkungen des Richterspruchs sind aber noch voll im Gange. 

SV Waldhof Mannheim gewinnt Klage gegen DFB

SVW-Geschäftsführer Markus Kompp zeigt sich nach der Urteilsverkündung mehr als zufrieden: „Es geht nicht nur um den SV Waldhof, sondern es ist auch ein Urteil für den deutschen Fußball.“ Die erfolgreiche Unterlassungsklage des SVW stößt auch abseits des Vereins vielerorts auf Zustimmung. Erwartungsgemäß gibt es aber auch kritische Stimmen und so äußern sich Vertreter der im Saarland ansässigen Regionalligisten gegenüber der Saarbrücker Zeitung zum Urteilsspruch skeptisch. 

Oft gelesen: Causa Waldhof: Dem DFB geht es schon lange nicht mehr um Gerechtigkeit!

Vorsitzender des FC Homburg warnt vor Freibrief für Gewalttäter 

Allem voran der Vorsitzende des Tabellenzweiten FC Homburg, Herbert Eder, warnt vor den Folgen des Richterspruchs: „Dieses Urteil ist ein Pyrrhussieg. Ich frage mich, wem es am Ende nutzt“, gibt sich der Homburger nachdenklich und warnt nachdrücklich vor den Konsequenzen: „Es gibt den Chaoten einen Freibrief. Die sagen jetzt: Uns bekommt man eh nie, und dem Verein schadet es auch nicht mehr. Also Feuer frei.“

Auch interessant„Das hat mir extrem gefehlt!“ - Warum sich die Waldhof-Rückkehr für Seegert gelohnt hat

Eder zufolge beschränken sich die Folgen des Urteils nicht nur auf das Verhalten von Gewalttätern und Pyromanen: „Mit diesem Urteil steht doch die gesamte Verbandsgerichtsbarkeit auf dem Prüfstand“, erklärt der Steuerberater und fügt die Frage hinzu: „Wo fängt die Klagewelle an? Wo hört sie auf? Bei ungerechtfertigten Platzverweisen? Irgendwann können wir erst nach zwei oder drei Jahren die Tabelle erstellen. Wer will das?“ 

So reagieren Elversberg und Saarbrücken auf das Urteil

Beim Nachbarn aus Elversberg sieht man den Sachverhalt ähnlich: „Das ursprüngliche Urteil sollte über den konkreten Fall von Waldhof Mannheim hinaus dazu dienen, die Problematik der Gewalt und Gewaltbereitschaft in den Stadien einzudämmen“, sagt SV-Elversberg-Vorstand Marc Strauß, außerdem „stellt sich auch die Frage, ob ein Punktabzug in anderen Fällen, beispielsweise bei Insolvenzen, noch haltbar ist, da er ebenfalls einen starken sportlichen Wettbewerbsnachteil mit sich bringt.“

Anders fällt die Reaktion beim 1. FC Saarbrücken aus. „Waldhof hat sich sportlich klar durchgesetzt und wird nun nach menschlichem Ermessen auch in die 3. Liga aufsteigen. Das gilt es zu respektieren, und dazu gratulieren wir auch sportlich-fair, denn nur die Leistungen auf dem Platz sollten im Rennen um den Aufstieg zählen“, sagt FCS-Präsident Hartmut Ostermann. „Weitreichende Entscheidungen über Auf- oder Abstiege sollten nicht am Grünen Tisch oder vor Gericht getroffen werden, sondern im fairen Konsens und vor allem im Sinne des Fußballs.

esk 

Kommentare