Waldhof-Vertediger im Interview

Mühlbauer: „Wir sind dieses Jahr qualitativ besser“

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Christian Mühlbauer absolviert beim SV Waldhof seine zweite Saison.

Mannheim – MANNHEIM24 hat mit Waldhof-Verteidiger Christian Mühlbauer über den Saisonstart, seinen persönlichen Aufstieg und das gute Mannschaftsklima gesprochen.

Christian Mühlbauer spielt seit Sommer 2014 beim SV Waldhof Mannheim und hat sich auf der linken Abwehrseite einen Stammplatz unter Coach Kenan Kocak erspielt. Kurz vor dem Pokalspiel beim ATSV Mutschelbach am Mittwoch, 12. August, haben wir den 29-Jährigen zum Interview getroffen.

Herr Mühlbauer, der SV Waldhof hat in den ersten beiden Meisterschaftsspielen gegen Homburg und Hoffenheim II vier Punkte geholt. Zufrieden mit dem Saisonstart? 

Wir sind auf jeden Fall besser gestartet als im letzten Jahr. Man kann also definitiv von einem gelungenen Saisonstart sprechen. Daran müssen wir in den nächsten Wochen aber anknüpfen und uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln.

Im Stadion war am Freitag gegen Hoffenheim eine gewisse Aufbruchstimmung zu spüren. Auch auf der Haupt- und Gegentribüne war die Unterstützung außergewöhnlich gut. Hat euch das als Mannschaft auf dem Feld beflügelt?

Die Stimmung von den Rängen hat man schon auch auf dem Platz mitbekommen. Jeder war heiß auf das erste Heimspiel und die neue Runde. Wenn man von den Rängen so gepusht wird, kann man auch als Spieler über die 100 Prozent gehen. Das hat die ganze Mannschaft beflügelt, wie man auch bei dem Jubel nach dem dritten Tor gesehen hat. 

Vor zwei Wochen haben die Waldhof-Mitglieder zugestimmt, dass die Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft übergehen soll. Seitdem herrscht rund um den Verein eine Euphorie. Sind die Entwicklungen außerhalb des Rasens ein Thema innerhalb der Mannschaft? 

Wir haben das Thema intern jetzt nicht sonderlich behandelt. Das hat uns auch nicht belastet und gehört im Endeffekt auch nicht zu unserer Baustelle, das müssen schließlich andere entscheiden.

Sie selbst haben sich kurz vor Saisonstart einen Musekelfaseriss zugezogen und haben jetzt gegen Hoffenheim erstmals wieder gespielt. Sind Sie wieder beschwerdefrei? 

Aktuell ja. Ich habe nach dem ersten Spiel natürlich noch leichte muskuläre Probleme gehabt, aber das hat sich jetzt nach den letzten Tagen auch gelegt. Ich fühle mich körperlich wieder gut erholt.

Mit Hanno Balitsch und Michael Fink hat man sich im Sommer mit zwei ehemaligen Bundesliga-Spielern verstärkt. Wie hat die Integration der beiden funktioniert und wie bringen sie sich in die Mannschaft ein? 

Beide sind einfach charakterstarke Type, aber im positiven Sinne. Man hat von Anfang das Gefühl gehabt, als würde man sie schon lange kennen. Sie geben uns ihre Erfahrung weiter und verbreiten eine positive Stimmung. Auch die Identifikation mit dem Verein ist bei beiden zu 100 Prozent gegeben. Man merkt einfach, dass sie beim Waldhof wirklich etwas bewegen wollen. Hanno als Kapitän gibt uns nach den Spielen konstruktives Feedback, was gut lief und was nicht. Sowohl er als auch Michael Fink, der zudem noch Co-Trainer ist, tun das immer in einem positiven und motivierenden Kontext, was uns allen weiterhilft. 

Sie waren in der Vorbereitung in einem Testspiel Kapitän und zählen mit 29 Jahren zu den „älteren“ Spielern in dieser jungen Mannschaft. Sehen Sie sich selbst auch als Führungsspieler?

Da ich selbst erst meine zweite Regionalliga-Saison spiele, ist es nicht meine Intention, mich hinter Hanno Balitsch und Michael Fink als Führungsspieler aufzudrängen. Aber ich versuche natürlich durch meine gelassene Art den Spielern auch etwas mitzugeben. 

Täuscht der Eindruck oder wirkt die Mannschaft homogener und ausgeglichener bzw. stärker als im Vorjahr?

Qualitativ haben wir in diesem Jahr insgesamt eine bessere Mannschaft. Wir hatten zwar auch letztes Jahr eine geschlossene Mannschaft, aber ich habe das Gefühl, alles passt dieses Jahr noch besser zusammen. Wir sind ja von der Mannschaft her auch größtenteils zusammengeblieben, sodass wir innerhalb der Truppe eine gewisse Routine haben und die Abläufe kennen. Das ist kein Vergleich zum Vorjahr, als die Mannschaft neu zusammengestellt wurde. Dass wir jetzt schon so eingespielt sind, kann unser großer Vorteil in dieser Saison sein. 

Sie sind in Heidelberg geboren und aufgewachsen und haben unter anderem beim VfR Mannheim sowie in Zuzenhausen gespielt. Was bedeutet es für Sie, nun für einen Verein wie den SV Waldhof zu spielen?

Es ist schon etwas Besonderes, für den SV Waldhof zu spielen. Wenn man die Vereine in der näheren Umgebung betrachtet, ist der Waldhof einfach der größte und populärste Traditionsverein. Ich hätte auch nie gedacht, dass mich mein Weg einmal zu diesem Verein führt. Umso stolzer bin ich natürlich jetzt, dass ich für den SV Waldhof spielen kann. Das merkt man auch im ganzen Umfeld. Auch wenn man sich die Vereinshistorie anschaut, ist es einfach eine Ehre, hier zu spielen.

Für Sie war der Wechsel im vergangenen Jahr auch ein ganz persönlicher Aufstieg von der Landesliga (DJK Ziegelhausen) in die Regionalliga. Wie war denn die Umstellung auf die höhere Liga?

Am Anfang war es definitiv ein Sprung. Ich musste mich zunächst an die hohe Trainingsintensität gewöhnen, aber mittlerweile habe ich mich gut an das Tempo gewöhnt. Ich habe schon mit dem VfR Mannheim in der Oberliga um den Aufstieg gespielt, sodass ich schon einmal auf einem ähnlichen Niveau gespielt habe, auch wenn ich auf dem Papier vorher kein Regionalliga-Spiel absolviert habe.

Sie haben mit Kenan Kocak bereits zu VfR-Zeiten erfolgreich zusammengearbeitet. Wie würden Sie die Beziehung zu ihm beschreiben?

Ich habe ihm viel zu verdanken. Er hat mich zum Waldhof geholt und hat mir das Vertrauen geschenkt, in dieser Liga zu spielen – das weiß ich natürlich auch zu schätzen. Ich versuche das mit Leistung zurückzugeben und ich denke das ist mir bisher auch ganz gut gelungen. Wir kannten uns schon gut und wissen daher genau, wie der andere tickt. Das erleichtert die Zusammenarbeit.

Sie haben Anfang des Jahres vorzeitig bis 2016 verlängert. Könnten Sie sich unabhängig von der Liga eine weitere Vertragsverlängerung beim Waldhof vorstellen?

Grundsätzlich ja, aber das muss natürlich mit der beruflichen Zukunft vereinbar sein. Jetzt schauen wir erst einmal, wie wir in die Saison kommen und dann wird man sich zu gegebener Zeit auch zusammensetzen.

Sie absolvieren nebenbei noch ein Management-Studium im Logistik-Bereich. Wie bekommt man den straffen Zeitplan zwischen Sport und Studium unter einem Hut?

Mit dem dualen Studium geht das zurzeit eigentlich ganz gut. Ich kann mir die Arbeitszeiten relativ gut einteilen. Sowohl der Waldhof als auch mein Arbeitgeber kommen mir so entgegen, dass beides vereinbar ist. Die Termine sind in der Regel alle fix, sodass man das gut planen kann.

Am Mittwoch geht es gegen Mutschelbach im Pokal. Welchen Stellenwert hat der Pokal für euch? Im vergangenen Jahr gab es ja schließlich eine bittere Niederlage gegen Pforzheim.

Der Pokal hat neben der Liga einen hohen Stellenwert. Vor allem, weil wir in den letzten Jahren dort nicht viel holen konnten. Wir bereiten uns gut vor und wollen in Mutschelbach natürlich gewinnen. Wir dürfen den Gegner nicht unterschätzen. Es wird kein einfaches Spiel, aber wir wollen dieses Jahr unbedingt weiterkommen.

Am Samstag geht es nach Trier. Klappt es mit dem ersten Auswärtssieg? 

Wir haben in den nächsten drei Wochen sechs Spiele. Im Prinzip können wir nur von Spiel zu Spiel schauen. Wir wollen natürlich auch in Trier gewinnen. In dieser Liga schenkt uns allerdings keiner etwas und wir müssen in jedem Spiel 90 Minuten hart dran arbeiten, um die Punkte zu holen.

Zum Abschluss eine Prognose: Wo landet der SVW in dieser Saison?

Ich hoffe natürlich im oberen Drittel, was im Vergleich zu den letzten Jahren ein klarer Fortschritt wäre. Man muss einfach schauen, wie sich die Saison entwickelt. Wir haben im letzten Jahr auch viel Pech gehabt und konnten teilweise einfach nicht überzeugen. Das wollen wir dieses Jahr besser machen.

nwo

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