Erfolgreiches Halbjahr

Das Revival der Waldhof-Buben

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Der Zusammenhalt wird nach jedem Spiel demonstriert.

Mannheim – 19 Spiele, 43 Punkte, Platz zwei! Das vergangene Halbjahr des SV Waldhof hätte wohl kaum besser laufen können. Der Teamgeist ist der wichtigste Baustein des Erfolgs.

Darmstadt hat die Lilien, St. Pauli seine Kiez-Kicker und Mannheim die Waldhof-Buben!

Der Ausdruck Waldhof-Buben, der vor allem im Zusammenhang mit dem Bundesliga-Aufstieg in den 1980er Jahren deutschlandweit bekannt geworden ist, ist in dieser Saison so präsent und zutreffend wie schon lange nicht mehr. 

Mit diesem Begriff verbinden viele Fans Tugenden wie Einsatz, Laufbereitschaft und Zusammenhalt. Alles wichtige Aspekte, die dazu geführt haben, dass sich das Team aus der Quadratestadt in den vergangenen Monaten in der Spitzengruppe der Regionalliga-Südwest etabliert hat.

Impressionen der ersten Saisonhälfte

Symbolisch für die ‚neue‘ Geschlossenheit ist ein Ritual, das nach jeder Partie durchgeführt wird. Unabhängig vom Ausgang einer Partie versammeln sich alle Spieler gemeinsam in einem Kreis und verarbeiten so die abgelaufenen 90 Minuten. Doch nicht nur an solchen Szenen wird deutlich, dass Trainer Kenan Kocak in den vergangenen Jahren eine Mannschaft aufgebaut hat, in der es einfach auf vielen Ebenen stimmt.

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Sinnbildlich für den intakten Teamgeist steht beispielsweise Robin Neupert. Der Innenverteidiger hat vor der Saison nicht nur seine Kapitänsbinde abgegeben, sondern auch seinen Stammplatz an Michael Fink verloren. Doch der 24-Jährige hat diese schwierige Situation angenommen und zeigt von der Bank aus ein hohes Engagement, das man so nicht oft sieht.

Und sein Trainer hat diesen Einsatz abseits des Platzes belohnt und hat Neupert im letzten Spiel des Jahres in Hoffenheim die Chance gegeben, von Anfang zu spielen. Der Abwehrspieler hat das Vertrauen auch prompt mit einer starken Leistung zurückgezahlt.

Nicht nur die bundesligaerfahrenen Neuzugänge Hanno Balitsch und Michael Fink haben ihren Anteil an der positiven Entwicklung der Mannheimer. Es sind Spieler wie Christian Mühlbauer, Daniel di Gregorio, Marcel Seegert oder auch Marco Müller, die sich im Vergleich zum Vorjahr noch einmal weiterentwickelt haben.

„Alle Spieler haben einen großen Anteil. Wir heben da keinen besonders hervor. Der bisherige Erfolg ist der Verdienst der kompletten Mannschaft“, betont Kenan Kocak im MANNHEIM24-Interview.

Nur gezielte Neuverpflichtungen

Die Schlussphase der Hinrunde hat aber auch gezeigt, wie schmal der Grad manchmal sein kann. Vor allem die Auswärtspleite beim Tabellenletzten Saar 05 ist mehr als nur ein Warnschuss gewesen. „Dieses Spiel dürfen wir einfach nicht verlieren. Das kann man auch nicht schönreden. Solche Punktverluste schmerzen einfach“, sagt der 34-jährige Cheftrainer über die unerwartete zweite Saisonniederlage.

Doch die Reaktion, die das Team sowohl gegen Homburg als auch bei Hoffenheim II gezeigt hat, macht Hoffnung, dass die Waldhöfer auch nach der Winterpause im Rennen um die Relegationsplätze ein gewaltiges Wort mitreden werden.

Dabei helfen könnten auch punktuelle Verstärkungen, die derzeit intern diskutiert werden. Doch auch hier hat der Verein aus der Vergangenheit gelernt – eine Transferoffensive wie im vergangenen Winter wird es laut Kocak nicht mehr geben.

Der Zuspruch steigt

Wenn man vom Zusammenhalt spricht, muss man natürlich auch die Fans erwähnen. Mit durchschnittlich 6.465 Zuschauern ist der SVW in der Zuschauertabelle der Regionalliga-Südwest ganz vorne. Neben dem ‚harten Kern‘ hat man das Gefühl, dass auch die Stadt Mannheim nach vielen Jahren den SV Waldhof „wiederentdeckt“ hat. 

Ob die Kocak-Elf letztlich tatsächlich bis zum Ende um den Aufstieg mitspielen wird, ist abhängig von vielen verschiedenen Faktoren – beispielsweise wie die Mannschaft nach der langen Winterpause Ende Februar in Tritt kommt. 

Doch eins hat der Verein vom Alsenweg bereits jetzt geschafft: Die ‚Buben‘ machen wieder Spaß und sorgen mit ihren Leistungen für eine Euphorie, die es in der Quadratestadt seit vielen Jahren nicht gegeben hat.

nwo

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