Weltmeister im Interview

Mertesacker: Darum ist Hanno Balitsch ein Vorbild für mich

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Mannheim – Beim Abschiedsspiel von Hanno Balitsch (36) ist mit Per Mertesacker auch ein Weltmeister mit von der Partie gewesen. MANNHEIM24 hat sich mit dem Arsenal-Kapitän unterhalten.

Sie haben zwar nur eine Saison bei Hannover 96 (2005-2006) miteinander gespielt, dennoch sind Hanno Balitsch und Per Mertesacker (32) über all die Jahre immer in Kontakt geblieben.

So zögerte der Weltmeister von 2014 auch keine Sekunde, bereits als einer der Ersten seine Teilnahme zu bestätigen, zum Abschiedsspiel seines früheren Mitspielers am 9. Juni nach Mannheim zu kommen.

So emotional war das Abschiedsspiel von Hanno Balitsch

Im Gespräch mit MANNHEIM24 spricht Mertesacker nach dem Schlusspfiff über seine Verbindung zu Hanno Balitsch, seine Zukunftspläne und sein erstes Spiel im Carl-Benz-Stadion.

MANNHEIM24: Herr Mertesacker, Sie haben extra ihren Urlaub unterbrochen, um beim Abschiedsspiel von Hanno Balitsch dabei sein zu können. Wie würden Sie Ihr Verhältnis zu Hanno Balitsch beschreiben?

Per Mertesacker„Wir haben ein besonderes Verhältnis. Im Fußball-Geschäft gibt es nicht viele, mit denen man nach so einer langen Zeit noch Kontakt hat. Wir hatten in Hannover eine sehr prägende Zeit. Es war für mich selbstverständlich, dass ich meinen Urlaub unterbreche. Das war hier heute eine schöne Geschichte!“

Was zeichnet Hanno Balitsch aus?

„Er ist ein sehr kollegialer Teamplayer, der mich auch immer wieder gefordert hat. Er hat in jedem Training alles gegeben – das habe ich an ihm gemocht. Er war für mich immer ein großes Vorbild! Sowohl auf als auch neben dem Platz. Wir haben die ein oder andere Schlacht geschlagen. Deswegen lohnt es sich auch, das heute zu würdigen.“

War es für Sie etwas Besonderes, auf so viele alte Weggefährten zu treffen?

„Ich hatte schon letzte Woche ein Benefizspiel in Hannover. Es ist einfach schön, die alten Mitspieler wieder zu treffen. Man hat das Gefühl, es hat sich fast nichts verändert und zehn Jahre sind mit einem Schnips vergangen. Das sind einfach besondere Momente, weil man sich ja aus den Augen verliert und es nicht viele solcher Möglichkeiten gibt, sich wieder zu sehen. Hierfür nehme ich gerne in Kauf, zwei Tage meinen Urlaub zu unterbrechen. Denn das sind Dinge, von denen man langfristig mehr hat.“

Sie haben auch gleich 90 Minuten durchgespielt...

„Hier war heute alles drin. Das war eine gute Trainingseinheit, ich musste nicht nur langweilig in der Gegend rumstehen (lacht). Ich habe die Chance genutzt, 90 Minuten zu spielen, um im Rhythmus zu bleiben. Mit der Verletzungsgeschichte, die ich letztes Jahr hatte, möchte ich jetzt einfach fit bleiben.“

Haben Sie zuvor schon einmal im Carl-Benz-Stadion gespielt?

„Ja, mit der Nationalmannschaft! Kurz vor der WM 2006 sind wir hier nach einem Testspiel von Schornsteinfegern verabschiedet worden. Das ist auch schon wieder über zehn Jahre her.“

Hanno Balitsch arbeitet inzwischen für das ZDF. Können Sie sich eine ähnliche Karriere nach der Karriere vorstellen?

„Das kann ich noch nicht sagen. Ich konzentriere mich auf wahrscheinlich noch ein Jahr Fußball. Wo es mich danach hin verschlägt, weiß ich noch nicht. Es kann sein, dass ich im Verein bleibe, es kann aber auch sein, dass ich nach Deutschland zurückkehre. 15 Jahre Profifußball gehen auch nicht spurlos an einem vorbei. Manche machen auch Dinge, die nichts mit Fußball zu tun haben. Das ist eine Entscheidung, die ich noch zu treffen habe. Ich freue mich aber auf die Zeit nach der Karriere.“

nwo

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