Licht und Schatten beim VfB Stuttgart

Richtige VfB-Entscheidungen? Castro und Badstuber erleben einen Wandel!

Der VfB Stuttgart hat mit Castro einen neuen Kapitän und gleichzeitig Badstuber degradiert. Aber: Waren das die richtigen Entscheidungen? 

Gonzalo Castro wird zum neuen Kapitän des VfB Stuttgart
Holger Badstuber spielt nur noch in der zweiten Mannschaft. 
Echo-Einwurf beleuchtet Situation beim VfB Stuttgart.

Echo-Einwurf: Der Castro-Aufstieg und der Badstuber-Fall beim VfB Stuttgart!

Der VfB Stuttgart bereitet sich auf die Bundesliga-Saison vor. Testspiele gegen Teams wie Liverpool oder Mitaufsteiger Bielefeld, Trainingslager in Kitzbühel und weitere Spiele wie gegen Racing Strasbourg in dieser Woche. Eine sorgenfreie Vorbereitung? Nicht ganz, auch wenn die offensichtlichen Probleme für VfB-Verhältnisse wirklich nicht der Rede wert sind. 

Während Kirsten über Deutschland wehte, stürmten die Spieler beim VfB reihenweise ins Lazarett. Und mit der ersten Corona-Welle gingen auch die finanziellen Mittel den Bach hinunter. Dennoch kaufte der VfB Stuttgart fröhlich ein, zumeist billig, vielversprechend, nicht wahllos. Und das Geld sprudelt sicher wieder aus anderen Quellen - Stichwort "Gonzalez" und Stichwort "Maffeo". 

Friede, Freude, Maultäschle also? Nicht ganz. Denn die alten Hasen unter den jungen Hüpfern des VfB Stuttgart sind in den Fokus gerückt. Da wäre Gonzalo Castro, der einen Aufstieg wie Phönix aus der Asche erlebte. Und dann noch Holger Badstuber, dem trotz Feuereifer die Flügel gestutzt wurden. Castro und Badstuber sind beim VfB in diesem Sommer wie Licht und Schatten, dabei rührt der Ursprung des Schicksal der Ü30-Fraktion schon aus der Corona-Saison

Die Akte "Badstuber": Nationalspieler, Champions League-Sieger... Viertligist!

Zunächst zu Holger Badstuber. Der Ex-Nationalspieler, der in seiner von Verletzungen geprägten Karriere schon so ziemliche alle Titel gewann, die es zu gewinnen gibt, kann sich nun - wenn es keine Angebote für ihn und sein Gehalt gibt - auch noch den Titel des Regionalliga-Meisters in die Vita schreiben, sollte es der U23 des VfB Stuttgart gelingen aufzusteigen. Denn genau dort kickt Holger Badstuber

Vergangene Saison war er zunächst gesetzt in der VfB-Innenverteidigung. Unter Tim Walter startete er so in die Saison 2019/20. Stabilität in der Abwehr - Fehlanzeige! Auch wenn das nicht an Badstuber lag, sorgte der erfahrene 31-Jährige auch nicht dafür, dass es besser wurde. Er polterte, tobte, wurde zu Motzki und leistete sich als eben jener auch noch den berüchtigten "Muschi-Skandal". 

VfB Stuttgart: Badstuber ein veralteter Kicker mit gefährlichen Kanten und guter Tugend!

Badstuber hat mehr Kanten als ein Würfel und zeigt diese auch. Er haut auf den Tisch, wenn es sein muss - und manchmal auch, wenn nicht. Das passt sicher nicht allen und kommt nicht überall gut an. Hinzu kommt, das Badstuber einer der Top-Verdiener im Kader des VfB Stuttgart sein soll, einer der ältesten Spieler ist er sowieso. Und da ist der nächste Punkt: Der Innenverteidiger ist auf dem Platz so spritzig wie stilles Wasser - überspitzt gesagt. 

Ansonsten brennt Badstuber für seinen Job und Arbeitgeber. So machte er in der Sommerpause noch Kampfansagen. Das Feuer loderte, obwohl er VfB-Coach Pellegrino Matarazzo schon vor der Corona-Pause besonders nahe kam, indem er sich den Bank-Platz sicherte, statt den Startelf-Einsatz. Und zuletzt wurde Badstuber auch noch abgewatscht. Matarazzo: "Erfahrung ist nicht gleich Leistung." Ob das auf Badstuber bezogen war? Wer weiß. 

Ist Badstuber vielleicht einfach einer, den die Zeit überdauert hat? Zumindest hat er scheinbar alte Tugenden, die so manch einem Spieler der heutigen Zeit fehlen. Denn während er sicher alles andere als glücklich über den tiefen Fall in die zweite Mannschaft des VfB Stuttgart ist, gibt er dennoch Vollgas. Er hängt sich in den Testspielen rein gegen Illertissen (liegt laut Google unterhalb von Ulm) und Co. Er trainiert hart und bekommt Lob von seinem neuen Coach. Kein Schwänzen, kein Jammern. Diese Professionalität wünscht man sich von manch "Superstar" der heutigen Zeit - Grüße an Dembélé und Konsorten.

VfB Stuttgart: Castro steigt empor, wie Phönix aus der Asche!

Aber: Wo Schatten ist, ist auch Licht. Und da steigt er empor: Gonzalo Castro, der Phönix. Er war nahezu aussortiert. Die Jüngeren durften im Mittelfeld ran und steuerten die Geschicke des VfB Stuttgart. Der Japaner Wataru Endo kam, spielte und nahm Castro auch den Defensiven Mittelfeldplatz weg. Immerhin: Auf der Bank gab es im Winter Decken - und vermutlich auch eine Heizung. 

Gonzalo Castro konnte unter Matarazzo beim VfB Stuttgart wieder überzeugen. 

Viele Verletzte Anfang des Jahres und der Trainerwechsel zu Matarazzo ließen Funken in der Asche sprühen. Castro durfte wieder spielen, probeweise auf der linken Abwehrseite, da Borna Sosa eine Gehirnerschütterung davon trug und kein adäquater Ersatz da war. Castro kannte die Position und Anforderungen - und überzeugte. 

Ende der Erfolgsstory? Mitnichten! Es geht weiter, denn vor wenigen Tagen machte Matarazzo aus Kapitän Kempf plötzlich Captain Castro. Bei nähere Betrachtung fällt die Verwunderung kleiner aus, als nach dem ersten Aufschrei. Kein "Castro???" mehr am Stammtisch. Die Wahl war durchaus sinnvoll.

Warum Castro der richtige Kapitän für den VfB Stuttgart ist

Castro hat die Erfahrung UND bringt die Leistung. Er hat im Team wohl einen guten Status, auch wenn - oder gerade weil - er nicht der lauteste, oft motzende, schillernde Spieler ist. Er wirkt ruhig, professionell und souverän. Hinzu kommt, dass er sprachlich mit den spanischen Problemfällen, die der VfB Stuttgart immer mal wieder hat, keine Barrieren hat, wenn ein Maffeo wieder kommt. Oder bei einem Gonzalez mit seinen Höhen und Tiefen. Castro habla español - er spricht Spanisch. 

Und wer hätte es sonst machen sollen? Gregor Kobel wäre als Torwart eine eher seltene Wahl gewesen. Daniel Didavi grüßt des Öfteren mal vom Physio sowie verletzungsbedingt von der Tribüne und wenn er spielt, dann oft mit schwankenden Leistungen. Und dann war da noch die Option Wataru Endo. Endo... ähm Ende! Ach ja, nicht ganz. Es gab auch noch die Alternative Badstuber, aber der erlebte, wie oben beschrieben, statt Bundesliga-Aufstieg den Rückzug in Liga vier. 

Badstuber und Castro: Ein Fazit zu den getroffenen Entscheidungen des VfB Stuttgart!

Nun stellt sich die Frage: Wurde in den beiden Fällen die richtige Entscheidung getroffen? Ich denke ja, auch wenn der Umgang mit Badstuber, ob man ihn mag oder nicht, vielleicht nicht ganz ok war. Immerhin gab es nach der Abschiebung in die zweite Mannschaft das Signal seitens Sven Mislintat, er könne ablösefrei wechseln. Klar, denn der VfB Stuttgart wird froh sein, wenn er das Gehalt nicht mehr zahlen muss. Dennoch: In der Bundesliga wird die Mannschaft des VfB Stuttgart wie sie jetzt ist, durchaus interessant zu beobachten sein. Jung, wild, sicher nicht perfekt, aber mit viel Potenzial. Badstuber könnte zudem den Sprung in die MLS wagen. 

Und Castro? Das bleibt abzuwarten. Die Entscheidung war sicher keine schlechte. Der Ex-Nationalspieler könnte jedoch zu ruhig auf dem Platz sein. Aber vielleicht ist das auch gut so, um den Jungen ihren Freiraum zur Entfaltung zu geben. Eine Art Mentor, statt Kritiker zu sein, so dass sie von der Erfahrung, die Castro unbestritten hat, uneingeschränkt profitieren können. Ich finde: Castro ist eine gute Wahl, die der Obrigkeit beim VfB Stuttgart vermutlich auch keine Probleme bereiten wird.

Quelle: echo24.de

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