VfB Stuttgart hat mit anderen Vereinen für neue Verteilung der TV-Gelder geworben

VfB-Sportdirektor über den TV-Geld-Streit, Rüpel-Rummenigge und eine Lösung

VfB Stuttgart: Das „Positionspapier“ mit anderen Vereinen zu den TV-Geldern hat für viel Aufregung gesorgt. Jetzt spricht Sven Mislintat über seine Sicht auf die Dinge.

Update vom 1. Dezember: Es bleibt ein Thema im Fußball - die Verteilung der TV-Gelder. Nachdem bei der Partie des VfB Stuttgart gegen Bayern München zwischen Thomas Hitzlsperger und Karl-Heinz Rummenigge kein Wort über den Kohle-Krach zwischen den Klubs gesprochen wurde, meldet sich jetzt VfB-Sportdirektor Sven Mislintat zu Wort.

Der Kader-Macher des VfB Stuttgart war zu Gast in der Sendung SWR Sport. Und der 48-Jährige vertritt eine klare Meinung zudem was in den vergangenen Wochen rund um das Thema TV-Gelder alles passiert ist und gesagt wurde: „Ich war überrascht. Ich denke zu einem demokratischen Prinzip gehört, alle beteiligten Positionen an einen Tisch zu bringen.“

Zwischen Thomas Hitzlsperger und Karl-Heinz Rummenigge viel zuletzt kein Ton über die TV-Gelder.

Einen Austausch auf einer emotionalen Ebene hält Sven Mislintat für falsch. Dem Sportdirektor des VfB Stuttgart wären weitere Gespräche auf „einer Sachebene“ deutlich lieber.

Eine Lösung sieht er in der Premier League. Laut Mislintat könne man sich an der „wirtschaftlich erfolgreichste und ausgeglichenste Liga der Welt durchaus ein Vorbild daran nehmen, wie dort TV-Gelder verteilt werden“. Mislintat: „Der Verteilungsschlüssel dort unterscheidet sich extrem von unserem - und das ist ein Ansatz für die Diskussion, meines Erachtens.“

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Die Kritik und die doch deutlichen Ätz-Aussagen von Rüpel-Rummenigge (Update vom 12. November) zum sogenannten Positionspapier von VfB und Co. kann er „nicht nachvollziehen“. Mislintat: „Es wäre sinnvolle gewesen es in großer Runde mit denen zu besprechen, die dieses Papier verschickt haben... und NICHT über sie zu sprechen.“

Sven Mislintat bekräftigt auch, dass es dem VfB Stuttgart und den beteiligten Vereinen eben nicht um einen konkreten Vorschlag zur Verteilung der TV-Gelder gegangen sei, sondern es wurde „eine Diskussion angeregt“. Zuletzt ist eine Liste mit den aktuellen TV-Geldern veröffentlicht worden.

Für Sven Mislintat geht‘s aktuell beim VfB Stuttgart auch um einen neuen Vertrag. Die Gespräche laufen bereits - aber er zögert noch mit seiner Unterschrift.

VfB gegen Bayern: TV-Geld-Streit ruht - Kein Ton von Hitzlsperger und Rummenigge

Update vom 30. November: In den Tagen nach dem G15-Gipfel um Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge und dem im Vorfeld verfassten „Positionspapier“ zu den TV-Geldern (Erstmeldung vom 12. November) vom VfB Stuttgart und Co., gab‘s ordentlich Zunder.

Am vergangenen Samstag traf der VfB Stuttgart in der heimischen Mercedes-Benz Arena auf den FC Bayern München. Beim 1:3 aus Sicht des Aufsteigers kam es auch zum Aufeinandertreffen von Thomas Hitzlsperger und Rummenigge. Die Begegnung der Bosse verlief laut Stuttgarter Nachrichten professionell und sehr neutral.

Beim Smalltalk auf der Tribüne des VfB Stuttgart soll das Streit-Thema, die Verteilung der TV-Gelder, aber nicht zur Sprache gekommen sein. Ob nach Abpfiff statt der Fernseh-Kohle für die Klubs, die Süle-Szene und der Neuer-Fall für Diskussionen unter den Vorstandsvorsitzenden gesorgt hat, ist derweil nicht bekannt.

Die Schiri-Wut des VfB Stuttgart ist groß und hat sogar TV-Experten Stefan Effenberg dazu gebracht wiederum seinen Unmut darüber zu äußern... allerdings glänzt der Ex-Kicker eher mit Unwissenheit!

Nach Attacke gegen VfB und Co.: Lienen lässt‘s krachen gegen Rüpel-Rummenigge

Update vom 16. November: Es ist definitiv DAS Reizthema in der Fußball-Bundesliga - die Verteilung der TV-Gelder unter den Profi-Klubs. Mittendrin auch der VfB Stuttgart. Der Aufsteiger sorgte durch sein „Positionspapier“ zusammen mit drei weiteren Bundesliga-Vereinen und zehn Zweitligisten für einen Ätz-Anfall vom Bayern-Boss. Doch Rüpel-Rummenigge bekam dafür ordentlich sein Fett weg (Update vom 13. November).

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Und die Stimmen werden nicht leiser, dass da einer aus München einfach gerne andere Vereine, wie den VfB Stuttgart, Bielefeld oder Mainz 05 klein halten möchte - „Mia san mia“ ...und basta! Auch von Heribert Bruchhagen gab‘s nochmal Nachschlag für Karl-Heinz Rummenigge. Bruchhagen galt bereits als frühere Liga-Vorstand und Bundesliga-Manager beim Thema TV-Gelder als Bayern-Widersacher.

Es ist weit eklatanter eingetreten, als ich es mir vorstellen konnte

Heribert Bruchhagen

In einem Gespräch mit Spox und Goal bezeichnet Bruchagen die Aussagen gegen den VfB und Co. als „sehr klein gedacht“ und „wie im Kindergarten“. Der 72-Jährige warnt vor einer Zwei-Klassen-Gesellschaft und erinnert sich an seine Prognose, die er vor Jahren gestellt hatte: „Es ist weit eklatanter eingetreten, als ich es mir damals vorstellen konnte. Ich habe noch erlebt, wie der 1. FC Kaiserslautern als Aufsteiger oder der VfB Stuttgart Meister wurden. Das geht heute nicht mehr.“

Ewald Lienen mit deutlichen Worten in Richtung Karl-Heinz Rummenigge.

Und auch Ewald Lienen lässt kein gutes Haar an Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge. Der ehemalige Bundesliga-Trainer erklärt in seinem Podcast Der Sechzehner zum Ausschluss des VfB Stuttgart und Co. beim G15-Treffen: „Zur Strafe, dass sie eine eigene Meinung haben und die auch äußerten, werden sie ausgeschlossen. Ich finde es erbärmlich.“ Und: „Es ist doch völlig normal, dass Andere auch mal eine andere Meinung haben, damit muss man sich abfinden.“

Für Rüpel-Rummenigge hat er dann noch ganz speziell ein paar warme Worte übrig: „Es ist natürlich schwer für Karl-Heinz zu akzeptieren, dass wir uns in einer Demokratie befinden, wenn ich bei Bayern München bin und mir kommt das Geld aus den Ohren raus.“

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Anders sieht es dagegen Ex-Manager Reiner Calmund und meldete sich laut Kölner Express auch zu Wort: „Ich möchte keinen zusätzlichen Sprit ins Feuer gießen. Wer aber bei dem aktuellen TV-Gelder-Verteilungsplan noch höhere finanzielle Beteiligungen verlangt, ist nicht mehr nur sozial, sondern will nach sozialistischem Gedankengut das nationale Fernseh-Budget mit Gießkannen-Prinzip verteilen.“

Nach Aussagen gegen VfB und Co.: Jetzt gibt‘s Kritik an Rüpel-Rummenigge!

Update vom 13. November: Jetzt bekommt Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sein Fett weg! Nach dem G15-Treffen der Bundesligisten ätzte der 65-Jährige öffentlich gegen den VfB Stuttgart, Augsburg, Bielefeld, Mainz sowie zehn Zweitligisten und deren „Positionspapier“ zu den TV-Geldern (Erstmeldung vom 12. November). Nun folgen die Reaktionen ...und die dürften ihm nicht schmecken.

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Nachdem der SWR in einem Kommentar beim Rummenigge G15-Treffen ohne VfB und Co. vom Treffen der „Ja-Sager“ gesprochen hatte, haute auch die Augsburger Allgemeine ordentlich drauf und titelt: „Rummenigge benimmt sich wie ein arroganter Schnösel. Weiter heißt es: „Rummenigge und der FC Bayern werden überall hofiert – vielleicht vergisst er darüber ja auch manchmal, dass die DFL ein Zusammenschluss aller 36 Erst- und Zweitligisten ist, die gleichberechtigt sind. Gleichberechtigt heißt auch, dass sie ihre eigene Meinung haben und die auch äußern dürfen“

Und auch bei 11 Freunde geht man - nach dieser Rummenigge-Rüpel-Aktion gegen den VfB Stuttgart und die anderen vermeintlich abtrünnigen Vereine - nicht zimperlich mit dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern München um. Das G15-Treffen - ohne große Ergebnisse - komme daher wie „eine sicht­bare Macht­de­mons­tra­tion des Bun­des­liga-Estab­lish­ments, vor allem des Bayern-Chefs Rum­me­nigge“. Es sein ein „absurd anmu­tenden PR-Termin für Karl-Heinz Rum­me­nigge“ gewesen. Die beteiligten Bundesligisten hätten zudem „zuge­lassen, dass diese Zusam­men­kunft zahl­reiche Kol­la­te­ral­schäden hin­ter­lässt“.

Andreas Rettig reagiert mit Unverständnis auf die Attacke von Rummenigge gegen den VfB Stuttgart und Co.

Besonders auch Andreas Rettig findet beim TV-Sender Sky deutliche Worte für diese Aktion gegen den VfB Stuttgart und Co.! Der frühere DFL-Geschäftsführer erklärte: „Schmunzeln muss ich natürlich, wenn Herr Rummenigge sich über Geheimtreffen echauffiert oder Geheimpapiere.“ Schließlich habe ja gerade der FC Bayern München in der sogenannten Kirch-Affäre „nicht nur geheime Gespräche geführt, sondern auch geheime Verträge abgeschlossen“.

Dass sich jemand mit dieser Vita so aus dem Fenster lehnt

Andreas Rettig, ehemaliger DFL-Geschäftsführer

Und Rettig macht klar: „Dass jemand mit dieser Vita sich dann so aus dem Fenster lehnt, das muss ich sagen, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie.“ Der 57-Jährige schießt scharf gegen Rüpel-Rummenigge und verurteilt den Umgang mit dem VfB Stuttgart und den anderen Vereinen, die sich Gedanken über Verteilung der TV-Gelder gemacht haben: „Sollte ruchbar werden, dass man andere Gedanken hat als der FC Bayern oder Kollegen, dann könnte das ja dazu führen, dass man zukünftig auch Persona non grata wird und von allen anderen Dingen ausgeschlossen wird.“

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Laut Bild-Zeitung gab es am Donnerstag von VfB-Boss Thomas Hitzlsperger keine Aussage zu der Kritik aus München. Doch wie im Bericht geschrieben, soll beim Aufsteiger intern große „Irritation“ darüber herrschen, „dass das Positionspapier als Kampfansage und Spaltversuch aufgefasst wurde. Es habe lediglich als Diskussionsgrundlage dienen sollen.

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Erstmeldung vom 12. November: Wer bekommt welchen Anteil vom großen Topf der TV-Gelder in der Fußball-Bundesliga? Der Kohle-Kampf der Vereine bleibt ein Dauerthema. Zuletzt gab‘s ein „Positionspapier“ vom VfB Stuttgart, dem FSV Mainz 05, Arminia Bielefeld, dem FC Augsburg und zehn Zweitligisten - Ziel: eine Umverteilung zur Saison 2021/2022. Für einige ein Vertrauensbruch!

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Beim Treffen von 15 Bundesliga-Klubs (G-15-Gruppe) aus erster und zweiter Liga am vergangenen Mittwoch sollte es um Zukunftsthemen in der Deutsche Fußball-Liga (DFL) gehen. Nach der Besprechung grätschte Karl-Heinz Rummenigge den VfB Stuttgart und die anderen Vereine vom „Positionspapier“ sauber ab. Der Vorstandsboss des FC Bayern München erklärte: „Ich glaube, wir sind gut beraten, wenn wir keine Impulspapiere in diese Republik zu anderen Klubs schicken wie das leider bei anderen Klubs in der Vergangenheit passiert ist.“

VfB Stuttgart: Rummenigge spricht von Bruch des Solidarpakts

Und Rummenigge legte nach, machte unmissverständlich klar, was das „Positionspapier“ vom VfB Stuttgart und Co. für ihn Wert ist: „Das Thema TV-Geld-Verteilung haben wir gar nicht groß diskutiert. Wir haben auch dazu einen klaren Beschluss gefällt. Wir haben beschlossen, dass der Kompetenzbereich hier exklusiv beim DFL-Präsidium liegt. Wir möchten hier überhaupt kein Positionspapier erarbeiten, um diesem DFL-Präsidium hier irgendwelche Ratschläge zu geben.“

Nach dem G-15-Treffen der Bundesliga-Klubs gab es deutliche Worte von Karl-Heinz Rummenigge.

Und der 65-Jährige wird noch schärfer in seiner Aussage und wirft den Vereinen um dem VfB Stuttgart den Bruch des Solidarpakts vor: „Wir sind immer bereit, diese Gruppe (die G-15-Gruppe) zu vergrößern, wo gewünscht und notwendig. Allerdings wollen wir auch, dass das Versenden eines Impuls, wie es so schön geheißen hat, von Papieren, in dieser Republik unterbleibt. Weil: Diesen Solidarpakt haben nicht wir gebrochen, sondern den sehen wir bei den vier Bundesligisten und zehn Zweitligisten, die hier den Fehdehandschuh in den Ring geschmissen haben.“

Den Grund für das „Positionspapier“ sieht der FC Bayern-Boss darin, den Druck auf das DFL-Präsidium zu erhöhen, um größere Veränderungen in der TV-Geld-Verteilung vorzunehmen. Karl-Heinz Rummenigge: „Wir wollen das nicht! Wir haben absolutes Vertrauen zum DFL-Präsidium hier die richtigen und guten und seriösen Entscheidungen zu fällen. Davon sind wir überzeugt.“

VfB-Boss Hitzlsperger im Gespräch mit Bayern-Boss Rummenigge

Wie die Bild-Zeitung schreibt habe Rummenigge auch Kontakt mit Thomas Hitzlsperger gehabt. Er habe auch mit dem Vorstands-Boss des VfB Stuttgart über das Thema gesprochen: „Bei mir hat sich Thomas Hitzlsperger gestern gemeldet. Ich habe ihn auch gefragt, warum er dieses Papier unterzeichnet hat, was ich nicht ganz verstanden habe, weil ich den VfB Stuttgart als Gründungsmitglied kenne und diesen Weg auch falsch finde, sich außerhalb der Gemeinschaft der DFL zu stellen.“

Kritik am Vorgehen des FC Bayern München

Die Tatsache, dass das Gespräch der Bundesligisten OHNE die vermeintlich Abtrünnigen rund um den VfB Stuttgart stattgefunden hat, stößt aber auch auf Kritik. Stimmen werden laut, der große FC Bayern lade nur „Ja-Sager“ ein. Und es macht sich auch das Gefühl breit, der Rekordmeister regiert im Stile eines autokratischen Herrschers. Auch die ausgeschlossenen Vereine hatten das Treffen im Vorfeld auch als unsolidarisch bezeichnet.

Alte Verteilung der TV-Gelder in der Bundesliga an den VfB und Co.

1. FC Bayern München70,64 Millionen Euro
2. Borussia Dortmund\t69,37 Millionen Euro
3. Bayer Leverkusen\t67,47 Millionen Euro
4. RB Leipzig\t65,96 Millionen Euro
5. Gladbach\t64,54 Millionen Euro
6. TSG 1899 Hoffenheim\t63,14 Millionen Euro
7. Eintracht Frankfurt\t60,45 Millionen Euro
8. Hertha BSC\t59,29 Millionen Euro
9. FC Schalke 04\t56,17 Millionen Euro
10. VfL Wolfsburg\t55,18 Millionen Euro
11. SC Freiburg\t51,50 Millionen Euro
12. Werder Bremen\t49,87 Millionen Euro
13. FSV Mainz 05\t46,20 Millionen Euro
14. FC Augsburg\t42,87 Millionen Euro
15. 1. FC Köln\t40,34 Millionen Euro
16. VfB Stuttgart\t39,09 Millionen Euro
17. Union Berlin\t33,37 Millionen Euro
18. Arminia Bielefeld\t29,80 Millionen Euro

Quelle der Tabelle: kicker

Rubriklistenbild: © dpa/Weller

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